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23.05.1986 - 

Qualität und Dezibel widersprechen sich nicht mehr, dennoch:

Die Anwendung bestimmt Lärmpegel und Preis

MÜNCHEN - Noch immer belastet ein zu hoher Geräuschpegel viele Büroangestellte. Waren es bislang die Schreibmaschinen älterer Bauart, die als Verursacher galten, so wird jetzt bei den Druckern am PC die Schuld gesucht. Ein Dilemma scheint sich aufzutun: Der Printer soll möglichst nah am Mikro stehen, aber Geräuschdämpfung geht ins Geld. Irrtum - flüstern muß nicht teuer sein.

Die Palette verfügbarer Drucker fur die Powerzwerge ist schon fast so unübersichtlich wie der PC-Markt allgemein. In- und ausländische Unternehmen kämpfen um die Gunst der Käufer, Geräuscharmut und Topqualität im Schriftbild bei niedrigen Preisen zählen dabei zu den Hauptargumenten.

So weit das Angebot aber auch gestreut ist, so different liegen die Preise bei den Druckern, die man für den professionellen Einsatz konzipiert hat. Sie reichen von 1500 Mark bis zu rund 17 000 Mark. Für den Käufer stellt sich hiermit die Qual der Wahl.

Eine erste Unterscheidungsmöglichkeit bietet sich in einer Betrachtung der handelsüblichen Klassifizierung in Matrix-, Typenrad-, Laser-, Thermotransfer- und Tintenstrahldrucker. Jede Klasse besitzt dabei ihre spezifischen Charakteristika bezüglich des Lärmverhaltens - so gelten Matrixdrucker als extrem laut, in absteigender Reihenfolge der obigen Aufzählung Tintenstrahldrucker als geräuscharm.

Durch den Anschlag der Nadeln eines Matrixdruckers wäre eine "leise" Technik nur mit einem nicht vertretbaren Aufwand (preisliche Konkurrenzfähigkeit) zu erzielen. So bewegen sich Printer dieser Gruppe zwischen 50 und maximal 60 dB(A) - ein Telefonat während des Druckvorgangs gerät schnell zum echten Ärgernis.

Vorteile bieten diese Systeme allerdings dadurch, daß sie sehr schnell arbeiten, Durchschläge keine Mühe machen und sich die Schriftqualität von bislang neun Nadeln (Siemens PT88/89) über den Zwischenschritt 18 (Epson FX80/ FX100) auf mittlerweile 24, beispielsweise beim NEC P6/P7, erhöht hat. Dennoch erreichen auch die besten Matrixdrucker lediglich "Near-letter quality".

Der technische Fortschritt der letzten Jahre schlägt sich im Preis nieder: So bieten Computerfachhändler Printer mit neun Nadeln, wie zum Beispiel den IBM Grafik II, um rund 1600 Mark an, der Epson FX105 mit breitem Wagen kostet gut 2100 Mark. Die neueste Familie von NEC mit 24 Nadeln ist bereits um 1800 Mark zu haben und kostet in der leistungsstärksten Version mit 264 Zeichen je Sekunde und Schriftensatz knapp 4000 Mark.

Eine Lärmschutzhaube verteuert die Anschaffung eines Matrixdruckers dann zusätzlich um runde 1000 Mark.

Typenraddrucker: Laut, aber gute Schriftqualität

Als auch nicht gerade leise können die Typenraddrucker bezeichnet werden. Sie bringen es ähnlich wie die Matrixprinter auf einen Geräuschpegel um die 60 Dezibel, bieten aber vor allen von ihrer Schriftqualität her Vorteile.

Durch die auswechselbaren Typenräder läßt sich eine Vielzahl verschiedener Schriftarten auf das Papier zaubern - Letterquality und Schönschriften inbegriffen. Im Verhältnis zu anderen Systemen gelten sie mit Geschwindigkeiten zwischen 25 und 35 Zeichen pro Sekunde allerdings als langsam. Dennoch schlagen sich die Vorteile der Schriftwahl bereits im Preis nieder. So kostet der IBM-Typenraddrucker 5216 nach Händlerauskünften um 3800 Mark, der NEC 3550 liegt parallel.

