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26.01.1979 - 

Kann die "dezentrale Datenverarbeitung" einer Kosten-Nutzen-Betrachtung standhalten? (Teil II)

Dezentrale DV ist handhabbar geworden

Im Schwerpunktteil "Wirtschaftliches Distributed Processing" der COMPUTERWOCHE Nr. 1/2 vom 12. Januar 1979 beschrieb Herbert Faustmann, Geschäftsstellenleiter der GMO mbH, Frankfurt, Definitionsprobleme bei der Diskussion um "Distributed Processing". In dieser Fortsetzung macht er deutlich, daß - bei richtiger Interpretation und Anwendung dieses EDV-Schlagwortes - die Kosten zweitrangig werden können.

Das bis zum heutigen Tage erforderliche Spezial-Know-how für die Handhabung der Rechner und Systeme ist der Grund dafür, daß der EDV - einschließlich des notwendigen "Fachpersonals" - der Status des sogenannten "schwarzen Kastens" zugesprochen wird.

Die rasante technologische Entwicklung zwang alle Beteiligten zur Beschränkung und zur teilweise gefährlichen Spezialisierung auf Methoden, Verfahren und Technologien, und führte so zu Restriktionen, mit denen Systementwicklung und Integrationsbemühungen heute belastet sind. Wolfgang Mewes hat in seiner energo-kybernetischen Strategie (EKS) eindeutig nachgewiesen, daß nur eine Konzentration auf ein soziales Grundbedürfnis unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Methoden, Verfahren und Technologien, die einzig richtige Orientierung sein kann. Eine Programmiersprache, ein DB-System, eine spezifische System-Gestaltungsmethode ist mit Bestimmtheit kein soziales Grundbedürfnis eines Unternehmens. Es kann gegebenenfalls kurzfristig ein Engpaß werden.

Unbestritten steht fest, daß die Einbeziehung Fachbereich in Systementwicklung unabdingbar ist. Wenn es nun auch noch gelingt, die Systementwicklung voll auf die Problemlösung des betreffenden Fachbereiches im Rahmen des betrieblichen Gesamtinteresses zu konzentrieren, wird die für Güte und Bestand eines Systems notwendige Akzeptanz nicht ausbleiben - Akzeptanz des Fachbereiches, basierend auf Mitgestaltung und Mitverantwortung durch Direkteinschaltung in den Prozeß. Die dezentrale Datenverarbeitung ist durch das neue Rechnerangebot (Hardware/Basis-Software) einschließlich der Minis und der Kommunikationskonzepte möglich und handhabbar geworden. Der Weg zur Datenverarbeitung als strategisches Führungsinstrument ist jetzt frei.

Dieses Ziel sprengt allerdings alle Kriterien, herkömmlicher Kosten-/Nutzen-Betrachtungen, die doch im wesentlichen von der Kostenseite geprägt sind. Die problemorientierte Nutzen-Betrachtung läßt durch die systematische Nutzenstiftung und deren überzeugende und bewertbare Folgewirkungen die Kosten zweitrangig werden.

*Herbert Faustmann leitet die Frankfurter Geschäftsstelle des Softwarehauses GMO, Hamburg.