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Preisverfall wie bei den Desktops ist abzusehen


07.08.1992 - 

Die Akzentanz von Notebook-PCs nimmt in den Unternehmen zu

MÜNCHEN (sc) - Mit dem PC-Boom ist es in Europa vorbei, zumindest im Desktop-Bereich. Für die tragbaren Rechner prognostizieren die britischen Marktforscher von Dataquest allerdings beachtliche Wachstumsraten. Immer mehr Unternehmen setzen aus Wettbewerbsgründen Notebooks ein, die schneller, leichter und billiger werden.

Rezessiv präsentiert sich der europäische PC-Markt: 1991 wurden europaweit nur neun Prozent mehr Einheiten ausgeliefert als 1990, berichtet Dataquest. Am Umsatz gemessen, mußten die Anbieter, begründet durch den Preisverfall, sogar einen Rückgang von 13 Prozent hinnehmen. Die geringe Zuwachsrate resultiert in erster Linie aus der sinkenden Nachfrage nach Desktop-PCs. Wie aus, den Angaben hervorgeht, sanken in dieser Kategorie die verkauften Stückzahlen im letzten Jahr gegenüber 1990 um vier Prozent. Wesentlich positiver bewerten die Branchenbeobachter dagegen den Markt für tragbare Rechner, dessen Steigerungsrate 1991 41 Prozent betragen hat: 1,09 Millionen portable Systeme setzten die Hardwaremaker 1991 ab (1990: 771 000 Einheiten). Dataquest-Analyst Charles Smulders stellt fest: "Jeder siebte der bis Ende 1991 in Europa verkauften PCs ist tragbar" - zwei Drittel davon seien Notebooks.

Papierflut soll eingedämmt werden

Die zunehmende Beliebtheit der mobilen Geräte spiegelt augenscheinlich die neuen Aufgaben der Datenverarbeitung wider. Was heute zählt ist, individuelle, geschäftsunterstützende Anwendungen bereitzustellen, die sich von den Applikationen des monolithischen Mainframe-Zeitalters unterscheiden. Immer mehr Unternehmen statten daher zum Beispiel den Außendienst mit tragbaren Rechnern aus. Zum einen soll damit die Papierflut eingedämmt werden, zum anderen erhofft man sich dadurch beispielsweise eine schnellere und effizientere Beratung der Kunden.

Der Einsatz tragbarer Rechner beschränkt sich nicht auf bestimmte Branchen. So nutzten Großunternehmen aus unterschiedlichen Industriezweigen, etwa Henkel, die Drägerwerke, Reemtsma, MAN, die Winterthur-Leben, die Dresdner Bank, Mercedes Benz und BMW diese Geräte als Werkzeug - Karstadt stecke derzeit auch in der Planungsphase, erklärt Jürgen Thomas von der Organisationsabteilung. Während man die Rechner bei den Drägerwerken für den technischen Service angeschafft hat, arbeiten bei Henkel und Reemtsma die Außendienst-Mitarbeiter damit. Ähnlich sieht es auch bei Mercedes Benz und BMW aus. Die beiden Automobilhersteller verwenden die tragbaren PCs ebenfalls zur Verkaufsunterstützung. Dagegen fährt MAN eine völlig andere Anwendung: Wie zu erfahren war, werden hier die LKW-Fahrer Satelliten-gesteuert mit Mini-Rechnern auf die Reise geschickt.

Als beendet lasse sich die Ära der verhältnismäßig schweren Portables bezeichnen, die laut Dataquest fast nur noch für Nischenanwendungen benutzt werden. Wie die Branchenbeobachter vermuten, bleibt jedoch auch den Laptops diese Entwicklung nicht erspart. Der Marktanalyse zufolge konnten die Hersteller zwar durch kräftige Preisabstriche in der ersten Jahreshälfte eine minimale Absatzsteigerung gegenüber den sechs vorhergehenden Monaten erzielen, mußten aber im zweiten Halbjahr 1991 einen deutlichen Rückgang hinnehmen.

Das Gewicht ist ein wichtiges Kriterium

Die Projektverantwortlichen entscheiden sich offenbar zunehmend für Notebooks, da sie weniger wiegen als Portables oder Laptops. Für Außendienstler, die oft auch noch Modem und Drucker mit sich führen, sei das Gewicht des Rechners ein wichtiges Kriterium, wird argumentiert.

Auch die Dataquest-Zahlen belegen, daß die Kaufentscheidung zunehmend zugunsten der PCs im Notizbuch-Format getroffen wird. Der Trend gehe eindeutig in Richtung leichterer Systeme, konstatieren die Analysten.

Dabei führt der harte Konkurrenzkampf, der auch bei den Notebooks gefochten wird, zu immer leistungsstärkeren und leichtgewichtigeren Rechnern. "Die Anbieter stellen als Verkaufsargumente meist Portabilität, reduzierte Rechnergröße und längere Lebensdauer der Batterie heraus", beobachtet das kalifornische Marktforschungs-Institut Market Intelligence Research Corp. (Mirc), das für die nächsten fünf Jahre eine starke Zunahme portabler Systeme voraussagt.

Neben den mit speziell für Notebooks wichtigen Merkmalen wie Gewicht, Art und Haltbarkeit der Batterie oder Bildschirm-Technologie versuchten die Hersteller zudem, ihre Produkte durch technische Ausstattungen hervorzuheben, die auch im Desktop-Sektor verwendet werden. Dataquest nennt hier beispielsweise Prozessortyp, Taktgeschwindigkeit, Speichermöglichkeiten, Kapazität des Arbeitsspeichers sowie Erweiterungsoptionen.

Für die Anwender bringt der harte Wettbewerb unter den Notebook-Anbietern indes aus zweierlei Sicht Vorteile. So kommen laut Dataquest technologische Entwicklungen immer schneller auf den Markt. Prozessoren wie 486DX-CPUs mit 25 Megahertz Taktgeschwindigkeit oder Farb-Displays seien mittlerweile bereits auf breiter Basis für Notebooks erhältlich und hätten daher als Differenzierungsfaktor nicht mehr den Stellenwert, den sie noch vor einiger Zeit gehabt hätten, erläutern die Branchenkenner.

Sinkende Preise seien die Folge dieser Entwicklung - vor allem deshalb, weil stärker als im Desktop-Markt Anbieter aus Asien und dem Fernen Osten mitmischen. Wie der Dataquest-Mann Smulders anführt, kommen die Notebooks aus den Billigländern oftmals mit 386SX-CPU (20 Megahertz), einer 40-MB- oder 60-MB-Festplatte sowie mit einem monochromen LC-Display nach VGA-Standard zu einem sehr günstigen Preis auf den Markt. Für die führenden IBM-kornpatiblen Hersteller sei es dadurch noch schwerer, gegen den Preisverfall anzukämpfen. Neben den Asiaten selbst griffen nämlich auch westliche Notebook-Anbieter auf die asiatischen Produkte zu - und haben damit laut Dataquest in Europa Erfolg. So führen die Marktkenner Amstrad, Commodore, Tulip und Philips als Beispiele für Unternehmen an, die ihre Produkte als OEM-Ware unter anderem aus Taiwan oder Korea beziehen.