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06.12.2006

Die Aufsteiger des Jahres 2006

• HSDPA

Die Mobilfunktechnik folgt auf UMTS und bietet Transferraten von 1,8 Mbit/s, die gegenwärtig auf 3,6 Mbit/s gesteigert werden. Maximal 14,4 Mbit/s sollen möglich sein. Das klingt nicht nur fix, das ist es auch. Wenn sich eines Tages die Kosten mit dem Nutzen in Einklang bringen lassen, entfällt endgültig die Suche nach Restaurationsbetrieben mit WLAN-Hotspots beziehungsweise ungesicherten Funknetzen in der Umgebung.

• Zweites Leben

Es gibt verschiedene Internet-3D-Welten, in denen jedermann ein zweites oder drittes Ich leben kann. "Second Life" hat die Virtualisierung auf die Spitze getrieben: Die Nachrichtenagentur "Reuters" hat dort bereits einen Korrespondenten, "Bild" folgte, Marken wie Adidas bieten ihre Produkte an, und von IBM-CEO Sam Palmisano gibt es bereits einen Avatar. Hintergrund für den Boom bei Second Life ist die Möglichkeit, virtuelle gegen reale Dollar und umgekehrt zu tauschen. Die Deutsch-Chinesin Ailin Gräf ist so zur (echten) Millionärin geworden. Nach dem E-Commerce bahnt sich nun der V(irtual)-Commerce an.

• Strom

Das Kreuz mit vermeintlichen Allgemeingütern: Wenn sie plötzlich knapp (und teuer) werden, fangen alle an zu jaulen. Nicht nur in den USA ist derzeit der Stromverbrauch von Rechenzentren ein heißes Eisen. Vor allem die Kühlung der Server geht ins Geld. Vermutlich erhalten Supercomputer künftig die gleichen Aufkleber wie Waschmaschinen und Kühlschränke, um die Energieeffizienzklasse auszuweisen.

• Consumerization

Dieser unaussprechliche Begriff ist Gartners aktuelles Hype-Wort. Sinngemäß handelt es sich darum, dass IT-Trends aus dem Endverbraucherbecken in den Tümpel der ernsthaften IT hinüberschwappen. Als prominente Beispiele dienen das Internet an sich, der Einsatz von Instant Messengern sowie die Desktop-Suche. Gartner plädiert gegenüber Unternehmen dafür, sich dem Technologietransfer auf keinen Fall kategorisch zu verschließen, sondern neue Ansätze zum eigenen Vorteil zu nutzen. Der Haken: Nutzer und IT-Verantwortliche haben unterschiedliche Interessen. Consumerization wird daran wohl nicht viel ändern.

• AAL

"Andere arbeiten lassen" gilt inzwischen auch in ökonomisch interessierten Kreisen als salonfähig. Seine Wurzeln hat das Prinzip im Mitmach-Web 2.0. Hier sorgen - im übertragenen Sinn - Liebhaber für den dringend benötigten Verkehr auf den Websites. Diesen Traffic kann man in Werbeeinnahmen konvertieren und das Gesamtkonzept an die Börse bringen. AAL ist in der IT als Outsourcing bekannt; der Unterschied zum Web 2.0 liegt darin, dass die "anderen" von vornherein Geld für ihre Arbeit erwarten.