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18.02.1977 - 

Am Beispiel Karlsruhe:

Die Ausbildung zum Diplom-lnformatiker

KARLSRUHE - "Die Hochschulausbildung in Datenverarbeitung ist nicht praxisgerecht", diagnostizierte Lutz J. Heinrich, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Vorstand des ifbi Institut für Fertigungswirtschaft und Betriebsinformatik) der Universität Linz, in der CW (Nr. 46 vom 12. November 1976). Der Widerspruch kam prompt. Professor Dr. Peter Deussen, Dekan der Fakultät für Informatik (Universität Karlsruhe), bezog in der CW-Nr. 49 vom 3. Dezember 1976 Stellung. Er reichte der CW den neuesten Karlsruher Studienplan für Informatik nach, quasi ein Beweis dafür, daß die DV-Hochschulausbildung besser als ihr Ruf ist.

"Der Informatiker hat Rechenanlagen zu konzipieren und einzusetzen und Vermittler zwischen Anwendungsgebiet und Dienstleistung des Rechners zu sein", heißt es in dem Studienplan.

Nach vier Semestern: Vordiplom

Das Studium ist in zwei Abschnitte gegliedert, Nach vier Semestern kann die Diplom-Vorprüfung abgelegt werden, nach weiteren vier die Diplom-Hauptprüfung. Pro Semester werden 20 Wochenstunden an Vorlesungen empfohlen. Das Grundstudium umfaßt die Fachgebiete Mathematik, Informatik und ein Ergänzungsfach.

Im vierten Semester bietet die Universität das Fach "Rekursivität und Tuningmaschinen" an - eine Grundlagenvorlesung für die theoretische Seite der Informatik. Ziel dieser Vorlesung ist es, den "naiven" Begriff der Berechenbarkeit auf verschiedene Weisen mathematisch zu erfassen und so die prinzipiellen Möglichkeiten und Grenzen von Rechenanlagen aufzuzeigen.

Informatik - praktisch und technisch

Das Fachgebiet Informatik ist in Praktische Informatik und Technische Informatik unterteilt. In den Vorlesungen der Praktischen Informatik werden Grundkonzepte verschiedener Programmiersprachen erarbeitet. Weitere Themen sind: Die prinzipiellen Techniken zum automatischen Übersetzen von höheren Programmiersprachen in maschinennahe Sprachen, Codierungen und Zahlendarstellungen sowie die Grundlagen der Verwaltung großer Datenbestände. Zur Praktischen Informatik gehört auch die Vorlesung Systemprogrammierung. Hier werden häufig wiederkehrende Programmiertechniken aus dem Bereich der nichtnumerischen Datenverarbeitung behandelt.

Technische Grundlagen der Rechensysteme

Die Technische Informatik befaßt sich mit den wichtigsten physikalischen und

elektrotechnischen Grundlagen heutiger Rechensysteme. Parallel dazu werden Methoden und Verfahren behandelt, nach denen Rechensysteme entworfen werden. Beide Veranstaltungen münden im vierten Semester in die Vorlesung Technische Informatik II, die sich im wesentlichen mit den technologischen Grundlagen heutiger Systeme befaßt. Als weitere Grundlagenvorlesung wird das Fach "Peripheriegeräte" (Dateneingabe- und -ausgabegeräte, Großspeicher) angeboten.

Ergänzungsfächer können je nach Neigung gewählt werden; angeboten werden derzeit:

- Mathematik

- Prozeßrechentechnik

- Automatisierung diskreter Prozesse

- Elektrotechnik

- Betriebswirtschaftslehre

- Volkswirtschaftslehre

Der zweite Studienabschnitt - 4 bis 8. Semester - ist in die Fächer Praktische Informatik, Theoretische Informatik, Technische Informatik und Ergänzungsfach untergliedert. Das Fach Praktische Informatik besteht aus den fünf Säulen: Betriebssysteme Informationssysteme, Prozeßinformatik, Programmiersprachen sowie Dialogsysteme (siehe Übersichtsplan).

Eine Empfehlung für Studienanfänger: "Das Studium sollte so angelegt werden, daß eine breite Basis eine flexible Reaktion auf veränderliche berufliche Anforderungen ermöglicht. " hz