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14.11.1980 - 

Jedermann-Terminal für die Kommunikation mit Europas-Datenbanken:

Diane auf Kundenjagd mit Euronet

MEERBUSCH/DÜSSELDORF (bi) - Einen Anschluß an Euronet Diane, den sollte sich das Unternehmen oder die Institution "Jedermann" ohne weiteres leisten können; das war jedenfalls der Wunsch und Wille der gesamteuropäischen Väter des Euronet. Jeder Europäer sollte auf möglichst viele in der Gemeinschaft angesammelte Datenbanken zurückgreifen können, ohne sich gleich einen Hardware-Schloßpark und eine Software-Cuisine zulegen zu müssen. Das Unterfangen kann, nachdem Euronet jetzt "marschiert", als gelungen bezeichnet werden. Und die Kasse stimmt auch, jedenfalls was die Anwenderseite anbelangt.

Zum Preis eines First-class-Farbfernsehgerätes, also zwischen 2500 und 3500 Mark, und für Anschlußgebühren von 80 Mark und von monatlichen Gebühren von ebenfalls 80 Mark kann man dabeisein, bei den Nutzern von Euronet; das zugehörige Datensichtgerät bietet unter anderen die Deutsche Eurotech GmbH an, ansässig in Meerbusch bei Düsseldorf. Die eigentlichen Benutzungsgebühren verhalten sich ähnlich wie beim Telefon und werden auch auf Zeitbasis berechnet.

Inzwischen ist Euronet von den Fernmeldeverwaltungen aller neun EG-Staaten für die Benutzung freigegeben. Außer diesen EG-Staaten wollen sich in diesem Jahr noch die Schweiz, Österreich, Spanien und Schweden anschließen. Damit steht den Benutzern heute das vor neun Jahren von der Europäischen Gemeinschaft gestartete Projekt zur Verfügung.

Ein europäischer Informationspool

Außer der technischen Leistung der neun Fernmeldeverwaltungen ist der unter dem Begriff Diane zusammengefaßte Dienstleistungsverbund zu sehen. Diane steht für "Direct Information Access Network for Europe" und stellt einen Informationspool dar, der parallel zum Datennetz von den europäischen Staaten aufgebaut wurde und der auch in Zukunft weiterer kontinuierlicher Ergänzungen bedarf.

Auch vier deutsche Informationsanbieter speichern zur Zeit ihre Daten ein. Es handelt sich dabei um:

þDas deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI in Köln) mit derzeit zehn verfügbaren und 15 in Vorbereitung befindlichen Datenbasen aus dem Bereich Biowissenschaften.

þDas Fachinformationszentrum Energie/Physik/Mathematik in Leopoldshafen mit 14 verfügbaren und zehn geplanten Datenbasen aus den Bereichen Kernforschung und Kerntechnik, Mathematik und Informatik, Physik, Energie, Elektrotechnik, Elektronik, Computer- und Regelungstechnik, Ingenieurwissenschaft etc.

þDas Fachinformationszentrum Technik in Frankfurt mit sechs verfügbaren und drei geplanten Datenbasen aus den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik, Datenverarbeitung, Meß-, Steuer- und Regelungstechnik, Nachrichtentechnik, Maschinenbau und Fertigungsverfahren.

þDie Gesellschaft für Information und Dokumentation in Frankfurt mit einer verfügbaren (und vier geplanten) Datenbasen aus den Bereichen Informationswissenschaft, Ernährungswissenschaft, Linguistik.

Das deutsche Informationsangebot macht bei derzeit etwa 25 Informationsanbietern und hundert Datenbasen mehr als 25 Prozent des Gesamtangebotes aus.

Jeder Teilnehmer des Euronet erhält eine individuelle Rechnungsnummer, die als NUA (Network User Address) bezeichnet wird. Festangeschlossene Teilnehmer benötigen darüber hinaus keine Identifizierungszeichen, da sie über ihren Anschlußpunkt eindeutig gekennzeichnet sind. Alle Endeinrichtungen mit Zugang über das oder die öffentlichen Netze müssen jedoch zur Zuordnung der Gebühren identifiziert werden. Den Teilnehmern mit solchen Endgeräten werden deshalb eine oder mehrere Identifizierungsnummern (NUI, Network User Identifier) zugeteilt.

Die Anwortzeit des Netzes, das heißt, die Zeit zwischen der Absendung des letzten Zeichens einer Anfrage und dem Empfang des ersten Zeichens der Antwort soll ohne Einrechnung der Verarbeitungszeit in der Endeinrichtung im Mittel ein bis zwei Sekunden betragen.

Die Quote der nicht korrigierten Fehler wurde auf höchstens einen Fehler in zehn Dialogvorgängen, also einen Fehler in etwa 100 000 Zeichen als Minimalforderung festgelegt.

Wenn man die Fülle von rechtlichen, verwaltungsmäßigen, finanziellen und technischen Problemen und Schwierigkeiten betrachtet, die in den vergangenen neun Jahren zwischen den neun EG-Staaten immer wieder entstanden und immer wieder gelöst

wurden, kann man nur hoffen, daß nun die entscheidende Hürde, nämlich das Interesse der potentiellen Benutzer, auch noch gemeistert wird.

Das regional zuständige Fernmeldeamt gibt Auskunft über die Benutzer-Bedingungen. Das Bundes-Ministerium für Forschung und Technologie ist zuständig für die Auskunft von Einzelheiten über den Informationspool, und die Deutsche Eurotech GmbH berät im Hinblick auf das Datensichtgerät.

Es bleibt zu hoffen, daß der große Kreis der angesprochenen potentiellen Benutzer - von der Arztpraxis bis zum Forschungsteam der Pharmazieunternehmen, vom Rechtsanwaltsbüro bis zur Vorstandsetage von Großunternehmen, vom Ingenieurbüro bis zu den Entwicklungsteams in der Computerindustrie - diese neuen Möglichkeiten erkennt und nutzt.

Informationen: Karl-Heinz Sult, Vertriebsleiter, Deutsche Eurotech GmbH, Grünstraße 32 4005 Meerbusch 1, Telefon 0 2105/7 30 73.