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14.09.1979

DFÜ-Verfahren:Der Datenzug fährt nach HDLC-Fahrplan

"Was versteht man unter HDLC- und SDLC-Verfahren? Was ist ein Frame? Was ist ein Flag? Was bedeutet das HDLC-Verfahren (High-Level Data Link Control) für den Anwender? Das sind Fragen, die viele EDV-Benutzer ihrem zuständigen Hersteller vorlegen. Horst Ludwig versuchte in den Honeywell Bull-Kundenmitteilungen diese Fragen wie folgt zu beantworten (HB aktuell 3/1979).

Wenn sich Informationen auf einem festen Träger befinden, wenn sie sozusagen materiell fixiert sind, dann gibt es viele Möglichkeiten, sie von einem Ort zum anderen zu schaffen: per Kurier, per Post, mit der Bahn oder über eine Spedition. Transportiert werden die Medien (Datenträger), auf denen die Daten aufgezeichnet sind, also Lochkarten, Magnetkarten, Magnetplatten, Disketten und Magnetbänder. Es gibt in der Computerwelt indes eine Transportart, die weniger physisch-vordergründig zu begreifen ist: die Datenfernübertragung nämlich kurz DFÜ genannt. Im Unterschied zur "konventionellen" Bewegung im Raum handelt es sich hier um die Weitergabe von Impulsen über Draht- und Funkkanäle; mit Recht gilt diese Transportart zu der Branche als die fortschrittlichste, schnellste und sicherste.

Was dem EDV-Laien das Verständnis für die moderne Datenfernübertragung so erschwert, ist die Vielzahl der Abkürzungen, mit denen der Fachmann operiert und die in den einschlägigen Veröffentlichungen wiederkehren - zum Beispiel:

DTE, MODEM, BSC, MSV, ENQ, ITB, ETX, STX, DLE.

Diese Namen haben zwar in der Fachsprache ihren Platz, doch so populär sind sie auch wieder nicht, als daß man sie in einer COBOL-Liste, einer LINKER-Liste oder in einer anderen, dem Spezialisten wohlbekannten Informationsquelle zwangsläufig antrifft. Die DFÜ ist für den Computer-Experten etwas, was gewissermaßen "unterhalb der Gürtellinie" liegt und zu funktionieren hat. Tut es das nicht, dann ist guter Rat oft teuer (und schwer zu bekommen).

Zusätzlich kompliziert wird dieser technische Wissens- und Anwendungsbereich auch dadurch, daß die EDV-Hersteller jeweils ihre eigenen DFÜ-Konzepte verfolgen. Die wichtigsten "Prozeduren" lassen sich wie folgt zuordnen:

DATAPOINT - Datapoll Prozedur

HONEYWELL BULL - VIP Prozedur

IBM - BSC Prozedur

NIXDORF - Nixdorf Prozedur

SIEMENS - MSV Prozedur

UNIVAC - UT 200 Prozedur

Diese Verfahren sind zwar im Prinzip gleich, doch in den Nuancen weisen sie kleine bis kleinste Unterschiede auf, und der Fachmann der sich nicht gerade auf dieses Spezialgebiet konzentriert, fühlt sich bisweilen überfordert.

Allerdings wird seit 1974 im Deutschen Normenausschuß sowie auf internationaler Ebene an der Normierung eines DFÜ-Verfahrens gearbeitet, das die Bezeichnung HDLC ( = High-Level Data Link Control, SDLC = Syncronous Data Link Control) trägt. Diese Bestrebungen haben zum Ziel, das Verfahren für alle Computer-Unternehmen verbindlich vorzuschreiben. Nach einer längeren Vorbereitungszeit fand man eine Norm, die im Detail, das heißt im logischen Abschnitt, viele Varianten offenläßt, im Übertragungsprinzip jedoch fest definiert ist.

Wenn man sich einmal vor Augen hält was man zum Transport von Daten benötigt, kann man die grundsätzlichen Definitionen selbst hinschreiben. Man benötigt

einen Sender

einen Empfänger

und ein transparentes Transportmittel.

Damit das Ganze auch sicher vom Sender A zum Empfänger B gelangt, ist ein Sicherungsverfahren erforderlich, an dem man erkennen kann, ob die Daten ohne Fehler über die DFÜ-Strecken übertragen wurden.

Weitere, schon dem logischen Übertragungsteil angehörende Informationen werden benötigt, wenn ein Sender und mehrere Empfänger über das gleiche System (sprich Netz) erreichbar sind.

Zu diesem Zweck muß dem Transportmittel eine Adresse mitgegeben werden, über die der Empfänger ermittelt werden kann.

Da eine Datei beziehungsweise ein Dialog nicht in einem Stück, sondern normalerweise in vielen kleinen Stücken übertragen werden sollte - die Fehlerhäufigkeit erhöht sich, je länger ein Frame (Datenblock) ist -, wird ein Kontrollorgan benötigt, was im Frame verankert ist und Anfang beziehungsweise Ende einer Datei kennzeichnet.

Logischerweise müssen der Anfang und das Ende eines Frames gekennzeichnet werden und zwar mit dem sogenannten "Flag", der Blockbegrenzung oder Markierung.

Ein Frame beginnt und endet also mit einem Flag. Nach dem führenden Flag folgen die Adresse, die Kontrollinformation, eventuelle Daten und die Sicherungsinformation. Dieser Aufbau ist fest.

Im Prinzip kennen wir nun das Transportmittel. Der Kern der HDLC-Normierung liegt in diesem Flag: 0111111 = Flag

Jeder, der einen Code kennt, kann sagen, daß diese Information ein druckbares Zeichen sein könnte und daß hier ein Trick angewandt werden muß, um nun ein Flag von einem gleichlautenden Zeichen zu unterscheiden.

Um allen Herstellern entgegenzukommen war es notwendig, nicht wie gehabt, auf der Byte-Ebene die Daten zu übertragen, sondern die Übertragung auf der Bit-Ebene durchzuführen. Man einigte sich auf das Zeichen Flag und sorgte per Hardware dafür, daß auf der Übertragungsleitung keine Bitfolge mit mehr als fünf Bit außer dem Flag auftritt.

Das Flag wird von der Hardware am Anfang und am Ende eines Übertragungsblocks erzeugt. Der Empfänger erkennt, an dem ersten Flag den Start und , wird nach fünf aufeinanderfolgenden Informationen mit der Wertigkeit 1 bis 0 aussteuern oder das Ende durch das zuletzt ausgesandte Flag erkennen. Durch dieses Verfahren wird volle Code-Transparenz erreicht.