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06.06.1997 - 

Service-Anbieter investieren verhalten in Spezialisten

Die Angst vor dem Jahr 2000 wächst

Die IT-Umstellung wird in den Unternehmen in aller Regel wie ein normales Entwicklungsprojekt betrachtet, das sich zur Zeit noch in einem frühen Stadium befindet. Diese Haltung ist riskant angesichts der Tatsache, daß große Softwareprojekte nach Untersuchungen der Marktforschungsgesellschaft Ovum den gesetzten Zeitrahmen durchschnittlich um mindestens ein Jahr überschreiten und jeden Budgetrahmen sprengen. Solche Fehler können sich Entwickler in Jahr-2000-Projekten nicht erlauben, da die Deadline unverrückbar feststeht.

Teilnehmer des IT-Gipfeltreffens "Executive Technology Summit '97", veranstaltet von der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" und der Society for Information Management, waren sich darin einig, daß die Jahrtausendumstellung nur mit voller finanzieller und moralischer Unterstützung der Chefetagen rechtzeitig gelingen kann. Vehement beklagten die anwesenden IT-Manager das fehlende Interesse ihrer Geschäftsführungen. Deren Hilfe sei vor allem deshalb wichtig, weil auch Abteilungen außerhalb der IT in die Umstellungsprojekte mit einbezogen werden müßten.

Die meisten IT-Service-Anbieter sind derzeit überrascht über die eher mäßige Nachfrage nach Jahr-2000-Hilfestellung. Sie rechnen aber damit, daß sich viele Firmen nach Abschluß der Analyse ihrer Daten- und Programmbestände noch in diesem Jahr hilfesuchend an Dienstleister wenden werden. Erst dann werde den Verantwortlichen, die nicht genügend Mitarbeiter für Konvertierungs- und Testaufgaben zur Verfügung hätten, die Dimension des Problems bewußt.

Doch auch die Kapazitäten der Helfer sind schnell erschöpft: Kein Service-Anbieter ist bereit, für ein nur temporär umsatzträchtiges Geschäftsfeld wie den Jahrtausendwechsel eine große Mannschaft aufzubauen, für die es hinterher keine Arbeit mehr gibt.

Schon jetzt mangelt es an Cobol-Spezialisten, die Anwendungsbestände konvertieren können, sowie an erfahrenen Softwaretestern. Engpässe dürfte es auch bei Projekt-Managern geben, die in der Lage sind, das Konvertieren, Testen und Reintegrieren der Programmkomponenten zu bewerkstelligen.

Embedded Problems?

In den letzten Monaten interessierte sich die Öffentlichkeit nicht mehr nur für die Probleme in Informations- und Transaktionssystemen, die durch den Wechsel in das Jahr 2000 entstehen. Computerlogik steuert auch zahllose Geräte, von Aufzügen über Klinikinstrumente bis hin zu Kraftwerken und Flugzeugen. In vielen Fällen spielt in der auf einem Chip implementierten Programmlogik das Datum eine Rolle. Pessimisten stecken bereits in Erwartung des größtmöglichen Unfalls den Kopf in den Sand und kündigen an, sich am 31. Dezember 1999 vorsichtshalber fernab der Zivilisation auf einer einsamen Insel aufzuhalten.

Eine umfassende Untersuchung (Basis: 298 Großanwender aus aller Welt) der britischen Marktforschungsgesellschaft Xephon ergab, daß die Sorgen nicht ganz unbegründet sind. Jeder sechste Befragte hatte bereits einen Check durchgeführt. Von dieser Gruppe identifizierten zwei Drittel Probleme, die durch Embedded Systems verursacht wurden. Die Marktforscher vermuten, daß insgesamt bei mindestens der Hälfte aller befragten Firmen Korrekturbedarf besteht. Nachdenklich stimmt daher die Feststellung, daß ein Viertel der Unternehmen bisher seine Embedded Systems nicht auf Jahr-2000-Tauglichkeit hin untersucht hat - und auch keine entsprechenden Absichten hegt.