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16.07.1982 - 

Roboter und Telefone gelten als Unsympathler:

Die Angst des Bürgers vor der Technik

LINZ (eks) - Die Österreicher sind der Technik gegenüber wesentlich aufgeschlossener als die Bewohner der Bundesrepublik. Dennoch ist hierzulande die Skepsis um einiges höher als noch vor acht Jahren. Neun Prozent aller Berufstätigen arbeiten an Bildschirmgeräten, ein Fünftel von ihnen hätte lieber nichts damit zu tun. Diese Ziffern erhob das Linzer IMAS Institut Mitte 1981 und veröffentlichte kürzlich Ihre Auswertung.

Vor acht Jahren meinte noch eine knappe Mehrheit der Österreicher daß "die Technik alles in allem eher ein Segen für die Menschheit ist". Nur zehn Prozent empfanden die Technik "als Fluch". Damals waren die Österreicher merklich skeptischer als die Deutschen, von denen fast eine Dreiviertelmehrheit den Segen bejahte und nur drei Prozent an einen Fluch glaubte.

In der Zwischenzeit sank die Zahl der rot-weiß-roten Technikbefürworter um zehn Prozent und stieg die der Gegner um 70 Prozent. Noch etwas schlechter war das Ergebnis zur Zeit der Atomvolksabstimmung im Herbst 1979. Damit erwiesen sich die Österreicher als wesentlich "gutmütiger" als die Deutschen.

In der Bundesrepublik nämlich sank die Zahl der Technik-Pros auf unter die Hälfte, während sich die der Cons vervierfachte. Wobei allerdings prozentual nach wie vor weniger Deutsche die Technik ablehnen als Österreicher (siehe Tabelle 1).

IMAS schließt aber nicht aus, daß die Technikfeindlichkeit der Deutschen zeitverschoben auch auf Österreich übergreift.

Praktischer Kontakt und Sympathie

Was den persönlichen Kontakt mit technischen Hilfsmitteln im beruflichen Leben anbelangt, so ist das Telefon führend. Fast ein Zehntel der Berufstätigen benutzt Bildschirmgeräte. Dagegen treffen nur vier Prozent auf numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen, drei Prozent auf mikroprozessorgesteuerte Maschinen und gar nur ein Prozent auf Industrieroboter. TU-Professor Helmut Detter sieht darin eine Technologieschwäche der österreichischen Industrie.

Unter den Geräten, mit denen man lieber nicht arbeiten würde und die als Belastung empfunden werden, führen die Industrieroboter. Ein Drittel der damit Tätigen möchte nichts damit zu tun haben. Einem Fünftel mißfallen Bildschirmgeräte und Mikrofilmgeräte. Textverarbeitung Diktiergeräte, aber auch das Telefon mögen jeweils ein Zehntel nicht. Am besten akzeptiert sind Kopiergeräte - vielleicht auch wegen der persönlichen Nutzungsmöglichkeit - und erstaunlicherweise Gegensprechanlagen (Tabelle 2).

Detter meint, der hohe Wohlstandsgrad der Bevölkerung führe

zur Lähmung von Kreativität, Flexibilität und der Bereitschaft, sich mit

einem neuen technologischen Umfeld auseinanderzusetzen. Den Technikern selbst macht Detter zum Vorwurf, sich nicht um Aufklärung über Auswirkungen der Technologie gekümmert zu haben.

Die Beseitigung von Ängsten in der Bevölkerung wird nicht leicht sein. Der arbeitsplatzvernichtende Mikroprozessor ist jedenfalls leichter als Ursache von Firmenzusammenbrüchen zu verstehen, als ein Prozent Steigerung der US-Primerate.

Vor zwei Jahren hielten jedenfalls noch zwei Drittel der Österreicher ihren Arbeitsplatz für gegenwärtig und die Hälfte für künftig sicher. Heute fühlt sich nur mehr die Hälfte unbeschwert, und drei Viertel sorgen sich um ihren künftigen Arbeitsplatz (Tabelle 3).