Leiser wird der Tintenstrahldrukker: 50 Dezibel gelten als Obergrenze; Telefonieren während des Druckvorgangs wird wieder möglich.

Die Vorzüge des Tintenstrahlsystems liegen vor allem darin, daß einige Fabrikate auch Folien, eventuell sogar farbig beschriften können und deshalb bei Präsentationsvorbereitungen wertvolle Hilfe leisten. Sie sind darüber hinaus mit durchschnittlich 150 Zeichen pro Sekunde schnell und aufgrund ihrer Technik auch sehr kompakt gebaut.

Tintenstrahldrucker: Preise vergleichen

Hier allerdings heißt es, bei den Preisen zu vergleichen: Der Epson SQ2000 mit A3-Wagen, 24 Düsen und 176 Z/s kostet im Handel gut 6200 Mark, der vergleichbare Siemens PT89 (als Nadel- oder Tintenstrahldrucker erhältlich, 9 Düsen, 150 Z/s) 3000 Mark.

Zum Vergleich Geräte mit DIN-A4-Wagen: Siemens PT88 rund 2400 Mark und Hewlett-Packard Thinkjet (Thermal-Ink-Jet) in der kleinsten Version 1400 Mark.

HP hat sich hier eine neue thermische Drucktechnologie ausgedacht, die das Gerät von der Grundfläche her kleiner als ein DIN-A4-Blatt macht. Es wird in dieser Printer-Familie ein spezieller Halbleiterchip eingesetzt.

Zwölf mikroskopisch kleine Düsen spritzen die Tinte auf das Papier. Jeder einzelne Tropfen wird durch einen der zwölf Widerstände, die sich auf dem Chip befinden, nach Angaben des Unternehmens bis zu 2500mal thermisch aktiviert. Bewegliche Teile oder Pumpen gehören bei diesem System der Vergangenheit an.

Laserdrucker: Schafft große Mengen

Für die Erstellung großer Auflagen eignet sich der extrem schnelle, leise Laserdrucker. Schönschriftqualität und Geschwindigkeit haben aber auch ihren Preis, obwohl gerade in diesem Bereich ein extremer Preisverfall zu verzeichnen ist.

So schlugen diese Geräte, die im Großrechnerbereich schon länger zum Einsatz kommen, in ihrer Mikro-Anfangsphase mit bis zu 30 000 Mark zu Buche. Preisbeispiele heute: Der HP Laserjet, der eine Druckerleistung bis zu acht Seiten pro Minute aufweist, ist für knapp 8000 Mark im Handel, der HP Laserjet Plus für 10 400. Eine israelische Entwicklung, die über die Schweiz vertrieben wird, kommt da schon teurer. Der Kidron Laser Octave kostet komplett 17 000 Mark.

Billiger wird es wieder bei den Thermotransfer-Druckern. So ist der IBM PCNT, bei dem laut Händlerauskunft gerade die Preise gesenkt wurden, nun für 3700 Mark im Handel, der PCNT II als grafikfähiger Printer kostet rund 4700 Mark.

Nachteil bei den Thermos, die zwar sehr leise, dennoch aber nicht lautlos sind - sie können auf Grund ihrer Technik keine Kopien erstellen.

Trotz erheblicher Anstrengungen aller Hersteller bei gleicher Qualität Ruhe ins Büro zu bringen, kristallisiert sich heraus, daß der "lautlose" Printer wohl zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch Utopie ist.

Leise und billig allein genügt nicht

Dennoch, Druckerlärm ist zu einem eingrenzbaren Faktor geworden - und dies, ohne auf Qualität bei niedrigen Preisen verzichten zu müssen.

Denn in einem Punkt sind sich die Hersteller bei ihren Bemühungen um Qualitäts- und Anwendungsverbesserungen einig: Nahezu alle Profi-Printer für PC wurden in den letzten Jahren zu möglichst vielen Mikros kompatibel gemacht und verarbeiten bei verschiedenen Schriftarten die unterschiedlichste Standard-Software. So bleibt für den Anwender auch nach den Worten von Heidemarie Schäfer, Vertriebsleiterin der PCM Professionale Computersysteme Vertriebs GmbH, München, nur die Möglichkeit, bei der Auswahl eines Geräts streng auf seine Anforderungen zu achten. Leise und billig allein genügt nicht...