Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.03.2001 - 

Karlsruhe gewinnt den CW-Hochschultest

Die besten Informatikunis liegen im Ländle

Baden-Württemberg bildet offenbar die besten Informatiker aus. So urteilten zumindest 224 Unternehmen, die sich am CW-Hochschultest beteiligten. Von CW-Mitarbeiterin Ingrid Weidner

Lange Gesichter in München, allen Grund zum Jubeln dagegen in Karlsruhe und Stuttgart: Dort suchen Unternehmen am liebsten nach Absolventen des Studienfaches Informatik. 21,7 Prozent der Befragten gaben an, dass die badische Hochschule zu ihren Favoriten gehört. Die Technische Universität gehörte zu den ersten Hochschulen, die 1969/70 das Studienfach Diplominformatik in ihr Curriculum aufnahmen. Bereits 1972 gab es eine eigene Fakultät, und mittlerweile haben mehr als 3500 Absolventen dort ihr Diplom erworben. Beim letzten Ranking der COMPUTERWOCHE im Jahr 1997 belegte Karlsruhe ebenfalls den ersten Platz.

Gute Noten für die EtabliertenAuf den zweiten Platz wählten die Vertreter der Wirtschaft die Universität Stuttgart. Obwohl die Informatikfakultät dort später gegründet wurde und weniger Studierende ihren Abschluss erwerben, steht die Hochschule in der Gunst der Personaler ganz weit oben. Neben einem Diplominformatik-Abschluss bietet die schwäbische Universität einen Magisterstudiengang in Informatik und ein Lehramtsstudium für das Fach an. Ein Grund für das hohe Ansehen könnte die Praxisnähe der Hochschule sein, denn es bestehen enge Verbindungen zu Industrie und Verwaltung.

Auf dem dritten Platz der Beliebtheitsskala folgt die Technische Universität Darmstadt. Gemeinsam mit Karlsruhe zählt sie zu den ältesten und traditionsreichsten Informatikuniversitäten. Zwar streiten die beiden Hochschulen, wer als erste eine Informatikausbildung anbot, bei der Beliebtheit besteht dagegen kein Zweifel: Karlsruhe liegt vorne.

Studenten zieht es ins AuslandBei den Fachhochschulen darf Baden-Württemberg ebenfalls alle Siegeslorbeeren für sich in Anspruch nehmen: Auf die erste Stelle schaffte es die Fachhochschule in Furtwangen, dicht gefolgt von der Fachhochschule Esslingen, Hochschule für Technik (FHT).

Im Auftrag der CW befragte Westerwelle Consulting & Media AG aus Hamburg im Herbst 2000 insgesamt 1920 Unternehmen. An der Studie beteiligten sich schließlich 224 Firmen, darunter 11,9 Prozent Startups, 27,9 Prozent mittelständische Betriebe und fast zur Hälfte (48,8 Prozent) Großunternehmen. Jede vierte befragte Firma kommt aus dem Großraum Frankfurt. Als Arbeitsschwerpunkte nannten 23 Prozent der Befragten Software und E-Commerce, 20,1 Prozent rechnen sich zum Consulting-Bereich. Finanzdienstleistungen und produzierendes Gewerbe folgen auf dem dritten und vierten Platz. Aus den Branchen Medien, Kommunikation und Handel war die Rücklaufquote des Fragebogens gering.

Zu den Fragen gehörte, wie gut die Professoren die Studieninhalte vermitteln, welchen Wert eine Hochschule auf den Praxisbezug legt und welche Rolle die Theorievermittlung spielt. Die vierte Frage beschäftigte sich mit der internationalen Ausrichtung der Ausbildungsstätten.

Die Technische Universität München belegt bei der Theorievermittlung mit 91,25 Punkten den ersten Platz. Auf dem zweiten Rang folgen mit 88,75 Punkten die Technische Universität Darmstadt und auf dem dritten Platz die RWTH Aachen. Die Universität Stuttgart liegt hier auf dem vierten Platz, Karlsruhe muss sich mit dem sechsten Platz zufrieden geben.

Erwartungsgemäß belegen die Fachhochschulen bei der Frage nach einem hohen Praxisbezug die ersten Ränge. Die Spitzenposition mit 87,50 Punkten sicherte sich die Fachhochschule Wedel bei Hamburg, dicht gefolgt von der FHT Esslingen mit nur 0,5 Punkten Rückstand. Auf dem dritten Platz findet sich die Fachhochschule Furtwangen. Ganz knapp schaffte es die Universität Ulm auf den vierten Platz, und mit nur 0,5 Punkten Unterschied besetzt die Fachhochschule Karlsruhe den fünften Rang. So schlecht scheint es mit dem Theorie-Praxis-Bezug an den Universitäten nicht bestellt zu sein, denn Dortmund konnte sich den sechsten Platz sichern.

