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26.07.2016 - 

Von ISDN zu VoIP

Die 5 größten Mythen über den Umstieg auf All-IP

Dr. Thomas Hafen ist freier Journalist in München. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Redakteur in verschiedenen IT-Fachmedien, darunter NetworkWorld Germany und ChannelPartner. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Data Center, Telekommunikation und Cloud Computing.
Bis Ende 2018 will die Deutsche Telekom alle Kunden auf IP-Telefonie umstellen. Viele Unternehmen sehen diese Migration mit Sorge, nicht zuletzt, weil oft falsche Vorstellungen über die Schwierigkeiten beim Umstieg bestehen. Wir stellen die häufigsten Mythen über die All-IP-Migration vor und klären, was es mit ihnen auf sich hat.
Noch ist nicht alles aus für ISDN, doch das Ende ist absehbar.
Noch ist nicht alles aus für ISDN, doch das Ende ist absehbar.
Foto: Vodafone

Die Umstellung von Analog- und ISDN-Anschlüssen auf IP ist bei der Deutschen Telekom in vollem Gange. Nachdem der Konzern zunächst vor allem Privatkunden zum Umstieg auf All-IP bewegt hat, werden nun auch zunehmend Geschäftskunden zur Migration motiviert.

Nicht alle Betroffenen sehen das mit Begeisterung, und diese Skepsis ist zumindest teilweise verständlich. Ausfälle im IP-Netz und Horrorberichte über fehlgeschlagene Umstellungsversuche fördern die Vorbehalte. Einige der Vorstellungen, die Privat- und Unternehmenskunden über die Migration auf All-IP haben, sind jedoch falsch oder zumindest überzogen. Wir nehmen die wichtigsten Mythen unter die Lupe und prüfen sie auf ihren Wahrheitsgehalt.

1. Mit dem Umstieg auf All-IP haben ISDN-Endgeräte und -TK-Anlagen nur noch Schrottwert

Richtig ist: ISDN-Equipment lässt bis auf weiteres über Gateways und Router auch an einem IP-Anschluss betreiben. Dennoch ist dies keine zukunftsfähige Lösung und nur für eine Übergangszeit ratsam, etwa bei lang laufenden Leasingverträgen oder Abschreibungsfristen. Sämtliche ISDN-Geräte sind Auslaufmodelle, eine Weiterentwicklung gibt es nicht.

Auch Ersatzteile werden langsam knapp, so dass bei einem Ausfall der Weiterbetrieb gefährdet ist. Doch nicht nur die Technik verschwindet langsam, auch die Menschen, die sich mit ISDN auskennen, werden immer weniger. Techniker und Ingenieure gehen in Rente, Nachwuchs mit vertieften ISDN-Kenntnissen wird nirgends mehr ausgebildet.

Besteht Ihr Kunde darauf, sein ISDN-Equipment weiter betreiben zu wollen, sollten Sie ihn deshalb auf diese Tatsachen hinweisen, und ihm einen langfristigen Migrationspfad aufzeigen. An vielen aktuellen Routern und Hybrid-TK-Anlagen lassen sich sowohl ISDN- als auch IP-Telefone benutzen. Dies ermöglicht einen sanften Umstieg auf All-IP.

2. Das größte Problem beim Umstieg auf All-IP ist das Fax

Richtig ist: Mit dem Protokoll T.38 bieten die meisten Netzbetreiber eine Fax-Over-IP-Lösung an. Zwar gibt es hier und da Probleme mit Faxgeräten, grundsätzlich funktionieren Faxe der Klasse 3 aber, wenn auch teilweise nur mit reduzierten 9,6 kBaud. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sein herkömmliches Faxgeräte auch mittels Analogadapter an einem IP-Anschluss weiter betreiben. Für Kunden mit wenig Faxaufkommen genügt in der Regel auch ein Webfax-Dienst.

Große Probleme können dagegen andere Geräte wie Alarmanlagen, Notrufe in Aufzügen, Türfreisprecheinrichtungen, Frankiermaschinen oder Kartenterminals machen. Sie verwenden für die Signalisierung zum Teil sogenannte parasitäre Protokolle, die eigentlich gar nicht für die Kommunikation im ISDN-Netz gedacht waren, sondern nur für die Signalisierung. In diesem Fall ist ein Anschluss an ein IP-Netz über einen Adapter praktisch ausgeschlossen. Die komplette Infrastruktur muss dann ersetzt werden.

Vor dem Umstieg sollten Ihre Kunden deshalb genauestens alle Geräte inventarisieren, die - und sei es nur gelegentlich - über das Telefonnetz kommunizieren.