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20.09.1991 - 

Projekt über Informationstechnik und Lebensqualität

Die Anwenderwünsche finden in Zukunft mehr Berücksichtigung

MARBURG (hk) - "Informationstechnik und Lebensqualität" ist der Titel einer Untersuchung im Rahmen des EG-Programmes "Esprit", an der neun Partner aus fünf europäischen Ländern beteiligt sind. Ziel des Projektes ist es, die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten der Informationstechnik nicht allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern auch im Hinblick auf die Lebensqualität der davon Betroffenen zu betrachten.

Die Entwicklung und Verbreitung der Informationstechnik ist bislang noch kaum unter dem Blickwinkel der Lebensqualität untersucht worden. Allerdings haben gerade hier große Veränderungen stattgefunden und den Alltag der Menschen am Arbeitsplatz und zu Hause verändert. Weitere, möglicherweise noch gravierendere Änderungen, die sich vor allem aus der fortschreitenden Integration von Medien-, Informations- und Kommunikationstechniken ergeben, stehen bevor.

Marburger Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Wolfgang Hesse, die auch am Esprit-Projekt beteiligt sind, vertreten den Standpunkt, daß Computer und Software zu sehr unter technischen Gesichtspunkten weiterentwickelt werden, und daß es in der Regel darum gehe, welche Produkte am gewinnträchtigsten zu verkaufen seien.

Diese Fragen deckten sich allerdings nicht immer mit den Bedürfnissen der Menschen unter dem Aspekt der Lebensqualität.

Als Beispiele für Kriterien der Lebensqualität nennt Hesse-Mitarbeiterin Sigrun Goll etwa: "Schutz vor Informationsüberflutung, Verhältnis von Arbeit zu Freizeit, sinnvolle Freizeitgestaltung, individuelle Gesundheit, Handlungsspielräume, körperliche und geistige Unversehrtheit und Schutz der Menschenwürde".

Darüber hinaus wolle man auch die Vor- und Nachteile der Heimarbeit unter die Lupe nehmen.

Für die Partner aus der Industrie, zu denen auch SNI gehört, habe nach Golls Auffassung im Moment das Thema Computerschrott höchste Priorität. Die Wissenschaftlerin weist jedoch gegenüber der CW jede Diskrepanz zwischen den Wünschen der industriellen Partner und der Wissenschaftler zurück: "Unser Ziel ist es, eine praxisnahe Lösung zu erarbeiten, deshalb arbeiten wir eng mit der Industrie zusammen." Da das gesamte Geld von der EG komme, gebe es auch keine Abhängigkeiten.

Nach Abschluß des zweijährigen Projektes Ende 1992 soll laut Goll die DV-Industrie ein Software-Tool zur Hand haben, daß ihr die Entwicklung von neuen, die Lebensumstände der Anwender berücksichtigenden Produkten möglich machen soll.

Die Untersuchung wird unter starker internationaler Beteiligung durchgeführt. So sind neben SNI, unter anderem Cap Gemini Innovation aus Frankreich, Fiat und Datamont von italienischer Seite, Bang & Olufsen aus Dänemark sowie ein britisches und ein italienisches Sozialforschungsinstitut im Konsortium vertreten. Die Gesamtprojektleitung liegt bei der Copenhagen Business School.