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17.03.1989 - 

Pkw-Transporte vom Hafen zum Händler mit Software koordiniert:

DFÜ avisiert Pkw-Ankunft beim Handler

Die seit Jahren weltweit wachsende Automobilproduktion erfordert flexible Lösungen im Bereich der Distribution und des Handlings der Fahrzeuge. Die Verlagerung der Produktionsstätten in lohngünstigere Länder und die Automobilproduzenten aus Fernost fordern das spezialisierte Verkehrsgewerbe geradezu auf, marktgerechte Logistik- und Transportleistungen anzubieten. Im Hinblick auf den europäischen Binnenmarkt 1992 sind schon heute die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Einer der großen Bremer Automobilspediteure befaßt sich permanent mit der Planung und Durchführung einer rationelleren und kostengünstigeren Transportabwicklung mit allen erforderlichen Zusatzleistungen. So erfolgt die Datenübertragung direkt zum Beispiel vom japanischen Hersteller oder via Satellit vom japanischen Importeur.

Da die zeitlichen Anforderungen an die Automobildistribution immer stärker stiegen, entschied sich der Spediteur für die DFÜ-Lösung. Durch das weltweite DFÜ-Konzept liegen nun die Daten der Automobilhersteller sehr frühzeitig vor.

Die Initialisierung der DFÜ erfolgt über Menüsteuerung. Alle Abläufe werden über Prozeduren gesteuert, so daß entsprechend geschulte Mitarbeiter ohne fundierte EDV-Kenntnisse die Programme handhaben können.

Da keine permanente Datenübertragung benötigt wird, kommt eine Wählleitung zum Einsatz (BSC, RJE oder Datex-P). Es stehen täglich zirka 800 Datensätze mit fahrzeugspezifischen Informationen zur Übertragung an. Je nach Übertragungsart beträgt die Übertragungsrate zwischen 2400 und 19 200 Baud, so daß die Übertragungszeit zwischen zwei und acht Minuten beträgt. Danach stehen die Fahrzeugdaten geprüft der Disposition zur Verfügung.

Für die weltweite Datenübertragung wurde das Mark III-Netz von General Electric gewählt. Hierbei werden die Daten nicht direkt ausgetauscht, sondern in Mailboxen gestellt und zu definierten Zeiten übertragen. Die Datenübertragung innerhalb des Netzes erfolgt über weltweit installierte Knotenrechner. Die derzeit eingesetzten Verfahren erweisen sich als problemlos und haben sich in der Praxis bewährt.

Die Auftragsdaten der Automobilhersteller und Importeure werden wie beschrieben in der Regel mittels Datenfernverarbeitung in den Fahrzeugbestand der Firma übertragen. Die Prüfung der Daten erfolgt an den Schnittstellen, bei Fehlern werden entsprechende Protokolle zur manuellen Fehlerbehebung gedruckt.

Zu variablen Zeiten kann die maschinelle Disposition erfolgen. Nüt dem Ziel, optimale Komplettladungen zu erstellen, werden Lieferfristen, Eilvermerke und Fahrzeuggrößen berücksichtigt. Weitere Ladungskriterien sind

- gleiche Händler und Empfangsorte,

- gleiche Fahrgebiete.

Auf der Basis dieser Dispositionsunterstützung kann der Disponent die Ladung verändern beziehungsweise den maschinellen Vorschlag in die Transportabrechnung übernehmen. Damit wird der Fuhrpark wirtschaftlich eingesetzt, was manuell bei der enormen Datenmenge nicht mehr möglich ist.

Allein in Bremerhaven werden pro Tag mehr als 800 Fahrzeuge bewegt, dem Automobilhändler überstellt beziehungsweise in den Speditions-eigenen Werkstätten bearbeitet. Die Ladungsdaten werden der automatischen Frachtberechnung und -optimierung übergeben.

Auf der Basis des gelieferten Entfernungs- und Tarifwerkes (45 000 Orte) werden die Entfernungen und mit dem Zugriff auf die gespeicherten Tarife die günstigsten Frachten ermittelt. Ein Frachtvergleich mit Berücksichtigung der Schnittgewichte wird automatisch durchgeführt. Im Verlauf der Frachtoptimierung werden die Ladungsteile zu Hauptläufen zusammengefaßt und Vor- und Nachläufe gebildet. Der automatische Vergleich unter Berücksichtigung gespeicherter Konditionen stellt sicher, daß die frachtgünstigste Abrechnung in die Weiterverarbeitung einfließt. Die fehlerfrei abgerechneten Ladungen werden an die Papierschreibung übernommen. Es erfolgt die Erstellung von

- Ladeliste,

- Übernahmeschein,

- frachtoptimierten Frachtbriefen,

- Speditionsübergabescheinen,

- Zolldokumenten.

Nach der Papierschreibung werden die Daten per Datenfernübertragung von Bremerhaven nach Bremen übertragen. Hier erfolgt die monatliche Erstellung der MZ und der Unternehmergutschriften. Der manuelle Prüfaufwand von Frachten etc. entfällt gänzlich.

Für die Verwendung der Daten zu statistischen Auswertungen werden sie gesichert und zum entsprechenden Zeitpunkt den Statistikprogrammen zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Die Auswertungen gliedern die abrechnungsrelevanten Daten nach Frachtführern, Zonen- und Fahrgebieten, In- und Ausland etc. und zeigen in sinnvoller Gegenüberstellung Soll- und Ist-Abweichungen auf.

Neben den transportspezifischen Programmen wird als neuestes Programmen ein Werkstattprogramm eingesetzt. Das Programm unterstützt

- die Lagerbestandsführung,

- die Auftragsabwicklung,

- die Abrechnung von Werkstattleistungen (Teile- und Zeitwerte).

Zur Bearbeitung von Transportschäden ist ein speziell für Automobilspediteure entwickeltes Programm im Einsatz. Von der Erfassung der Schäden bis zur Schadensregulier-ung werden alle Vorgänge EDV-unterstützt abgewickelt. Umfangreiche Statistiken geben Auskunft über Verursacher, Art und Wert der Schäden.

Die Ergebnisse und die Arbeit mit dem System zeigen, daß die Sachbearbeiter stark entlastet werden, Arbeitsspitzen können ohne zusätzlichen Personalaufwand aufgefangen werden. Die EDV-unterstützte Disposition und die maschinelle Frachtoptimierung erzielen Einsparungseffekte, indem die tarifbedingte Kostendegression voll ausgeschöpft wird.