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14.07.2015 - 

Weltpartnerkonferenz in Orlando

Die Anforderungen von Microsoft an seine Partner steigen

Alexander Roth leitet als Geschäftsführer die Geschicke und die Redaktion von Evernine. Der mit Prädikatsdiplom ausgestattete Volkswirt wechselte 2004 in die Medienbranche, wo er zuerst beim Wirtschafts- und Polittalksender Air America Radio in New York City in der Recherche tätig war und in einem weiteren Schritt, wieder zurück in Deutschland, eine zweijährige Festanstellung beim Computerzeitschriftenverlag IDG (u.a. PC Welt, Computerwoche, ChannelPartner) inklusive Volontariat absolvierte. Auch ein Besuch der Akademie der Bayerischen Presse (ABP) gehörte zu seiner Ausbildung. 2007 gründete der heute 36-jährige Münchner das Redaktionsbüro Alexander Roth, das er zwischen 2010 und 2011 in die Evernine GmbH umwandelte.

Die diesjährige weltweite Partnerkonferenz von Microsoft steht ganz im Zeichen neuer Erwartungen an die Partnerwelt. Damit ist diesmal einiges anders als bei früheren Veranstaltungen. Lesen Sie hier, was die Microsoft-Manager gesagt haben und was Besucher darüber denken.

Eigentlich ist die Weltpartnerkonferenz (WPC) von Microsoft eine Veranstaltung, die den "Stand der Entwicklung" der Redmonder zeigt. Und die Partner informieren sich, wie sie mit diesem vorgesetzten Status Quo Geschäft machen sollen.

Das gilt für 2015 nicht mehr. Auch in diesem Jahr verzeichnet die WPC (--> offizieller Internetauftritt) wieder Rekordbesucherzahlen, insgesamt 12.000 Partner aus mehr als 130 Ländern. Ort des Geschehens ist diesmal Orlando in Florida, und mit einigen 100 Systemhaus-Vertretern stellt auch die deutsche Delegation wieder eine der größten Divisionen. Themen gibt es reichlich: Windows 10, Cortana, Office 365, das Cloud-Service-Provider-Programm – und doch ist es in diesem Jahr etwas anders.

Konfetti und emotionale Bekenntnisse: Microsoft bleibe eine partner-orientierte Firma, so Konzernchef Satya Nadella am ersten Tag der weltweiten Partnerkonferenz in Orlando.
Konfetti und emotionale Bekenntnisse: Microsoft bleibe eine partner-orientierte Firma, so Konzernchef Satya Nadella am ersten Tag der weltweiten Partnerkonferenz in Orlando.

Ist Microsoft zu schnell?

In Orlando wird deutlich: Microsoft holt zunehmende die eigene neue Entwicklungsgeschwindigkeit ein. Inzwischen stellt das Haus in den Monaten vor und nach der WPC so viele neue Services und Produkte vor, dass es nun gar nicht mehr die Lösungen selbst sind, die vor Ort inspirieren, sondern eher der Spirit und die neuen Kontakte, die hier die Partner vor allem untereinander reichlich schließen.

Diese neue Geschwindigkeit gab 2015 Microsoft-CEO Satya Nadella persönlich vor, der bereits am ersten Tag der Konferenz keine Gelegenheit ausließ, Partnern und Kunden für die laufenden Erfolge aus der digitalen Transformation zu danken und auf die neue Geschwindigkeit des Markts und speziell der von Microsoft hinzuweisen. Nadella in seiner Keynote: "Wir haben ein beachtliches Jahr des Fortschritts und der Transformation hinter uns gebracht. Ich danke Ihnen dafür, diesen gemeinsamen Erfolg von uns, aber auch der unserer Kunden vorangetrieben zu haben. Die Dinge verändern sich immer schneller, aber unsere Kernbotschaft bleibt. Unsere Mission ist es, jede Person und jede Organisation in die Lage zu versetzen, mehr zu erreichen. Wir erfinden Produktivität neu."

Kein Wort verlor der Microsoft-CEO dagegen über die jüngst angekündigten Kürzungen in der Windows-Phone-Sparte. Hier hatte Nadella im Vorfeld der Veranstaltung den weiteren Einschnitt von 7.800 Jobs und eine beachtliche Reduktion der Mobilgeräte-Produktion im Nokia-Umfeld angekündigt (--> wir berichteten).