Die internationale Ausrichtung ist den Unternehmen zwar nicht besonders wichtig, wenn sie Personal suchen, allerdings spielt ein Auslandssemester oder zumindest ein Praktikum an einer Partneruniversität für die Studierenden eine immer größere Rolle. Die besten internationalen Kontakte hat nach Meinung der Unternehmen die FHT Esslingen, denn die schwäbische Fachhochschule erhielt mit 91,50 die höchste Bewertung. Auf dem zweiten Platz, allerdings mit deutlichem Abstand, liegt die Universität Saarbrücken, die Technische Universität München folgt mit 72,50 Punkten auf dem dritten Platz, und die RWTH Aachen muss sich mit 70 Punkten mit dem vierten Platz begnügen.

Qualität der Lehre ist überall gutBei der vierten Frage, welche Hochschulen die besten Professoren hat, fiel das Ergebnis denkbar knapp aus. Mit 83,50 Punkten eroberte sich die RWTH Aachen knapp Rang eins, dicht gefolgt von der Universität in Frankfurt. Zwar konnte die hessische Alma Mater bei den anderen Fragen nicht unter die Spitzenplätze vorrücken, die Lehrtätigkeit ihrer Professoren bewerteten die befragten Unternehmen mit 83 Punkten dagegen als ausgezeichnet. Auf dem dritten Platz folgt die Universität Karlsruhe, und die Technische Universität Darmstadt belegt mit 80 Punkten den dritten Platz. Die Universitäten in Saarbrücken, München und Stuttgart folgen auf den weiteren Rängen. Belegte die Fachhochschule Wedel beim Thema Praxisbezug den ersten Platz, liegt sie bei der Qualität ihrer Professoren nach Meinung der befragten Unternehmen mit nur 59,25 Punkten im hinteren Teil der Rangliste. Allerdings müssen sich die Studierenden keine ernsthaften Sorgen über die Qualität der Lehre an den Hochschulen machen, denn keine erhielt die Beurteilung "schlecht".

Hochschul-Marketing gefragtIn der Studie ging es nicht nur um die besten Hochschulen, sondern auch um die Frage, wie die Unternehmen Informatiker rekrutieren, was sie von den Studierenden erwarten und wie groß ihr künftiger Bedarf an Absolventen sein wird.

Ein Trend wird in der Studie besonders deutlich: Um an die knappen Informatiker zu kommen, müssen sich die Arbeitgeber schon früh um die Studierenden bemühen. Das Hochschul-Marketing hat deshalb Hochkonjunktur. Den Unternehmen stehen dabei vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung: vom schlichten Werbeplakat über Vorträge, Praktika und Diplomarbeiten bis hin zu gesponserten Forschungsaufträgen oder gar einem Lehrstuhl sind den guten Ideen keine Grenzen gesetzt. Firmen investieren hier kräftig. Bei nur 27 Prozent liegt der Etat unter 100000 Mark, gut ein Drittel gibt zwischen 100000 und 500000 Mark aus, und 10,2 Prozent der befragten Firmen lassen sich das Hochschul-Marketing zwischen 500000 und einer Million Mark kosten. Der Durchschnitt liegt mit 421385 Mark immerhin bei einer knappen halben Million Mark jährlich.

Unternehmen suchen PraktikantenSchon heute betreut bei 14 Prozent der Unternehmen eine eigene Abteilung die Hochschulaktivitäten, während bei den anderen Firmen die Personalabteilungen dafür zuständig sind. Allerdings gibt es Unterschiede bei den Branchen. Die Finanzdienstleister lassen sich die Nachwuchssuche durchschnittlich 604800 Mark kosten. Dagegen geben jüngere Branchen aus den Bereichen E-Commerce und Software mit 288367 Mark vergleichsweise wenig aus. Consulting-Unternehmen wenden im Schnitt 580811 Mark für die Bewerbersuche auf.

Bei der kreativen Mittelverteilung könnte ein wenig mehr Phantasie nicht schaden. Das meiste Geld, nämlich 42,2 Prozent, das Unternehmen für das Hochschul-Marketing ausgeben, fließt in Print- oder Online-Anzeigen, 28,9 Prozent werden für Hochschul-, Fach- und Recruiting-Messen ausgegeben, und nur bescheidene 3,6 Prozent kommen dem Sponsoring von Hochschulen zugute.

