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22.05.1981

Diagnostische Untersuchungen fressen zuviel Zeit Klinik-DV verkürzt Patientenaufenthalt

SALZBURG (pi) - Was Finanzminister Dr. Herbert Salcher als eines jener Gebiete bezeichnete, wo Einsparungen im Budgethaushalt wünschenswert wären, nämlich in der Verkürzung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von Patienten im Krankenhaus, das ist, nach Meinung von Fachleuten für Datenverarbeitung, durch verbesserten Einsatz von Computern in den Krankenhäusern möglich.

In einer Podiumsdiskussion anläßlich der 2. Internationalen Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung Anfang Mai in Salzburg stellte Dr. Rudolf Hildebrand von der Freien Universität Berlin diese Behauptung auf und führte an, in den USA, wo die elektronische Datenverarbeitung im Bereich der Patientenversorgung bereits weiter entwickelt sei, betrage die Aufenthaltsdauer für akute Fälle im Durchschnitt sieben Tage, in der Bundesrepublik Deutschland jedoch noch 15 Tage. In Österreich liegt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei zwölf Tagen.

Durch den Einsatz von Computern ist es jedoch bereits jetzt möglich, Labordaten bei Untersuchungen binnen zweier Stunden zu erhalten. Durch ,AEDV sei eine bessere Kommunikation und Koordination zwischen den einzelnen Abteilungen möglich, und es könnte der Zeitraum für die diagnostische Untersuchung um einige Tage verkürzt werden.

Primarius Univ.-Prof. Hofrat Dr. Volkmar Feurstein, der medizinische Leiter der Landeskrankenanstalten in Salzburg, sieht zur Zeit den Einsatz von EDV im Krankenhaus in erster Linie in der Rationalisierung im Verwaltungsbereich. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung in Salzburg Dr. Harald Wiesner meinte, der Computer im Krankenhaus könnte noch besser genützt werden, wenn das Personal besser geschult würde. Eine verbesserte Ausbildung hält Dr. Wiesner für jedes im Krankenhaus tätige Personal, was die Grundlagen der Organisation betrifft, für notwendig. Ein größerer Nutzen aus den bestehenden EDV-Einrichtungen im Krankenhaus könnte auch dann gezogen werden, wenn vom Computer-Hersteller Methoden zur besseren Analyse von Daten zur Verfügung gestellt würden. Einen großen Vorteil brächte es auch, wenn die Koordination zwischen den Krankenhäusern durch den Austausch verschiedener Basisinformationen verbessert würde.

Horst Bittner, als Diplom-Kaufmann in der Verwaltung der Landeskrankenanstalten in Salzburg tätig, beschäftigte sich in erster Linie mit der Kostenrechnung in den Spitälern. Er meinte, sie hätte viele Informationen gebracht, die sich jedoch so lange nicht auswerten ließen, als sie nicht durch eine Leistungsrechnung ergänzt würde. Ein Punkt dabei, betonte der Leiter der Podiumsdiskussion Obersenatsrat Lucian Koloseus, Leiter der Datenverarbeitung in Wien, sei die Umstellung der Finanzierung der Krankenhäuser. Man müsse weg vom "Subventionskrankenhaus", dem die Abgänge gedeckt werden und hin zur

leistungsgerechten Bezahlung der Kosten.

Bittner ergänzte, es sei wichtig, Leistungsanreize für die Verwaltung zu schaffen, die Defizite in den Krankenhäusern niedrig zu halten. Dieser Meinung schloß sich auch der Salzburger Landesrat Sepp Oberkirchner an und meinte, eine Organisationsänderung in den Krankenhäusern sei nur auf einer neuen gesetzlichen Grundlage zu erreichen. Er könne dem Appell an den Gesetzgeber, die Verwaltung der Krankenhäuser zu rationalisieren, zustimmen. Es müsse eine neue Form der Rechtsträgerschaft gefunden werden. Politiker des Landes und der Gemeinden als Träger der Krankenhäuser sind überfordert, Entscheidungen zur Rationalisierung zu treffen. Dies müsse vom Krankenhaus-Management getroffen und verantwortet werden. Politiker könnten nur die Weichen stellen.