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15.07.1983 - 

Nutzungsmöglichkeiten des lokalen Netzes "Arc-Net" aus der Sicht eines Anwenders:

Die Arbeitsabläufe sind heute wirtschaftlicher

Im Jahre 1976 begann der Kaufring neben der zentralen DV mit dem Einsatz "Dezentrale Datenverarbeitungssysteme". Es stellte sich die Frage, für bestimmte Sachgebiete Computerleistungen an den Sachbearbeiterplatz zu bringen. Wie in den siebziger Jahren üblich, kamen für die Sachgebiete Katalog- und Angebotswesen, Buchhaltung und Datenerfassung im Rechenzentrum Stand-alone-Systeme unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz. Diese Entwicklung stellt uns Anfang der Achtziger Jahre vor diverse Probleme.

Hierzu gehören vor allem:

- Für jedes System mußte ein Programmierer ausgebildet werden.

- Es waren keine einheitlichen Programmiersprachen vorhanden.

- Die Systeme waren untereinander nicht verträglich.

- Pro System waren Prüfdaten erforderlich, also eine redundante Datenverwaltung.

Aus diesen Gründen wurde eine Marktuntersuchung durchgeführt. Das Ergebnis dieser Untersuchung bestärkte uns, die bereits 1979 getroffene Entscheidung, das Datapoint-System als Netzwerksystem einzusetzen, weiter fortzufahren.

Angebotswesen und Artikelstammpflege

Durch verschiedene Untersuchungen innerhalb unseres Hauses wurden für

- das Sekretariatswesen,

- die Buchhaltung,

- den Wareneingang

- die Versicherungen sowie

- die Warenabteilungen

Konzepte zum weiteren Ausbau des ARC-Netzes entwickelt. In diesen Bereichen stehen insbesondere durch die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Bereiche die multifunktionalen Einsatzmöglichkeiten der ARC-Netz-Komponenten, wie lokale Datenerfassung und Verarbeitung, Dialog 3270 zum Host-Rechner, Textverarbeitungs- und Planungsinstrumente sowie Kommunikation, Telex/Telexdienst (extern), elektronische Post (intern), Bildschirmtext.

Für die Kaufring-Häuser ist es besonders wichtig, über das Warenangebot des Unternehmens und der Lieferanten informiert zu werden. Aus diesem Grunde haben wir bereits 1977 eine maschinelle Angebots- und Katalogerstellung über ein Datapoint-System eingeführt und kontinuierlich ausgebaut. Heute unterscheiden wir zwischen drei verschiedenen Angebotsarten, die maschinell abgewickelt werden:

- Musterungskataloge (modisch aktuelle Ware vom Lieferanten)

- Standardkataloge (Lagerware im Kaufring)

- Aktionsangebote (preisgünstige Ware)

Die Angebots- und Katalogdaten werden auf Belegen kontiert, über Datapointschirme geprüft, eingegeben und auf Magnetplatte gespeichert, beziehungsweise aus einem Bandarchiv zur Korrektur der Daten auf die Magnetplatte überspielt. Die abgespeicherten Katalog- und Angebotsdaten stehen in direktem Zugriff und werden in den verschiedensten Formen weiterverarbeitet:

- Drucken der Katalog- und Angebotsseiten

- Drucken von Inhaltsverzeichnissen

- Drucken von Auszeichnungsetiketten

- Erstellen von Basisdaten für Auswertungen

- Erstellen Artikelstammdaten für

- neue Artikel

- Artikeländerungen

- Übermittlung der Daten zum Host-Rechner

- Archivierung der Daten

Erfassung von Buchhaltungsdaten

Mit Einführung der maschinellen Angebotserstellung über das Datapoint-System konnten im Kaufring verschiedene manuelle Arbeitsvorgänge eingespart und die Abläufe wirtschaftlicher gestaltet werden. Ausgehend von einem Artikelvolumen von ca. 150000 Artikel pro Jahr,. aufgeteilt auf etwa 370 Kataloge, kann man sich schon vorstellen, welch enormer manueller Arbeitsaufwand hier abgebaut werden konnte.