Hier nun die geballten News vom ersten Tag

Microsoft bleibt partner-orientiert:

Während zuletzt immer wieder spekuliert wurde, welchen Anteil seines Geschäfts der Konzern im Rahmen des vielen Cloud-Business noch über Partner macht, setzt Microsoft in Orlando ein klares Statement: 92 Prozent des gesamtes Konzernumsatzes erfolge aktuell indirekt, so Partnerchef Phil Sorgen. In Deutschland sind es 31.500 Partner (leicht rückläufig gegenüber den vergangenen Jahren), bis 2018 will Microsoft 200 Milliarden Dollar über Partner erzielen. Dazu eine Menge emotionaler Bekenntnisse, auch von Konzernchef Satya Nadella: Microsoft bleibe eine partner-orientierte Firma, diese Aussagen wurden begleitet mit viel Lob, Beifall und Konfetti für alle Teilnehmer der Konferenz.

Die strategische Stoßrichtung:

Unter dem Motto "Neuerfinden der Produktivität" stellten Nadella und sein Team die Vision vor, wie IT aus dem Hause Microsoft künftig zu verstehen ist: So sollen auf Basis der Microsoft-Cloud-Plattform und ihrer Schnittstellenoffenheit sowohl das Personal Computing - dank Windows 10 - als auch die intelligente Verarbeitung von Daten sowie die Interaktion der Nutzer mit ihrer IT auf ein neues Level gehoben werden. Beispiele sind Microsoft persönlicher Assistent Cortana oder auch die HoloLens. Dabei gab Microsoft ein beindruckendes Demo, wie sich künftig per intelligenter Brille gänzlich neue Dinge entwickeln und designen lassen. Der Applaus war enorm.

Mehr Surface-Reseller:

Partner-Chef Sorgen kündigte an, den offiziellen Channel für Microsoft Surface deutlich zu erweitern – von aktuell ein paar hundert auf mehrere tausend Reseller. Surface bleibt integraler Bestandteil der Windows-Strategie, das machte Microsoft klar. Die Reseller freut es, die OEMs dagegen weniger.

Microsoft wird die Office 365 Enterprise Suite ergänzen:

Die Suite wird um den neuen Enterprise-Plan "E5" erweitert, der zusätzliche "Skype-for-Business"-Services (etwa Cloud PBX und Meeting Broadcast) sowie "Power BI" und Analytics umfasst, womit auch neue Geschäftsfelder für Partner entstehen sollen. Mit PBX gibt es neue Möglichkeiten der Telefonie in Firmen, bei Power BI handelt es sich um einen Cloud-Service, der bei der Datenauswertung und -visualisierung in Echtzeit helfen und dabei das vielerorts eingesetzte Excel, das häufig noch für diese Zwecke genutzt wird, ersetzen soll (--> wir berichteten).

Power BI ist dabei Teil eines umfassenden Microsoft-Portfolios für Business Intelligence, zu dem auch der derzeit nur als Preview verfügbare SQL Server 2016 sowie eine wachsende Zahl von Microsoft Azure Services, wie HD Insight (Verarbeitung von BigData über Hadoop-Cluster), Maschine Learning (cloudbasierte Predictive Analytics) oder Event Hubs (Logging großer Event-Mengen) gehören.

Im Rahmen des Cloud-Solution-Provider-Programms (CSP), das Microsoft jetzt deutlich ausweiten möchte, sollen zudem Azure und CRM Online dem Dienst Office 365 optional zugeführt werden. Windows Intune und die Enterprise Mobility Suite (EMS) werden zudem in das CSP integriert. Eine immer stärkere Rolle im CSP spielen die FastTrack-Services von Microsoft: Diese Dienste stehen Partnern bereit, um Endkunden an die Cloud heranzuführen, etwa mit fertigen Testversionen, Schulungsressourcen, Bereitstellungsplänen, fertigen Beispiel-Geschäftsszenarien und mehr. Hier meldete Microsoft eine strategische Ausweitung an, um noch mehr Partner "Cloud-Ready" zu machen. Wie die deutschen Vertreter von Microsoft meldeten, ist die Nachfrage nach dem CSP vor Ort enorm.

