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19.05.1978

Dialog-Aboverwaltung bei der Süddeutschen:400 000 Zeitungsleser im Direktzugriff

MÜNCHEN (uk) - 400 000 Abonnenten der Süddeutschen Zeitung und der Abendzeitung werden seit Mitte vergangenen Jahres in dem System "Abodia" des Süddeutschen Verlages verwaltet. Da mit dem vorherigen konventionellen Abo-System "keine aktuellen und umfassenden Informationen über den Abonnentenbestand und keine optimale Abwicklung der Abonnentenverwaltung möglich waren", so "Abodia"-EDV-Projektleiterin Helga Göppel, wurde in 3,5 Jahren mit insgesamt 28 Mannjahren Aufwand ein komplexes Realzeitsystem geschaffen, "mit dem der Sachbearbeiter am Bildschirm stets den aktuellsten Stand der Abo-Verwaltung zur Verfügung hat".

Das "Abodia"-System läuft auf der verlagseigenen IBM /370-148 mit 2048 K Hauptspeicher, vier Plattenlaufwerken 3340 mit je 70 Millionen Speicherstellen, 20 Bildschirmen IBM 3270 sowie zwei Online-Druckern IBM 3286. Als Datenbanksystem wird "Adabas" von der Software AG und als TP-Monitor CICS von IBM eingesetzt. Für Teleprocessing, Bildmasken, Tabellen sowie Batch-Verarbeitungen mußten insgesamt 226 Assembler und PL /I-Programme geschrieben werden.

Der Sachbearbeiter in der Fachabteilung bekommt an seinem Bildschirm alle nötigen Informationen wie Stamm-, Änderungs- sowie Buchhaltungs-Abodaten gleich in einem sachgerechten Zusammenhang. So sind beispielsweise neben den Stammdaten eines Abonnenten alle auf Termin stehenden Änderungen ersichtlich. "Jeder Vorgang wird mit all seinen Auswirkungen vom Abonnentenauftrag bis zum Versand, von der Abo-Debitorenbuchhaltung bis zur Finanzbuchhaltung abgewickelt", erläutert Diplom-Kfm. Helga - Göppel. Dabei wird jede Änderung direkt auf die Bildmaske mit den angezeigten Stamm-, Änderungs- und Buchungsdaten eingegeben. "Zuordnungsfehler und Doppelbuchungen sind hierdurch praktisch ausgeschlossen", bekräftigt Frau Göppel. Besondere Funktionen wie Plausibilitätsprüfungen, Listentexte, Sammlung von statistischen Zahlen, Steuerung der Zugriffsberechtigung und bestimmter Programmabläufe, Verlagsspezifikationen soweit Integration von Abo-Debitoren und Finanzbuchhaltung werden außerdem mitprogrammexternen Tabellen abgewickelt, die in einer gesonderten Datei stehen und von der Fachabteilung gepflegt werden. Eine Besonderheit des Projekts: Die Fachabteilung Abo-Verwaltung wurde voll in die Verantwortung miteinbezogen. "Abodia" läßt die Verarbeitung mehrerer Verlage mit mehreren Objekten unterschiedlicher Erscheinungsweise zu. Dabei ist gewährleistet, daß kein an "Abodia" teilnehmender Verlag Zugriff zu den Daten eines anderen Verlages hat.

Bei Systemabsturz ist das System nach maximal fünf Minuten wieder voll verfügbar, wobei alle eingegebenen Daten erhalten bleiben. "Durch den besonderen Einsatz des Abodia-Teams wurden die bei einer Umstellung dieser Größenordnung üblichen Anfangsschwierigkeiten schnell überwunden. Heute läuft das System für die Verwaltung von nahezu 400 000 Abonnenten zur Zufriedenheit aller Beteiligten bereits für zwei Verlage, den Süddeutschen Verlag Die Abendzeitung", resumiert Helga Göppel. Darüber hinaus laufen bereits Verhandlungen mit außerbayrischen Verlagen, die "Abodia" ebenfalls einsetzen wollen.