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Zehn Statements zur Betriebsdatenerfassung von Karlheinz Roschmann*:


14.11.1980 - 

Die BDE Software macht Boden gut

Angebote über BDE-Systeme sind zahlreich. Die breitgefächerten BDE -Anwendungsmöglichkeiten unterstützt heute eine vielgestaltige Produktpalette, die allerdings nicht geschlossen auf einer Ausstellung, sondern über mehrere Messen verteilt vorgeführt wird, insbesondere in Hannover, auf der Interkama (Düsseldorf), auf der Systems (München) sowie auf diversen Branchenmessen. Überblikke werden vom Autor unter Verwendung einer Einteilung der BDE-Systeme in sieben Gruppen seit Jahren laufend veröffentlicht.

Software gewinnt an Bedeutung. Denn bei den BDE-Systemen handelt es sich immer stärker um rechnergestützte Systeme mit dezentraler Intelligenz bis in die Teminals vor Ort hinein. In den meisten Fällen ist die systembezogene Software einschließlich der Kommunikationsteile vorhanden, die anwendungsbezogene allerdings nur bedingt. Umfassende Modularprogrammsysteme haben aufgrund der vielfältigen Aufgabenstellungen an die BDE kaum Chance auf wirtschaftlich vertretbare Verwirklichung. Anwendungshilfen kommen aber immer mehr auf, wobei für häufig auftretende Einzelaufgaben wie die Personalzeiterfassung schnittstellengerechte Moduln entwickelt und eingesetzt werden. Häufig werden Software-Häuser eingeschaltet.

Ausfallsicherheit ist bei modernen BDE-Systemen kein Problem mehr. Auch verschärfte Anforderungen können von heutigen BDE-Konzepten befriedigt werden, indem insbesondere für umfangreiche Systeme sowohl gekoppelte Mehrrechnersysteme als auch integrierte Mehrprozessorensysteme beherrschbar geworden sind. Die dezentrale Intelligenz hierarchischer Strukturen kommt prinzipiell der hohen Zuverlässigkeit entgegen, da sich etwaige Ausfälle meist auf Teilbereiche beschränken. Entsprechende Wartungsunterstützung mit Ersatzbevorratung im Anwenderbetrieb unterstützt die gewünschte hohe Verfügbarkeit. Häufig werden vorbereitete Notorganisationen über längere Zeit überhaupt nicht benötigt, wenn einmal die Einführungsphase überstanden ist.

A automatisierte Datengewinnung dürfte bei der BDE längerfristig stark zunehmen, während zur Zeit der zahlenmäßige Schwerpunkt der Installationen noch bei den auf bereichsweise Informationsknotenpunkte ausgerichteten Terminalsystemen liegt. Einmal steigt der Anreiz durch die zunehmende Automatisierung in den Fertigungsbetrieben mit den damit zunehmenden Kosten der Maschinen und Anlagen in Richtung volle Nutzung und Minimierung von Störungen, zum andern liefert die BDE mittels automatisierter Datengewinnung eben die Daten objektiv, richtig schnell, vollständig, genau und sicher gemäß gewünschten Anforderungen und ohne zusätzliche Personalkosten. Ein zu verwirklichendes Ziel ist hierbei die Standardisierung der Geberschnittstellen, damit das Leistungspotential unterschiedlicher Firmen leichter genutzt werden kann.

Kenntnisse über den Einsatz von BDE-Systemen sind unerläßlich. Dies war bislang ein wunder Punkt. Doch der Kenntnisstand über BDE in den Betrieben hat zugenommen. Immerhin sind sowohl die Grundlagen als auch Hilfen zur Vorgehensweise bei der Anwendung der BDE ausgearbeitet und veröffentlicht (vergleiche Liste der Veröffentlichungen unten). Trotzdem tasten Interessenten immer wieder noch suchend herum, da der Anstoß für BDE-Projekte in den Betrieben von unterschiedlichen Funktionsträgern ausgeht, insbesondere sowohl von der EDV-Organisation als auch der Arbeitsvorbereitung, die unterschiedliche Informationsquellen benutzen.

Tagungen und Seminare werden auf dem Gebiet der BDE heute von mehr Veranstaltern angeboten als je zuvor. Hier ist also die Attraktivität des Themas erkannt worden. Der Teilnehmerumfang ist dabei allerdings sehr unterschiedlich, auch schwankt der Stand der BDE-Vorkenntnisse der Teilnehmer. Interessanterweise besuchen sowohl Leute, die ganz am Anfang ihrer BDE-Überlegungen stehen, als auch solche mit bereits eigenen Erfahrungen derartige Veranstaltungen.

