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16.08.1991 - 

Telefonbuch zur Datenkommunikation nach X.500

DFN-Verein sucht engagierte Teilnehmer für Verzeichnisdienst

BERLIN (pi) - Den Aufbau eines elektronischen Verzeichnisdienstes, der - einem Telefonbuch vergleichbar - den Zugriff auf die benötigten Daten der Teilnehmer ermöglicht, hat sich der Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN) auf seine Fahnen geschrieben.

Das bereits begonnene Projekt trägt den Namen Verdi 3 und wird im Auftrag des DFN-Vereins vom Forschungszentrum für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) durchgeführt Das BMFT fördert die Entwicklung durch Zuwendungen an den DFN-Verein Mitte 1990 wurde der Directory-Pilotbetrieb aufgenommen.

Teilnahme ist nicht auf DFN-Mitglieder begrenzt

Das Directory auf Basis der CCITT-Empfehlung X.500 ist Teil eines weltweiten Verzeichnisdienstes, bei dem die Daten dezentral verwaltet werden. Die lokale Datenspeicherung übernehmen einzelne DSAs (Directory System Agents), die auf eine für den Anfragenden transparente Weise miteinander verbunden sind. Der Anwender hat den Eindruck, als würde er auf ein einziges globales Verzeichnis zugreifen.

Wichtig für die derzeitige Pilotphase des Verdi-Projekts ist es, daß möglichst viele Teilnehmer den Dienst nicht nur passiv nutzen, sondern die Daten ihrer eigenen Einrichtungen für X.500 zur Verfügung stellen. Die Qualität des Verzeichnisdienstes hängt im wesentlichen von Umfang und Güte der verfügbaren Daten ab. Bisher umfaßt das Directory zirka 8000 Einträge. Dieser vergleichsweise geringe Datenbestand ist laut DFN offenbar einer der Gründe dafür, daß viele Organisationen noch Zurückhaltung beim Aufbau des Verzeichnisdienstes üben .

Am Pilotbetrieb beteiligen sich bislang aktiv die Forschungsgruppe für Gruppenunterstützungssysteme (GUS), GMD-Fokus, die Universitäten Stuttgart, Regensburg, Mannheim, Hildesheim, Frankfurt und Dortmund, die Technische Universität Berlin, die Technische Universität Chemnitz, die Akademie der Wissenschaften Berlin und das Leibniz-Rechenzentrum in München.

Am Aufbau des X.500-Verzeichnisdienstes können sich alle Organisationen beteiligen die Datenkommunikation auf Grundlage der OSI-Normen betreiben. Eine Mitgliedschaft im DFN-Verein ist nicht erforderlich.

Die Teilnehmer können ihre Daten auf einem eigenen DSA bereitstellen und verwalten aber auch auf die Installation eines solchen Agenten verzichten und die Daten auf einem der von Verdi betriebenen DSAs abspeichern. In jedem Falle muß die jeweilige Organisation mindestens einen Datenadministrator ernennen, dem von Verdi die Berechtigung zur Datenverwaltung übertragen wird.

"Es erfordert zunächst zwar einigen Aufwand, bis alle relevanten Daten einer Organisation erfaßt sind", beschreibt Diplom Informatiker Michael Tschichholz vom GMD-Fokus seine Erfahrungen. "Der Aufwand für die anschließende Pflege des Datenbestandes ist jedoch wesentlich geringer, als oft angenommen wird. Beim GMD-Fokus sind es zirka vier Stunden im Monat."

Die Zurückhaltung vieler deutscher Wissenschaftseinrichtungen steht laut DFN nicht gerade im Einklang mit den derzeitigen internationalen Bemühungen, einen weltweiten X.500-Verzeichnisdienst zu etablieren. So verzeichne das mit Directory-Diensten befaßte europäische Rare-Projekt Paradise für April 1991 18 teilnehmende Staaten mit insgesamt 179 DSAs, 448 Organisationen und mehr als 320 000 Einträge.

Beim Verein zur Förderung eines deutschen Forschungsnetzes gibt man man sich dennoch optimistisch. "Mit der wachsenden Zahl von Einträgen wird auch die Akzeptanz des DFN-Directories steigen", erklärt DFN-Geschäftsführer Klaus-Eckart Maass. "Spätestens wenn die Mehrheit aller relevanten Informationen über X.500 verfügbar ist, wird sich auch dieser Dienst im Deutschen Forschungsnetz so durchsetzen, wie wir es bei der Nachrichtenübermittlung nach X.400 bereits erlebt haben."