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06.10.1978 - 

Anwenderbericht Strabag AG, Köln:

Dezentrale Leistungskontrolle mit Minicomputern

KÖLN (de) - Für alle Leistungsverzeichnis-abhängigen Arbeiten werden bei der Strabag dezentrale Minicomputer in den Zweigniederlassungen eingesetzt. Die Strabag-Hauptverwaltung in Köln verfügt über ein großes zentrales Rechenzentrum mit IBM-Anlagen. Nachdem zunächst versucht worden war, die Niederlassungen über DÜ-Leitungen mit Köln zu verbinden, unternahmen die Strabag-DV-Planer auch einen Einzeltest mit einer MDT-Anlage. Beide Verfahren erwiesen sich als zu schwerfällig. Über "praktische Erfahrungen mit dem Einsatz von Minicomputern im Bereich Kalkulation, Rechnungsschreibung und Kostenkontrolle"* berichtet Ekkehard Delbrück, EDV-Leiter für den Strabag-Bereich Vorkalkulation und Kostenkontrolle:

Die Erkenntnis aus den beiden erfolglosen Testinstallationen war, daß für die Vorkalkulation dezentrale EDV-Anlagen erforderlich sind. Gemeinsam mit den Niederlassungen wurden dann folgende Anforderungen an eine derartige dezentrale EDV-Anlage für die Vorkalkulation aufgestellt:

- Dezentrale EDV-Anlage (Minicomputer) bei den Kalkulationsabteilungen der Zweigniederlassungen;

- Dialog-Bildschirm-Eingabe und -Ausgabe, Bildschirmgröße 24 Zeilen je 80 Stellen;

- Timesharing-Betrieb für entweder parallel an zwei Plätzen Erfassen oder einmal Erfassen und Listverarbeitung;

- IBM-kompatible Disketten als Datenträger;

- Ausbaumöglichkeit in der Kernspeicher-Kapazität und Erweiterung auf Plattenlaufwerke;

- Standard-Programmpaket "Kalkulation";

- Kosten für AfA und Wartung bei kleinster Ausbaustufe zirka 3000 Mark pro Monat.

Mit diesem Anforderungskatalog sind wir dann an alle potenten Hersteller für derartige EDV-Anlagen herangetreten. Aus Kostengründen und auch aus Gründen des Datenschutzes für die Kalkulationsdaten legten wir Wert auf den Einsatz von Disketten, die mit den von der IBM auf den Erfassungsgeräten 3741 verwendeten Disketten kompatibel sein sollten. Besonderen Wert legten wir auch auf eine von der Lieferfirma bereitgestellte Programmunterstützung für den Bereich der Bau-Kalkulation.

Unsere Wahl fiel auf eine von Digital Equipment hergestellte und über das Systembüro TechnoData in Renningen vertriebene Anlage mit dem bekannten PDP-11-Rechner.

Dem seinerzeit von uns bestellten Anlagentyp entspricht heute der Anlagentyp DDS-322; es besteht aus folgender Teilen:

Mikro-Computer PDP-11/03 mit 56 KB, einem VT-52-Terminal mit 24 Zeilen je 80 Stellen, einem Zeichendrucker mit 180 Zeichen pro Sekunde, zwei Doppeldisketten-Stationen.

Die monatlichen Fixkosten einschließlich der Wartung betragen bei einer Abschreibung auf 60 Monate knapp 2600 Mark.

Nach unseren Erfahrungen können mit einer derartigen Anlage in der normalen Arbeitszeit im Rahmen der Vorkalkulation rund 6000 LV-Positionen verarbeitet werden.

In der ersten Phase haben wir vier vergleichbare Anlagen beschafft, von denen eine bei der Hauptverwaltung und drei bei Zweigniederlassungen eingesetzt werden.

Als Betriebssystem verwenden wir das RT-11 mit dem DDS-300; als Programmsprachen stehen uns zur Verfügung:

- für den kommerziellen Bereich Dibol, ein auf Dialog abgestelltes Mini-Cobol,

- für den technischen Bereich Fortran IV.

Die Programmsprachen sind für alle Anlagen der PDP-11-Familie verwendbar; dies bedeutet, daß bei später eventuell erforderlichen Erweiterungen der Anlagen oder dem Einsatz größerer Anlagen die Programme unverändert übernommen werden können.

Als besonders zweckmäßig hat sich die Programmierung im Dialog am Bildschirm erwiesen; hier können Änderungen oder Ergänzungen der Programme kurzfristig vorgenommen werden. Die Beseitigung eines erkannten Fehlers in einem Programm dauert im allgemeinen nicht länger als 20 Minuten. Für die Datenfernübertragung zwischen DEC-Anlagen oder in Verbindung mit der zentralen IBM-Anlage steht eine 2780-Prozedur zusätzlich zur Verfügung.

Die Erfahrungen mit den vier installierten Test-Anlagen konnten nach Ablauf eines Jahres als absolut positiv betrachtet werden. Für uns erstaunlich war die Tatsache, daß das Datengerüst, gemessen an der Anzahl der im Rahmen der Vorkalkulation monatlich bearbeiteten LV-Positionen, sich in erheblich größerem Umfang gesteigert hatte, als wir je angenommen hatten. Dies führte dazu, daß wir die Anlage zunächst alle mit dem schnelleren Rechner PDP-11/34 und einem zusätzlichen Bildschirm ausgerüstet haben.

Die volle Umstellung einer Kalkulationsabteilung vom manuellen Betrieb auf den Einsatz der dezentralen EDV-Anlage dauert rund ein Jahr. Die Anlagenausnutzung für alle LV-abhängigen Arbeiten kann nach unseren Erfahrungen etwa wie folgt beziffert werden:

- Vorkalkulation zirka 65 Prozent

- Arbeitskalkulation und Leistungsermittlung zirka 25 Prozent

- Rechnungsschreibung zirka 10 Prozent

Die Programmerstellung wird in unserem Hause zentral durch eine Stabsabteilung in der Hauptverwaltung - zum Teil in Zusammenarbeit mit einem externen Programmierbüro - vorgenommen. Die Programmwartung erfolgt zentral durch die Stabsabteilung bei der Hauptverwaltung. Die Einweisung und Betreuung der dezentralen Anlagen erfolgt zentral durch die Stabsabteilung bei der Hauptverwaltung.