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29.04.1977

Die 34 ist hervorragend - wenn man sie mit der 32 vergleicht

Multi-Media-Show auf dem IBM-Stand: Eine attraktive junge Dame stellt charmant "naive" Fragen zum neuen System /34 - andächtig lauschende "Tragetaschen-CeBIT-Gänger" überkommt ein warmes Gefühl der Identifikation mit der ach so Unwissenden. Wird der IBM-Spezialist die richtige Antwort parat haben, vor allem auch die richtigen Worte finden? Was dann kommt, ist purer Charles-Wilp-Abklatsch: Vor einem wunderschön farbnuancierten Bildschirm, auf dem einzelne Programmsequenzen ablaufen, demonstriert ein "Dunkelblauer", wie unvorstellbar es doch eigentlich ist, daß kleine und mittlere Unternehmen bisher gut wirtschaften konnten, obwohl es doch das System /34 noch gar nicht gab. Wir fingen die unmittelbaren Reaktionen von drei Standbesuchern auf und baten auch einen IBM-Mitbewerber um seine Stellungnahme. hö

Jürgen Olschewski, Nixdorf-Verkaufsleiter Magnetplattensysteme

Das neue IBM-System ist eine echte Konkurrenz zu unserer Serie 88. Die Unterschiede liegen weniger in der Hardware oder im Betriebssystem als vielmehr in den DV-Möglichkeiten, die kleineren und mittleren Betrieben mit dem System eröffnet werden. Zur Hardware nur eine Bemerkung: Das System /34 ist mit einer Festplatte ausgerüstet, so daß der Anwender die gesamte Datensicherung über Floppy Disk betreiben muß. Bei der kompletten Sicherung einer Platte müssen etwa 30 bis 40 Floppies gehandelt" werden. Beim System /34 können Programme nur in einem IBM-Rechenzentrum auf einer 158 generiert werden. Und jeder Generierungslauf der im IBM-Rechenzentrum durchgeführt wird, um die MAS-Programme zu erstellen, kostet extra. Beispiel: Wenn der Anwender drei Programmpakete braucht, sind zusätzlich noch einmal 1340 Mark anzusetzen. Insgesamt umfaßt das IBM-Software-Angebot acht Software-Teile, in einem Generierungslauf kosten sie dann 3000 Mark.

Darüber hinaus muß das Steuerprogramm extra bezahlt werden. Es kostet monatlich 245 Mark, der RPG II-Compiler 72 Mark und die Utilities noch einmal 86 Mark.

Harald Tenzer, Geschäftsführer, Tenzer KG, Esso Braunschweig

Wir sind System /32-Benutzer und waren bisher an einen Bildschirm gebunden. Vor zwei Jahren, als dieser Kleinrechner vorgestellt wurde, haben wir bereits den Wunsch nach weiteren Bildschirmen geäußert, damals war das nicht möglich. Da die Preis-Differenz zwischen den Systemen /32 und /34 unwesentlich ist, werde ich mich wahrscheinlich für diesen neuen Computer entscheiden. Die /32 war - und das wurde damals von IBM auch zugegeben - mehr oder weniger ein "Übungsgerät", um in den Markt der Kleinrechner einzusteigen. Wir selbst waren EDV-Newcomer und von der Hardware her mit dem System /32 zufrieden. Nur die Erweiterungsmöglichkeit hin zur schnelleren Information an mehreren Arbeitsplätzen war nicht gegeben und die Steuerung eines Unternehmens von nur einem Platz aus ist problematisch.

Bisher hatten wir ein kleines MAS-Programm, die Finanzbuchhaltung; alles andere habe ich in eigener Regie geschrieben, vor allem die Auswertungsprogramme speziell für unsere Branche. Obwohl ich zum Zeitpunkt des EDV-Einstiegs nicht mehr kannte als das Wort "EDV", ist es mir gelungen, eine gute DV-Organisation einzuführen. Wie ich eben am IBM-Standerfahren habe, soll der Auftragseingang trotz /34 für die /32 sehr gut sein. Meiner Meinung nach gibt es sicherlich auch weiterhin Unternehmen, die mit der /32 gut arbeiten können. Denn man braucht in vielen Firmen nicht unbedingt an jedem Arbeitsplatz einen Bildschirm bei aller Bildschirm-Euphorie. Das System /32 ist einfach leichter überschaubar: Denn für jeden weiteren Bildschirm braucht man wieder Personal, das entsprechend ausgebildet ist. Das sollte bei der Begeisterung für das System /34 nicht vergessen werden.

