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10.09.1976 - 

MDT-Netz der Deutschen Verkehrs-Kredit-Bank (DVKB), Frankfurt

DFÜ zu "Batch-Preisen"

"Wir wollten Datenfernübertragung als Ersatz für die dezentrale Buchführung zu fast gleichem Preis", erklärt Odo Maresch, Leiter der Revisions- und Organisationsabteilung der Deutschen Verkehrs-Kredit-Bank (DVKB), Frankfurt. Das Ergebnis: Datenfernübertragung mit dem MDT-System A 5 von Olivetti.

FRANKFURT - Die DVKB ist seit 1923 die Bank der Deutschen Bundesbahn. Der weitaus größte Arbeitsanfall und die meisten Einzeldaten ergeben sich aus dem Kundenservice der Frachtstundung. Die übliche sofortige Barzahlung mit entsprechenden Bearbeitungs- und Wartezeiten an den Güterkassen wird durch dreimalige Sammelabrechnungen pro Monat ersetzt. Heute werden über 90 Prozent des gesamten Frachtaufkommens der Deutschen Bundesbahn mit diesem Verfahren über die DVKB abgewickelt.

TP zu kostspielig

Die DVKB unterhält 14 Zweigniederlassungen und eine Zweigstelle, vorwiegend am Sitz einer Bundesbahndirektion. Dazugibt es noch 55 Wechselstuben und 20 -agenturen. Die 15 Außenstellen buchten bisher bis auf die Frachtstundungskonten - autonom mit konventionellen Buchungsmaschinen. Die neue EDV-Konzeption sah eine Zentralisierung der gesamten Buchführungsarbeiten im Frankfurter Rechenzentrum vor, das mit einer Honeywell Bull G 130 (32 KB) ausgestattet ist. Kostspielige Lösungen für DFÜ-Teleprocessing-Betrieb waren von vornherein nicht geplant. Odo Maresch: "Bei uns handelt es sich nicht um ein typisches Mengengeschäft, das aufwendige DFÜ-Installationen gerechtfertigt hätte. Trotzdem wollen wir nicht auf dezentrale Erfassung und zentrale Verarbeitung der Informationen verzichten."

15mal A 5

Jetzt werden die bisher dezentralen Buchführungen zusammengefaßt, so daß mehr Informationen rascher zur Verfügung stehen und manuelle Kontrollen durch sichere maschinelle ersetzt werden können. Darüber hinaus ergibt sich - so Maresch - für das Personal eine spürbare Arbeitsentlastung und längerfristig damit für die Bank auch nicht die Notwendigkeit von Neueinstellungen.

Jede der 15 Außenstellen arbeitet seit etwa einem Jahr mit dem Olivetti-System A 5 (8 K ROM- und 2 K RAM-Speicher, alphanumerische und Zehnertastatur, Magnetbandkassetten-Laufwerk). Es wurde nach einer sehr gründlichen Markt-Analyse aus dem Angebot von 17 Herstellern ausgewählt. Wichtig war besonders, daß die A 5 alle geforderten Kriterien erfüllte.

Die Terminals sind über normale Telefonleitungen an die Frankfurter Zentrale angeschlossen. Jeden Tag gegen 13 Uhr wird\von Frankfurt aus jede Außenstelle angewählt. Zu dieser Zeit sind schon alle A-5-Terminals abrufbereit. Als Konzentrator dient in Frankfurt ein Datensammelsystem DE 523 mit Magnetband- und -kassettenstation. Sofort nach dem Anwählen der Außenstelle beginnt die Datenfernübertragung. Das Modulieren und Demodulieren erfolgt über Postmodems mit 1200 Bit/Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit. Gerade hier hat man Kosten sparen können. Johann Mügge, Leiter der EDV-Abteilung: "Wir hätten bei festgemieteten Standleitungen enorm hohe Kosten gehabt. Deshalb entschieden wir uns für Wählleitungen, für die wir bisher im Jahr nicht mehr als 10 000 Mark ausgeben." Dazu kämen dann noch die Kosten für Modem-Miete.

Die zum Konzentrator übertragenen Informationen werden sofort vom zentralen Rechner verarbeitet. Zwischenträger ist das vom Erfassungssystem kommende Magnetband. Auf der zentralen Anlage werden noch am selben Tag die Dispositionslisten mit dem neuen Kontostand erstellt. Die Auszüge werden jetzt zwar noch per Post an die Filialen verschickt, geplant ist jedoch die Rückübertragung dieser Daten, wodurch wieder ein ganzer Tag gewonnen wird. Die Außenstellen verfügen dann über aktuelle Daten. Die bei der Erfassung ausgedruckten Daten können für eine sichere Fehlersuche benutzt werden. Datenerfassung und Fehlersuche werden auf zwei Mitarbeiter verteilt. "Denn", so Mügge, "wir wollen möglichst kontrollierte Daten ins Rechenzentrum übertragen bekommen." Einen weiteren Komfort sieht man in der Möglichkeit der einfach einzubringenden Stornos. Diese sind realisierbar mit einer Umsatznummer, welche die Maschine selbst ausrechnet.

Fünffache Sicherheit

Auch mit der Sicherheit der Datenfernübertragung ist man in Frankfurt vollauf zufrieden. Dazu Mügge: "Bei Übertragungsstörungen werden software-seitig bis zu fünf Blockwiederholungen vom System gefahren und entsprechend protokolliert. Sollte selbst diese fünffache Sicherung nicht ausreichen, kann über einen Wiederanlauf an der abgebrochenen Stelle fortgefahren werden. Damit haben wir die Gewißheit, daß in den Rechner nur gültige Sätze hineinkommen."

Sicherheit und Schnelligkeit bei der Erfassung und Verarbeitung, kombiniert mit vertretbaren Kosten für Hardware und DFÜ verteilen die Arbeit der DVKB sinnvoll auf die zwei Bereiche Datenerfassung und Datenverarbeitung: In den Zweigstellen erfolgt bei schnellerer Erfassung eine Entlastung. In der Zentrale werden vorgeprüfte Bewegungsdaten verarbeitet, fortgeschrieben, aktualisiert und dann wieder zurückgemeldet.