Erfahrungsberichte über verwirklichte BDE-Projekte stoßen sowohl in schriftlichen Veröffentlichungen als auch in Tagungen/Seminaren auf großes Interesse der potentiellen Anwender. Hier hat in letzter Zeit die Zahl der Berichte eindeutig zugenommen, was auf den Fortschritt bei einer Reihe von Projekten hinweist.

Hemmnisse, die modernen BDE-Verfahren zu nutzen, bestehen offensichtlich für viele der in Frage kommenden Betriebe, so daß weiterhin mit den früheren, konventionellen Verfahren des innerbetrieblichen Informationsflusses und der Datenerfassung gearbeitet wird. Als Gründe werden je nach den betrieblichen Gegebenheiten unterschiedliche angeführt:

- für den Betrieb als zu hoch empfundene Kosten,

- lange Projektzeiten,

- Stufenpläne mit zusätzlichen Schnittstellenproblemen,

- Schwierigkeiten mit dem Betriebsrat, da der Aufwand zum Abbau der Vorbehalte gescheut wird,

-Personalengpässe bei Herstellern und Anwendern.

Wirtschaftlickkeitsgründe sprechen dafür, ein moderne BDE nicht nur für ein Aufgabengebiet einzusetzen, sondern für mehrere, aus dem erkennbaren Spektrum:

-Produktionsplanung und -steuerung mit Arbeitsfortschrittserfassung, Zeiterfassung für Aufträge, Überwachung der Kapazitätsbelegung, Terminüberwachung, Mengenerfassung / Überwachung der Mengenbewegungen,

-Instandhaltungswesen,

-Qualitätsscherung mit Mengenerfassung nach Gut / Schlecht und Erfassung der Daten unterschiedlicher Qualitätsmerkmale,

-Kostenrechnung,

-Personendatenerfassung (zum Beispiel bei Gleitzeit),

-Schwachstellenanalysen (Maschinennutzungsüberwachung),

- sonstige Erfassungsaufgaben, wie Wiegedatenerfassung. Tankdatenerfassung, Kantinendatenerfassung, Datenerfassung bei der Zugangssicherung, Datenerfassung bei in den Betriebsablauf eingegliederten technischen Steuerungen.,

- häufig in der Quintessenz gegen über einzelnen Aufgabengebieten

übergreifend als Aufgabe gestellte Zielsetzung der Betriebsdatenerfassung: Beschleunigung des innerbetrieblichen Informationsflusses zur Verbesserung von Management-Entscheidungen.

Schrifttumsverzeichnisses sind eine gute Hilfe für den Interessenten, an Einzelinformationen zu kommen.

Hier einige ausgewählte Veröffentlichungen zur BDE-Thematik:

Bäck, U.: Rechnergestützte Betriebsdatenerfassung und Fertigungslenkung. Essen: Verlag W. Girardet 1977.

Bendeich, E.: Datenerfassung im Produktionsbereich. Mainz: Krausskopf-Verlag 1977.

Kovats, L. G.: Brevier für Projektierung und Evaluation von Betriebsdatenerfassungssystemen, Personalzeiterfassungssystemen, Zutrittskontrollsystemen. München: Explora - Institut für Industrieberatung und Marktforschung 1979.

Roschmann, K.: Automatisierte Datenerfassung für Fertigungssteuerung

und Kostenrechnung. Mainz: Krausskopf-Verlag 1973.

Roschmann, K.: Elektronische Fertigungsüberwachung- Betriebsdatenerfassung. Stuttgart, Wiesbaden: Forkel-Verlag 1974.

Roschmann, K. u. a.: Betriebsdatenerfassung mit Terminalsystemen.

Grafenau/Württemberg: expert (Lexika) Verlag 1976.

Roschmann, K. u. a.: Betriebsdatenerfassung in Industrieunternehmen.

Leitfaden für die Einführung und Anwendung der Betriebsdatenerfassung.

Herausgegeben vom AWV (AWV-Schrift 251).München:Verlag Moderne Industrie 1979.

Roschmann, K.:... Betriebdatenerfassung ... Überblicksaufsätze. Fortschrittliche Betriebsführung und Industrial Engineerings (FB/IE)

24 (1975) H. 4 S. 233 bis 247,

25 (1976) H. 4 S. 197 bis 205,

26 (1977) H. 4 S. 264 bis 268,

27 (1978) H. 4 S. 228 bis 236,

28 (1979) H. 4 S. 221 bis 232,

29 (1980) H. 4 S. 226 bis 244,

Roschmann, K.: Fertigungssteuerung - Einführung und Überblick. München: Carl Hanser Verlag 1980.

-Karlheinz Roschmann ist Professor an der Fachhochschule Konstanz, Braunegger Straße 55, Postfach 7729, D-7750 Konstanz 1 Telefon (0 75 31) 2 10 31.