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Sanierungsplan für Anker-Werke


02.04.1976 - 

Die Banken müssen büßen

BIELEFELD - Einen Sanierungsplan für die Bielefelder Anker-Werke haben die Hausbanken des Kassen- und POS-Terminal-Herstellers bei der Hauptversammlung vorgelegt: Dresdner Bank und Bank für Gemeinwirtschaft wollen auf jeweils 10,5 Millionen Mark oder 26,5 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Voraussetzung ist, daß das Land Nordrhein-Westfalen mit 15 Prozent seiner 50-Millionen-Mark-Bürgschaft in Anspruch genommen werden kann und daß die übrigen Großgläubiger (andere Banken und Bund) auf 10 Prozent ihrer gesicherten und 20 Prozent ihrer ungesicherten Forderungen verzichten. Damit könnte dann der 39-Millionen-Mark-Verlust des Jahres 1974 abgedeckt werden. Die Verhandlungen laufen.

Drei Verlustjahre?

Anker hatte schon 1973 rote Zahlen nur durch Entnahme von 5,16 Millionen Mark aus den Reserven vermeiden können. Auch für 1975 wird mit einem erheblichen Verlust gerechnet, der durch Auflösung stiller Reserven und andere Bilanzmaßnahmen ausgeglichen werden soll - denkbar (...) beispielsweise eine Teil-Auflösung des Mitarbeiter-Unterstützungsfonds.

Großaktionäre sollen an Großgläubiger zahlen

Die Anker-Aktien sind zu 90 Prozent im Besitz der Familien Kramer und zur Nieden. Sie haben sich verpflichten müssen, im Fall von Aktienverkäufen einen wesentlichen Teil des Erlöses an die Großgläubiger auszuschütten, die bei der Sanierung bluten mußten. 75 Prozent der Aktien liegen zur Zeit treuhänderisch bei der Dresdner Bank, die für das Paket allerdings bisher keinen Käufer finden konnte.

Die Frage, warum sich zwar Interessenten für Singers Business Machines Division finden ließen, nicht aber für die Anker-Werke, die weniger Verlust gemacht haben, vermochte weder die Dresdner Bank noch der Anker-Vorstand zu beantworten. Der Kurs für die Anker-Aktie lag Ende Februar bei 74 Mark: Nachdem die Notiz einen Monat ausgesetzt war, wurden Anfang voriger Woche zunächst einige Verkäufe zu 77,50 DM und danach ein Taxkurs von 80 Mark notiert. Danach wären die Anker-Werke rund 10 Millionen Mark wert.

Konzentration auf Elektronik

Anker hatte 1975 einen Konzernumsatz von rund 319 Millionen Mark erzielt - zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Anker verkaufte 1975 rund 34 000 mechanische und elektronische Kassen und baute den Lagerbestand an mechanischen Kassen bis Ende 1975 auf 9000 Stück ab. Die Produktion mechanischer Kassen soll 1977 ganz aufgegeben werden. Der Anteil der Elektronikprodukte am Auftragseingang betrug im vorigen Jahr bereits 41 Prozent (1974: 17 Prozent).

Weitere Entlassungen

Die Umstrukturierung führt zu einem erheblichen Personalabbau: Die Zahl der Anker-Mitarbeiter sank von Ende 1974 (7546) um 17,4 Prozent auf 6235 Ende 1975. Jetzt kündigte Anker die Entlassung weiterer 660 Mitarbeiter an.

Die Anker-Werke haben bezüglich ihrer POS-Terminals Liefer- und Kooperationsvereinbarungen mit Siemens, Honeywell-Bull und ICL. Nach Anker-Angaben sind die laufenden, jeweils kundenbezogenen Projekte von der neuen Zusammenarbeit ICL/Singer nicht betroffen - die künftige Entwicklung muß erst abgewartet werden. -py