Durch die Netzwerkfähigkeit des Datapoint-Systems und damit verbunden der problemlose Ausbau des Netzwerkes wurden weitere Bereiche und Anwendungen integriert. So zum Beispiel die qualifizierte Datenerfassung im Buchhaltungsbereich. Hier werden Rechnungsdaten für den Kreditorenbereich Lagerrechnungen, Streckenrechnungen, Kostenrechnungen und Speditionsrechnungen über Bildschirm erfaßt und geprüft. Die Daten werden täglich zur weiteren Verarbeitung zum Host-Rechner automatisch und bedienerlos übermittelt. Auch in diesem Bereich konnte mit Einführung der qualifizierten Datenerfassung und Verarbeitung ein Rationalisierungseffekt erreicht werden. Die Fehlerbearbeitung ist heute in diesem Bereich vollkommen abgebaut.

Darüber hinaus werden in nächster Zeit weitere Anwendungen im Buchhaltungsbereich Zentralregulierung, debitorische Belege und interne Belege auf ein neu in das Netzwerk zu integrierendes System übernommen.

Außerdem ist in diesem Jahr noch der Einsatz einer Terminalemulation IBM 3270 für Auskunftszwecke über Datapointschirme im Kreditorenbereich geplant.

Maschinelle Telexabwicklung

Da in der heutigen Zeit die Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens sehr stark von aktuellen Informationen abhängig ist, -hat sich der Kaufring im Jahre 1982 intensiv mit der Kommunikation zu seinen Geschäftspartnern befaßt. Daraus resultierend wurde eine maschinelle Telexabwicklung als weitere Anwendung in das Datapoint-Netzwerk integriert.

Über zwei multifunktionale Bildschirmarbeitsplätze werden Telexe für die ganze Welt zentral eingegeben und automatisch - auch im bedienerlosen Nachtbetrieb - gesendet. Bei dieser Anwendung lagen die Kosteneinsparungen insbesondere bei

- der Nutzung güngstiger Nachttarife der Deutschen Bundespost,

- der Einsparung manueller Tätigkeiten bei Gebührenumlage auf die entsprechenden Kostenstellen und

- dem Zeitgewinn durch schnelle Erfassungsmedien.

Mit einer Dezentralisierung der Telexanwendung in den Sekretariatsbereich wird in Kürze der kontinuierliche Ausbau des Datapointnetzwerkes im Kaufring fortgeführt. Des weiteren ist geplant, Anfang 1984 auch den Teletex-Dienst der Deutschen Bundespost als weiteres Kommunikationselement in das Netzwerk zu integrieren.

Programmentwicklung

Wie jedes Computersystem, lebt auch das Datapoint-System im Kaufring durch seine Anwendung und deren Entwicklung. Aus diesem Grund hat das Unternehmen im Jahre 1982 für den Bereich Systementwicklung einen Programmierplatz eingerichtet. Mit diesem Hilfsmittel sind wir in der Lage, für alle im Netzwerk befindlichen Systeme die Programmentwicklung und Pflege sowie die Störungsbeseitigung durchzuführen. Auf diese Weise sind wir heute jederzeit in der Lage, dem Fachbereich eine optimale Betreuung zu bieten.

Man liest heute in der Fachpresse sehr viel vom Büro der Zukunft und von lokalen Netzwerken. Wir sind der Meinung, daß im Kaufring der Grundstein für das "Büro der Zukunft" mit der Entscheidung, das Datapoint-ARC-Netz einzusetzen, bereits 1979 gelegt wurde. Unsere Erfahrungen der letzten Jahre mit dem ARC-Netz kann diese Entscheidung nur bestätigen.

* Klaus Dederichs ist Projektleiter "Dezentrale Dienste, Netzwerke und Bürokommunikation" bei der Kaufring eG, Düsseldorf.

Der Kaufring ist Europas größter Zusammenschluß selbständiger Kaufhäuser und Fachgeschäfte. Ihm gehören 362 Unternehmungen mit 631 Betrieben an. Der Einzelhandelsumsatz der Gruppe betrug 1982 4,0 Mrd. DM. Seit Dezember 1982 wurde durch Übernahme der Grohag mit 444 Unternehmungen und 590 Betrieben das Unternehmen vergrößert. Der Umsatz der Grohag lag 1982 bei 2,0 Mrd. DM

_AU:Klaus Dederichs