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05.08.1994

Die Ambra Corp. schliesst ihre Tore IBM fasst PC-Division zusammen und baut 2000 Arbeitsplaetze ab

FRAMINGHAM (IDG/CW) - Die Reorganisation der IBM PC Co. beschraenkt sich nicht mehr auf die Zusammenlegung von neun Standorten auf eine Dependance in Raleigh, North Carolina. Am Freitag vergangener Woche wurde der Abbau von bis zu 2000 Arbeitsplaetzen und die Schliessung der Ambra Corp. innerhalb der naechsten 90 Tage angekuendigt.

Marktbeobachter fuehren die Konsolidierungsbemuehungen der IBM Corp. auf den nachlassenden Markterfolg der PC-Produktlinien zurueck. Im zweiten Quartal des laufenden Geschaeftsjahres fiel Big Blue in den USA auf Platz drei der groessten PC-Lieferanten zurueck (siehe auch Seite 12). Nach Meinung von Jennifer Muson, Analystin bei Work Group Technologies in Hampton, New Hampshire, kaufen viele Anwender aufgrund der unklaren IBM-Politik inzwischen bei anderen Herstellern.

"Tatsache ist, dass die IBM ihren Kunden bisher eine zu grosse Auswahl sich teilweise ueberschneidender Produktlinien bot, jetzt versuchen sie es mit dem Kiss-Ansatz" (Kiss= Keep it simple and stupid, Anm. d. Red), urteilt Sam Albert, President des Beratungshauses Sam Albert Associates Scarsdale, New York.

Allzu simpel macht es die IBM dennoch nicht. Die bisher sieben Entwicklungs- und Marketing-Organisationen werden zu den vier Produktlinien Desktop, Server, Mobile und After sales/Services zusammengefasst. Fuer den weltweiten Bedarf sollen Produktion, Entwicklung, Beschaffung und Kundenbetreuung in Raleigh angesiedelt werden. Dorthin ziehen auch die Entwicklungsteams des Power-Personal-Consumer-Sektors aus Lexington, Kingston und Boca Raton. Die fuer die Power Personal Systems verantwortlichen Teams duerften hingegen weiter in Austin und Boca Raton arbeiten.

Die Produktpalette

soll gestrafft werden

Wie IBM weiter mitteilte, werden durch die Konzentration an einem Standort 1500 bis 2000 Arbeitsplaetze ueberfluessig. Wer betroffen ist, sollen die Mitarbeiter innerhalb der naechsten 45 Tage erfahren. Die Hauptlast der Entlassungen wird voraussichtlich die PC Co. in den USA tragen.

"Das war sicher eine harte Entscheidung, aber sie war ueberfaellig", kommentiert IDC-Analyst

Richard Zwetchkenbaum den ersten Personalabbau in der Geschichte von Big Blues PC-Aktivitaeten.

Neben der Konsolidierung der Produktlinien soll auch die von IBM vertriebene Produktpalette gestrafft werden. Der Desktop-Bereich fasst die Produkte Valuepoint, PS/2 (nur Desktop-Maschinen), PS/1 und PS/1000 zusammen. Als Server vertreibt Big Blue die leistungsstaerksten PS/2- und Valuepoint-Rechner. In der Mobile- Linie sind zunaechst die Thinkpads vertreten und in die Verantwortung der After sales/Services-Organisation sollen PC- Zusatzprodukte fallen. Einem Sprecher der IBM-Deutschland zufolge wird der Mobile-Sektor demnaechst weitere, noch nicht naeher bezeichnete Produkte vertreiben.

Ausserdem, so der IBM-Mann weiter, sollen die bisher elf Hierarchieebenen der PC Co. auf sieben reduziert werden. Kuenftig verantworten unter Vice-President und Group Executive Richard Thoman vier General Manager die Geschaefte: Bruce Claflin zeichnet fuer PC-Products- und Brand-Marketing verantwortlich, William McCracken fuehrt das Marketing und die Kundenbetreuung, Nuobuo Mii leitet die Power Personal Systems Division und Mark Loughbridge wurde zum General Manager Finance ernannt.

Doch nicht nur das eigene PC-Geschaeft wird schlanker. Die IBM trennt sich nun auch endgueltig von der Clone-Tochter Ambra Corp. Sie soll innerhalb der naechsten 90 Tage geschlossen werden. Damit teilt sie das Schicksal der englischen IBM-Tochter Individual Computer Products International Limited (ICPI), die bereits Anfang Maerz dieses Jahres Produktion und Vertrieb der Ambra-Clones einstellte.