Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Damit die Geldfalle nicht zuschnappt

Dialer: Noch keine Entwarnung

22.08.2003
MÜNCHEN (ave) - Dialer sind lästig wie Spam-Mails, aber weitaus gefährlicher. Wer ein solches Internet-Einwählprogramm untergejubelt bekommt, muss schnell horrende Summen zahlen. Zwar hat die Bundesregierung die Gesetze zur Bekämpfung der Abzocker verschärft. Entwarnung gibt es aber noch nicht.

Dialer sind heimtückisch. Sie tarnen sich als "spezielle Bildbetrachtungssoftware" oder als harmloses Programm, das den Zugang zu speziellen Inhalten (oft erotischer Natur) ermöglicht. Neben seriösen Anbietern versuchen allerhand schwarze Schafe, mit derlei Tricks die schnelle Mark zu machen. Wie groß das Problem ist, belegt eine Umfrage der COMPUTERWOCHE: Rund ein Drittel aller Antwortenden gab dabei an, sich schon einmal einen Dialer eingefangen zu haben.

Um dem Missbrauch einen Riegel vorzuschieben, hat die Bundesregierung inzwischen die Gesetze verschärft. Demnach dürfen Dialer-Verbindungen künftig höchstens zwei Euro pro Minute kosten, wobei die Abrechnung höchstens im 60-Sekunden-Takt erfolgen darf. Die Telekommunikationsanbieter müssen die entsprechenden Verbindungen zudem nach spätestens einer Stunde automatisch trennen. Zeitunabhängige Dienste sind auf 30 Euro pro Verbindung begrenzt. Die Diensteanbieter sind generell gehalten, die Kosten vor dem Aufbau der Verbindung anzugeben. Schwarzen Schafen drohen Strafen von bis zu 100 000 Euro.

Gesetzgeber verbessert Schutz

Außerdem sollen künftig nur noch Dialer verwendet werden, die bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) registriert sind. Die Einwahl soll auf 0900-Nummern beschränkt werden. Bisherige 0190-Angebote müssen bis spätestens 2005 umgestellt werden.

Leider ist der Missbrauch so nicht komplett ausgeschlossen. Damit mit der nächsten Telefonrechnung nicht das böse Erwachen kommt, sollte jeder Surfer Vorsichtsmaßnahmen treffen. Besitzer eines ISDN-Anschlusses können über die Konfiguration der TK-Anlagensteuerung das Anwählen von 0190- oder 0900-Nummern sperren. Für Analoganschlüsse bietet die Telekom dies als Service an, für den sie ihre Kunden allerdings zur Kasse bittet: Der rosa Riese will eine einmalige Gebühr von 7,60 Euro sehen. DSL-Nutzer haben?s gut, ihnen können Dialer nichts anhaben.

Hilfreich sind zudem Anti-Dialer-Tools wie zum Beispiel der "0190-Warner", "Yaw" oder "Ants", die man sich auf dem PC installieren kann. Yaw etwa warnt nicht nur vor jedem unerlaubten Verbindungsaufbau, sondern durchsucht auch den Rechner nach Dialer-Programmen und entfernt sie. Die Betreiber der Site www.dialerschutz.de empfehlen alternativ dazu das Zusatzgerät "Dialer Blocker" von Conrad Electronic. Es wird einfach zwischen den Computer und den Telefonanschluss geschaltet.

Wer sich dennoch einen Dialer eingefangen hat, sollte als Erstes die Einzugsermächtigung für seine Telefonrechnung schriftlich widerrufen. Außerdem gilt es, möglichst viele Beweise zu sichern. Dazu gehören Sicherheitskopien der Dialer-Programme sowie Screenshots der Einwahlfenster und des Fensters mit den DFÜ-Verbindungen. Außerdem sollte festgehalten werden, über welche URL der Dialer auf den PC gelangte. Mit Hilfe einer speziellen Suchmaschine der Reg TP können Anwender herausfinden, wer hinter der 0190- oder 0900-Abzocke steckt. Gegebenenfalls ist Strafanzeige zu stellen. Ausführliche Verhaltenstipps bietet das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (Pro PK) im Internet unter www.polizei.propk.de/service/sicher/dialer_4.xhtml.