Mit dem Project GigJam stellte Nadella einen Service vor, der in der Lage ist, binnen weniger Schritte eigene Apps aus den verschiedensten Datensätzen, Teamanforderungen und Anwendungen zu zaubern. Diese schlanken und zugeschnittenen Apps lassen sich dann auf den verschiedensten Geräten ausführen und ermöglichen es, Geschäftsprozesse neu zu definieren. Von der benötigten Kreativität und dem zugehörigen Branchen-Know-how, das hier gefragt, verspricht sich Microsoft großes Geschäftspotenzial für Partner, zumal der Dienst zeige, wie sich Workflows neu aufstellen lassen: Hier soll Microsofts Vision der neuen Produktivität Wirklichkeit werden. Die Partner dankten mit beachtlichem Applaus. Unsere Meinung: Visionär, aber noch viele Fragezeichen.

Weitere News betrafen Cortana – Microsoft will den digitalen Assistenten immer stärker in seine Produktwelt integrieren und dabei zunehmend auf Sprache und Gestik setzen – sowie die Kompetenzen im Partnerprogramm. Hier geht der Trend offenbar wieder in Richtung Diversifikation, geplant sind also mehr Label für die Partnerwelt.

Im Publikum gab es bei all den Ankündigungen verhaltenen Applaus bis Euphorie, je nach Thema. Während konkrete Themen wie Windows 10 und die Ausweitung des Cloud-Service-Solution-Programms eher mit verhaltener (aber positiver) Zustimmung bedacht wurden, wurde es nur bei den visionären Themen GigJam oder HoloLens lauter – beides sind Projekte, die noch kein konkretes Business beinhalten, aber zeigen, wohin Microsoft will.

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Ronald Wiltscheck

sehe ich genauso Herr Piranha

Petey Piranha

Microsoft trifft den Puls der Zeit mit seinen zum Teil innovativen Lösungen. Das Unternehmen, das es schafft diese Tools auf "futuristische" Weise zu nutzen wird in Zukunft viele Märkte dominieren.

Die Bundesregierung stößt das Projekt Industrie 4.0 an und da kommt Microsoft um die Ecke und bietet ein Komplettpaket an Lösungen an, um die durch die digitale Transformation auftretenden Herausforderungen intelligent zu meistern. Wer nicht erkennt, welche Auswirkungen das Internet auf unsere Lebensweise genommen hat, der wird sich auch weiterhin in Zukunft vor Innovationen verschließen.

Wenn jedes Gerät in der Wertschöpfungskette über eine IP Adresse erreichbar ist, kann es die Produktion, das Marketing, den Support und vieles mehr extrem verändern. Um diese Veränderungen professionell zu analysieren, kommt man an Microsoft Services nicht vorbei.

LiebEDV

Der Push von Microsoft geht an der Realität bei Firmenkunden weit vorbei. Viele wollen KEINE Cloud. Für viele Firmen ist die Cloud Umsetzung schlicht weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll. Von so provanen Gründen wie langsame Leitungen mal ganz abgesehen. Auch von Ausfall- oder Kompatibilitätsrisiken bei der Umsetzung mal ganz abgesehen.
Viele Firmen gehen immer noch nach dem Spruch - never touch a running system. Ob Microsoft die vielen kleinen und mittleren Unternehmen die einen Großteil der Installationen betreut davon überzeugen kann alles schnellstmöglich umzustellen wage ich zu bezweifeln. Vom fehlenden Know-How von uns Partnern mal ganz abgesehen. Und bei den Haftungsrisiken die man als Partner bei so einer Geschichte eingeht, bin ich mir auch nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist, da vor zu preschen.
Klar will Microsoft, dass die Partner diesen extrem schwierigen Teil übernehmen - Sie selber sehen langfristigige Gewinne bei sich und alle Risiken bei den Partnern. Was kann es besseres geben ??
Wir für unseren Teil werden dieses Geschäft mit Vorsicht genießen - in meinen Augen überwiegen die Risiken die potentielle Gewinne bei weitem.

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