Harald Forster, Prokurist, Kunststoffe Arthur Krüger oHG, Basbüttel bei Hamburg

Wir haben in unserem Unternehmen seit etwa einem Jahr ein IBM System /32 installiert. Das neue System /34 interessiert uns vor allem deshalb, weil es wesentlich schneller ist und man mehrere Prozeduren oder Programme nebeneinander fahren kann. Mit unserem jetzt installierten Rechner und dem MAS-Programm sind wir in arge Bedrängnis geraten: Heute ist uns dieses System bereits zu klein; wir fahren derzeit drei Schichten, und auch das reicht fast nicht mehr aus.

Als wir uns für unseren ersten Computer entschieden haben, wurden selbstverständlich auch andere Systemhersteller in das Auswahlverfahren einbezogen. Zu diesem Zeitpunkt war aber IBM der einzige Anbieter, der unseren Vorstellungen von den Anwendungsmöglichkeiten und dem Preis am besten gerecht werden konnte. Mehr als 4000 Mark Monatsmiete wollten und konnten wir nicht ausgeben: Andere Hersteller von Systemen dieser Größenklasse waren wesentlich teurer.

Daß wir schon nach einem Jahr ein größeres System benötigen, hat zwei Gründe: Einmal waren wir als echte EDV-Laien nicht in der Lage, unsere Anforderungen so klar zu definieren, wie wir das heute können. Dann war IBM zu dem Zeitpunkt selbst ein "Neuling" auf dem Gebiet der Kleinsysteme. Die Software war noch nicht so weit - IBM mußte erst einmal Fuß fassen. Zum Beispiel ist die MAS-Software mit so vielen Sicherheiten und Prüfroutinen ausgestattet, daß viel Zeit "verlorengeht". Hier muß einfach etwas getan werden, um die Systemzeiten zu verkürzen. Das hier in Hannover präsentierte System /34 ist meiner Ansicht nach nicht geeignet für EDV-Anfänger, so wie wir das damals waren

John Ellenbogen, Unternehmensberater, Böblingen

Ich berate vor allem Klein- und Mittelbetriebe. Dieser Bereich war in der Vergangenheit vom Computer "ungeküßt" geblieben. In den letzten Jahren hat sich hier ein starker Wandel breit gemacht; die Kunden brauchen ein Instrumentarium, mit dem sie ihr eigenes Geschäft besser überblicken können und mit dem sie den täglichen Geschäftsanfall rationeller abwickeln können. Als Besucher des CeBIT muß man nicht nur das Produkt berücksichtigen, sondern auch den Firmennamen, wenn man sich fragt, warum so viele Menschen auf einen Stand drängen. Die IBM hat es in der Vergangenheit gut verstanden, Menschen zu interessieren. Früher waren es "Unbedarfte", abgesehen von den echten EDV-Fachleuten, heute hat aber auch der durchschnittliche Unternehmer eine Ahnung von der EDV. Er kann zwar noch nicht alles detailliert einordnen, aber EDV ist ihm kein Fremdwort mehr. Wenn sich also viele Leute in einem Stand drängen, so bedeutet das lediglich, daß Interesse geweckt wurde, es sagt über das Produkt nichts aus. Ich glaube, daß das System /34 im Verhältnis zum Vorgänger /32 gesehen werden muß: Dieses war der erste Durchbruch der IBM mit einer "kleinen" Computergeneration. Das System /34 behebt die Schwächen des Systems /32 einigermaßen, wobei immer noch Hardware-Beschränkungen geblieben sind. Vermutlich steckt dahinter das strategische Bemühen der IBM, mit dem Kleincomputer nicht den Markt der größeren Maschinen zu beeinträchtigen. IBM ist - wie alle Unternehmen - auf Wachstum angewiesen. Das Wachstum bei Großsystemen hat eine natürliche Grenze.