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28.11.1997 - 

"ISPs wollen nur Druck ausüben"

DFN weist Kritik deutscher Provider zurück

Vergangene Woche hatten namhafte deutsche ISPs ihren Entschluß mitgeteilt, sich zum 31. Dezember 1997 vom WiN abzukoppeln (siehe CW Nr. 46 vom 14. November 1997, Seite 4). Der Grund hierfür sei darin zu sehen, daß mittlerweile die Kunden des DFN (Universitäten, aber auch kleine und mittelgroße Betriebe) die Netze der Provider genauso stark nutzten wie diese das Wissenschaftsnetz. Die Provider weigern sich daher, weiter jährliche Gebühren an den DFN zu zahlen, und verlangen statt dessen ein unter Providern übliches "Peering agreement". Dieses würde beiden Seiten die kostenfreie Nutzung der Infrastruktur des Partners erlauben.

Eine Frage der Finanzierung

Nach Ansicht von Klaus-Eckart Maass, Geschäftsführer des DFN-Vereins, ist die Ankündigung des deutschen Provider-Zusammenschlusses, am 25. November die Anbindung an das WiN probeweise für 24 Stunden stillzulegen, lediglich ein Versuch, Druck auf den DFN auszuüben und damit die laufenden Verhandlungen über die Zukunft des Netzzusammenschlusses zu beeinflussen.

Im Grunde handle es sich bei der Angelegenheit um ein reines Finanzierungsproblem: "Die Kosten für das Wissenschaftsnetz werden nun mal umgelegt auf die Nutzer. Bisher war es selbstverständlich, daß alle an das Netz angeschlossenen Anwender sich die Kosten teilen, also auch die kommerziellen Provider."

Für den Fall der endgültigen Abkoppelung sieht Maass vor allem Konsequenzen für die deutschen ISPs: "Ich bin mir nicht sicher, ob deren Kunden wissen, in welcher Gefahr sie schweben, wenn die Konnektivität zum Forschungsnetz nicht mehr existiert oder sehr schlecht wird. Die werden davon nicht begeistert sein."

Der DFN-Mann wehrt sich vehement gegen die Darstellung der ISPs, daß die Nutzer des Wissenschaftsnetzes verstärkt auch die Netze der kommerziellen Anbieter belasten: "Die Wissenschaft kommuniziert natürlich auch mit Kunden, die bei den kommerziellen ISPs eingebunden sind, aber es fragt sich letzten Endes, wer von wem mehr profitiert." Er glaubt, daß die ISPs mit der Aktion lediglich die Kosten für die Anbindung an das Forschungsnetz auf den DFN abwälzen wollen.

Daher sieht er die vorgeschlagene Lösung der Provider durchaus als einen "Schritt in die richtige Richtung", der jedoch nicht weit genug gehe. Die deutschen ISPs bieten als Alternative zum bisherigen Modell an, einen zentralen Übergangsknoten zwischen dem WiN und ihren eigenen Netzen zu schaffen. Um die dafür aufzubringenden Kosten abzufedern, bieten sie dem Deutschen Forschungsnetz eine Anschubförderung in Höhe von etwa einer Million Mark über zwei Jahre hinweg an. Dies ist nach Ansicht von Maass jedoch nicht ausreichend, da so lediglich etwa ein Drittel der Gesamtkosten gedeckt werde.

Wann eine Entscheidung in der Sache fallen wird, ist nach Auskunft des DFN-Geschäftsführers noch nicht abzusehen: "Wir werden den ISPs jetzt unsere Bereitschaft mitteilen, über diese Lösung zu reden. Dann müssen wir sehen, wie die Finanzierung geregelt wird." Dabei macht Maass jedoch keinen Hehl daraus, daß er es begrüßen würde, wenn die Provider die Kosten übernähmen. Die hätten davon auch einen Vorteil: "Verbesserung der Connectivity von derzeit etwa 22 Mbit/s auf 34 Mbit/s ohne zusätzliche Kosten".