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03.04.1978 - 

Anwenderbericht Hamburger Datenverarbeitungs GmbH:

Dialogführung verkürzt Codierarbeit

HAMBURG - Als Tochterunternehmen einer Großbank rechnet die Hamburger Datenverarbeitungs GmbH (HDV) für alle Geschäftssparten der Muttergesellschaft sowie für etwa 50 weitere Kunden. Dieses breite Anwendungsspektrum mit besonderen Anforderungen an die Qualität der Serviceleistung zwang die Hamburger relativ früh, über wirkungsvolle Methoden zur Unterstützung ihrer rund 80 Mitarbeiter in der Software-Entwicklung und im Rechenzentrum nachzudenken.

Seit, 1971 werden die Programme auf Magnetplatten verwaltet, seit 1972/73 sind Remote-Batch-Terminals installiert, seit Jahren gibt es Standards für die Programmierung. Doch damit allein konnte die Produktivität des "Shops" nicht entscheidend verbessert werden. Deshalb entschlossen sich die Hamburger, ihren Mitarbeitern Dialog-Terminals am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Zuvor mußte die Akzeptanz des Bildschirms bei den Programmierern sichergestellt werden. Einfache Bedienung, kurze Antwortzeiten und ständige Verfügbarkeit waren die wichtigsten Forderungen; zudem verlangten die Benutzer die "hundertprozentige Sicherheit" ihrer Datenbestände. Gleichzeitig sollten Software-Entwicklung und -Wartung durch strukturierte Programmierung Bildschirm unterstützt werden.

Als Arbeitsmittel akzeptiert

Berichtet HDV-Geschäftsführer Rolf Natzke: "Eine volle Akzeptanz der Terminals ist nur dann zu erreichen wenn alle wesentlichen Arbeiten in allen Phasen der Programmentwicklung darüber abgewickelt werden können. "

Er entschied sich nach eingehender Marktbeobachtung für das PET/X1150, ein Offline-Dialogprogrammiersystem mit "Hardware-Zutaten" von Philips (DSS X1150) und "Weichteilen" von Softlab, München.

PET kann nach Natzke-Angaben in allen Phasen der Software-Entwicklung eingesetzt werden: "Die Steigerung der Produktivität wird wohl am eisten dadurch verdeutlicht, daß wir in 7600 getesteten Programmen im März 1976 auf 12 000 im November 1977 geklettert sind - bei gleichbleibender Mitarbeiterzahl." Lobt Natzke: "Die Bildschirme wurden als Arbeitsmittel von den Mitarbeitern praktisch vom ersten Tag an voll akzeptiert." Die zunächst befürchteten Bildschirm-Bedienungsprobleme seien in keiner Einführungsphase aufgetreten.

Nahtloser Übergang

Heute unterstützen zwei PET-Systeme mit je 10 Bildschirmterminals fast alle anfallenden Programmierarbeiten. Die Arbeitsabläufe zwischen Aufgabenstellung und Programmübergabe an den Benutzer sind genau geregelt und greifen nahtlos ineinander: Begonnen wird mit der Aufgabenstellung und Spezifikation, es folgen Grob- und Feinplanung, Codierung, Programmtest und Übergabe. In all diesen Schritten werden nicht nur die jeweiligen Dokumente und Programme interaktiv erstellt und editiert, auch die projektbezogenen Daten wie etwa Aufgabenstellung oder Einsatz-, Schulungs- und Urlaubspläne der Mitarbeiter werden gespeichert und laufend aktualisiert.

Als besonders wertvoll sieht Natzke die Dialogunterstützung in der Vorbereitungsphase eines Entwicklungsprojektes: Die Ergebnisse der Ist-Aufnahme und der Ist-Kritik werden zusammen mit den Soll-Vorschlägen und den zukünftigen Listenbildern über

das Dialog-Terminal eingegeben und verbessert, bis sie dem Kunden - zumeist dem EDV-Gremium einer Bank - als vollständige und übersichtliche Unterlagen zum Entscheid über den Auftrag vorgelegt werden.

Für Grob- und Feinplanung werden neben den allgemeinen Testbearbeitungsfunktionen Entscheidungstabellen, Pseudocodes und Struktogramme interaktiv eingesetzt, bis schließlich das neue Produkt in Cobol codiert wird. Hierbei wird durch eine syntax-orientierte Dialogführung am Bildschirm Schreibarbeit gespart. Tests und Programmkorrekturen erfolgen im RJE-Betrieb, wobei Pet über spezielle Prozeduren mit der Quellenbibliotheks-Verwaltung der IBM 370/158 zusammenarbeitet.

Der Wartungs- und Programm-Änderungsdienst wird ähnlich abgewickelt. Die bei manueller Bearbeitung fast unvermeidlichen Fehler durch Übersehen zu ändernder Stellen und Verschreiben oder Verlochen werden durch die automatische Such-Ersetzungs- und Kopierfunktionen vermieden.

Als "Segen" erwies sich auch die Entlastung des Druckers im Rechenzentrum. Kommentiert Natzke: "Früher mußten die Mitarbeiter auf Druckausgaben ihrer Testläufe oft bis zu vier Stunden warten. Heute stehen sie ihnen sofort nach dem Lauf des Programms auf dem Bildschirm zur Verfügung."