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04.07.1980 - 

Entwicklungstendenzen bei magnetischen Datenträgern:

Dichtere Spuren auf kleineren Kreisen

NEUSS/MÜNCHEN - Der DV-Anwender steht heute mehr denn je vor dem Problem eines jährlich steigenden Datenanfalls und eines daraus resultierenden Mehrbedarfs an Speicherkapazität. Den Schätzungen der Marktforscher zufolge, wächst das zu verarbeitende Datenvolumen jährlich um etwa 30 Prozent. Das bedeutet: Der Bedarf an Speicherkapazität verdoppelt sich alle drei Jahre.

Die Tendenz auf dem Speichermarkt läßt sich am Beispiel der Drive- und Magnetplattentechnologie verdeutlichen. Aus der nachfolgenden Tabelle ist zu entnehmen, wie schnell die Entwicklung in den vergangenen Jahren vorangegangen ist.

Um die derzeitige Informationsflut organisatorisch und wirtschaftlich bewältigen zu können, sollten an die uns zur Verfügung stehende Technik drei Grundforderungen gerichtet werden:

þMiniaturisierung der Hardware, um den Platzbedarf begrenzt zu halten,

þMinimierung der Kosten pro Megabyte, um das wachsende Informationsvolumen wirtschaftlich zu bewältigen,

þVerkürzung der Zugriffszeit, um das wachsende Informationsvolumen mit akzeptablem Zeiteinsatz zu bearbeiten.

Im folgenden möchte ich - ausgehend vom, derzeitigen Entwicklungsstand - aufzeigen, welche Perspektiven im Markt für magnetische Datenträger momentan erkennbar sind. Dabei muß geprüft werden, in welchem Maße den obigen Grundforderungen

Rechnung getragen werden kann.

Computerband

Das Computerband ist das Medium mit den geringsten Kosten pro Bit. Üblich sind heute Halbzollbänder auf 10,5-Zoll-Spulen. Die Bandlängen reichen bis zu 3200 Grad (975 Meter) vereinzelt auch darüber. Die Kapazität eines solchen Bandes beträgt bei 6250 bpi unformatiert 240 Megabyte.

Durch veränderte Technologien sind noch weit höhere Kapazitäten realisierbar. So gibt es bereits heute im Bereich der digitalen Meßwertaufzeichnung Instrumentations-Bänder, welche bei 33 330 Bit/inch und 42 tpi auf einem 1-Zoll-Band mit 9200 Grad Länge eine Speicherkapazität von 19 Gigabyte erreichen.

Das Computerband wird wegen des unübertroffenen Preis-/Leistungsverhältnisses auch in Zukunft für bestimmte Bereiche, wie Back-up oder Archivierung, in der Groß-EDV seinen festen Platz haben.

Im Zuge der Tendenz zu mehr Datensicherheit werden gerade für diese Anwendungen verstärkt rückseitenbeschichtete Bänder eingesetzt, weil dadurch die Probleme der Computerbänder, wie statische Aufladung, Bandabrieb und Bandkantenbeschädigungen, vermieden werden.

Magnetplatten

Gebräuchlich sind heute 14-Zoll-Magnetplatten auf denen 40 bis 50 Megabyte pro Einzelplatte speicherbar sind. Während zur Zeit 300 bis 500 tpi und 6000 bis 9000 bpi üblich sind, können bereits Magnetplatten mit 1000 tpi und 10 000 bpi geliefert werden Technologisch möglich sind 1000 tpi 1md 20 000 bpi oder mehr.

Dies zeigt, daß die Magnetplatte in Zukunft ihre Position als bedeutendster Datenträger behalten wird. Sie hat das Potential auch mit dem wachsenden Datenvolumen der Anwender kapazitätsmäßig Schritt zu halten.

Der Tendenz zur Miniaturisierung kann durch Verkleinerung des Plattendurchmessers Rechnung getragen werden. Dabei ist es durchaus denkbar, daß neben der 8-Zoll-Platte auch andere Größen realisiert werden.

Während die heutige Kapazität einer 8-Zoll-Platte je nach Spuranzahl und Bit-Dichte zwischen 5 und 12 MB pro Platte liegt, sind durch die neuen Technologien etwa 50 MB realisierbar. Dadurch ist diese Technik geradezu prädestiniert für den Einsatz im Bürocomputerbereich.

Diskette

Die heutige 8-Zoll-Diskette erreicht bei 48 tpi und 6500 bpi sowie doppelseitiger Beschreibung rund 1,6 MB unformattierte Kapazität. Da Polyester, das Basismaterial der Diskette, aufgrund seines vergleichsweise hohen Ausdehnungskoeffizienten relativ stark auf sich verändernde Umweltbedingungen reagiert, ist die Spurenanzahl einer Diskette nicht wie bei festen Magnetplatten steigerbar. Eine Erhöhung der Spurenzahl auf etwa 100 oder mehr tpi ist jedoch durch Einsatz von Spursteuerungssystemen (zum Beispiel Servo-Technik) möglich.

Bei Verwendung anderer Oxyde lassen sich 10 000 und mehr bpi realisieren, was bei 8-Zoll-Disketten Kapazitäten von 5 bis 10 MB ermöglicht.

Der Notwendigkeit der Miniaturisierung entspricht die 5 1/4 Zoll Mini-Diskette mit 0,4 MB Kapazität. Auch hier sind die gleichen Entwicklungsschritte möglich, andere Diskettengrößen durchaus denkbar. Aufgrund der Preiswürdigkeit wird dieses Medium auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Obwohl die Diskette noch ein erhebliches technisches Potential aufweist, werden ihre Grenzen durch Probleme im Handling-Bereich und ungünstige Umweltbedingungen bereits vorher erreicht.

Magnetbandkassetten und Data Cartridges

Während die ursprünglich als Miniversion des Computerbandes konzipierte ECMA 34 Kassette rückläufig ist, kommt der ECMA 46 Data Cartridge neue Bedeutung zu. Diese Technik ermöglicht heute bei Verwendung eines 600-Grad-Bandes und einer für Magnetbänder völlig neuartigen Aufzeichnungsmethode eine Kapazität von 144 MB unformattiert.

In Verbindung mit einem kompakten Laufwerk, macht diese Data Cartridge bei

8-Zoll-Festplatten erstmals ein wirtschaftliches und organisatorisch sinnvolles Back-up möglich Parallel dem Trend zur 8-Zoll-Platte wird deshalb die Data Cartridge an Bedeutung gewinnen. Die Diskette stößt hier im Bereich Back-up und Archivierung aufgrund der limitierten Kapazität auf ihre Grenzen.

*Wilfried Lutz ist Marketing-Manager "Data Recording Products" bei der 3M GmbH in Neuss.