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14.02.1992 - 

Analysten rechnen 1994 mit dem Durchbruch

Die Akzeptanz der Pentops hängt von der Anwendungssoftware ab

MÜNCHEN (CW/IDG) - Langsam wecken Pentops das Interesse der Anwender. Es werden erste Pilotprojekte mit den Stift-basierten Systemen gemeldet. Doch Analysten rechnen erst 1994 mit größeren Absatzzahlen. Ausschlaggebend für die Akzeptanz sei die Verfügbarkeit von Anwendungssoftware.

"Es dauert nur noch kurze Zeit, bis sich die Dateneingabe mit dem Stift durchsetzt", behauptete Bruce Stephen, Marktforscher bei der IDC, auf der Pen Computer User Conference in Baltimore. Wie sich aber der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" zufolge, auf der Veranstaltung herausstellte, erwarten die meisten US-Analysten bis 1994 keine signifikaten. Absatzzahlen von Pen-basierten Rechnern. Auch Chris Fell, Industriebeobachter bei Dataquest, hält diese Zeitvorhersage für realistisch. Wie er gegenüber der britischen Zeitung "Financial Times" äußerte, müsse man jedoch zwischen zwei Entwicklungsstufen differenzieren.

Die erste Systemgeneration bezeichnet Fell als Pen-Notebooks. In diesem Stadium sei die handschriftliche Eingabe noch nicht ausgereift. Einsatzmöglichkeiten bestehen jedoch dort, wo zum Beispiel in vorgefertigten Formularen nur Icons oder Kästen anzutippen sind. Diese Kategorie stellt bis einschließlich 1994 den größten Teil der verkauften Pentops, schätzt Dataquest. Ab 1995 werden sich dann den Vorhersagen zufolge die von Fell als "Slates" bezeichneten Geräte besser Absetzen. Diese Produkte der zweiten Entwicklungsstufe sind dann bereits zur Handschriftenerkennung geeignet.

Nicht unerheblich wird das Wachstumspotential im Pentop-Markt zudem von der Software beeinflußt. Es existieren bereits mehrere Betriebssysteme. Fell gibt beispielsweise Pen-Windows von Microsoft nur eine geringe Überlebenschance. Obwohl die Pen-Version von Windows den Vorteil habe, daß sich Windows-Anwendungen auf Stift-basierte Systeme adaptieren ließen sei der Haken daran, daß es sich nur um eine Portierung der Windows-Umgebung von MS-DOS handle und nicht um eine Pentop-spezifische Oberfläche. Dagegen geht der Dataquest-Analyst davon aus, daß sich das speziell für Stift-betriebene Computer entwickelte Betriebssystem des kalifornischen Herstellers Go. längerfristig auf dem Markt halten wird.

Letztendlich sei der Durchbruch von Pen-Computern laut Fell jedoch von dem Angebot an Applikationen abhängig. Typische Beispiele für die Nutzung dieser Technolgie, wie sie im heutigen Entwicklungsstadium möglich ist, waren hier auf der Pen-Computer User Conference geboten. So gibt die CSX Corp., eine Sieben-Milliarden-Dollar. Spedition, den Lastwagen-Fahrern Gridpad-Rechner mit auf die Reise.

Nachdem das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen wurde, plant das Transportunternehmen laut Dorothy J. Cranshaw, Vice-President für den Bereich IT, in diesem Jahr, 400 Gridpad-Modelle zu erwerben.

Einsatz bei der US-Army

Ein weiterer Anwender von Pentops des Herstellers Grid ist die US-Army, die für elektronische Feldversuche früher 18 Mann in einer 36-Stunden-Schicht benötigten. Seit die Stift-basierten Rechner eingesetzt werden, sei es möglich, die Eingabe der Daten von drei Personen in ein bis zwei Stunden erledigen zu lassen.

Auch bei dein Investment-Bankhaus Salomon Brothers soll ein Pilotprojekt gestartet werden. Das Unternehmen plant, die Pentops an ein Bildverarbeitungssystem anzuschließen. Die Verkäufer sollen die Rechner dann während ihrer Jagd nach günstige Aktienkursen benutzen. Ziel sei, die Papiermengen zu reduzieren. Wie die "Financial Times" meldet, hat die London & Edinburgh Versicherungsgruppe ebenfalls eine Einsatzmöglichkeit für Pentops gefunden. Das Unternehmen will die Rechner zur Aufnahme von Kfz-Schäden verwenden.

Anstelle wie früher Formulare auszufüllen und dann die Codenummern der einzelnen Kraftfahrzeug-Teile per Hand in die Laptops einzutippen, werden auf dem Pentop die einzelnen Komponenten der, Fahrzeuge bereits dargestellt. Das schadhafte Teil ist nur mit dem Stift anzutippen, die Codenummer registriert der Rechner automatisch.

Neben Grid bieten mittlerweile auch andere Hersteller Pentops an. So offeriert zum Beispiel Poqet Computer unter anderem das als Notepad bezeichnete. Modell "Poqetpad". Der Rechner wiegt dem Anbieter zufolge 570 Gramm und arbeitet unter dem Betriebssystem MS-DOS.

Wie das Unternehmen meldet, sei der Rechner für vertikale Anwendungen konzipiert, etwa für das Ausfüllen von Formularen und für die Datenerfassung im Außendienst. Zudem gab Momenta International bekannte daß jetzt der Momenta-Pentop ausgeliefert werde (siehe links unten).