Die regionale Nähe sowie der Studienort des IT-Verantwortlichen beeinflussen laut Studie die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wenig. Die Personalpolitik nach dem Motto "Wir rekrutieren bevorzugt von der Hochschule, an der der Chef studiert hat" ist nur für 15,4 Prozent der Befragten von Bedeutung.

Ganz wichtig ist dagegen der Praxisbezug der Hochschule: Bei 82,8 Prozent ist dies das ausschlaggebende Kriterium. Einen optimal zum Unternehmen passenden Schwerpunkt berücksichtigen 62,7 Prozent bei ihrer Entscheidung. Für mehr als die Hälfte der Befragten kommen eine hohe Reputation des Fachbereiches und die Nähe der Hochschule als Entscheidungskriterium dazu. Dagegen spielt die internationale Ausrichtung der Universitäten nur bei 26,2 Prozent eine Rolle. Überraschend ist auch das Ergebnis, dass nur 10,2 Prozent der Firmen aufgrund eines hohen Forschungsstandards mit einer Hochschule zusammen arbeiten.

In punkto Kooperation von Unternehmen und Hochschulen fiel die Antwort eindeutig aus: 84,8 Prozent der Befragten bevorzugen Praktika. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Firmen holen sich für relativ wenig Geld gut ausgebildete Arbeitskräfte, die Studierenden können Praxisluft schnuppern. Um genügend freie Plätze müssen sie sich nicht sorgen, denn der Bedarf bei den Firmen steigt. 81,9 Prozent der Unternehmen gab an, IT-Studenten zu beschäftigen. Für viele Praktikanten mündet der Studentenjob in eine Festanstellung; 78,4 Prozent der Betriebe bestätigten, dass die jungen Leute gute Chance auf Übernahme hätten. Immer beliebter wird die Vergabe von Diplomarbeiten. Schon heute nützt mehr als die Hälfte diese Form der Kooperation.

Kooperation Uni - Wirtschaft unbefriedigendAuch wenn Praktika und Diplomarbeiten fleißig vergeben werden, sind nur neun Prozent der Unternehmen mit der Zusammenarbeit mit den Hochschulen zufrieden. Fast 80 Prozent der Befragten wünschen sich einen direkten Ansprechpartner an den Hochschulen, der sie auf dem Laufenden hält.

Nach wie vor unglücklich sind die Firmen darüber, dass der IT-Arbeitmarkt so eng ist. Suchten die Arbeitgeber 1998 noch durchschnittlich 28,9 Informatiker, stieg die Zahl zum Ende des Jahrtausends auf 65,6 Mitarbeiter an. Für dieses Jahr bezifferten sie ihren Bedarf mit 69,1 Mitarbeiter. Die Unternehmen suchen vorrangig Leute für den Bereich Anwendungsentwicklung und Programmierung, 89,9 Prozent meldeten hier großen Bedarf an. Fast zwei Drittel der Befragten möchten die neu angeheuerten Informatiker in der Netzwerkbetreuung einsetzen, und bei 59 Prozent sollen die Absolventen künftig in der Beratung tätig sein.

Neben den Informatikern und Wirtschaftsinformatikern haben auch Absolventen anderer Studienfächer gute Einstiegschancen bei IT-Arbeitgebern. Betriebswirte sind bei 55 Prozent der Unternehmen willkommen, 51 Prozent möchten Mathematiker engagieren und 46 Prozent Absolventen der Ingenieurstudiengänge. Schlusslicht bei den gesuchten Studienfächern sind Physiker, denen nur 32 Prozent einen hohen Stellenwert zusprechen. Die Frage "Universitäts- oder Fachhochschulabschluss?" spielt nur bei einem Viertel der Firmen eine Rolle, bei drei Viertel der Unternehmen genießen beide Studienabschlüsse das gleiche Ansehen.

Arbeitsmarkt bleibt angespanntKritischer sind die Firmen gegenüber Absolventen anderer Studienfächer. 29 Prozent gaben an, dass ein allgemeines Studium und eine zusätzliche Informatikausbildung nicht ausreichen, 43 Prozent machen ihre Entscheidung vom Umfang der Zusatzausbildung und der Qualität abhängig, und 28 Prozent lehnen diese Form der Qualifikation ganz ab. Quereinsteigern mit guten Fachkenntnissen schreibt die aktuelle Studie jedoch gute Chancen zu.

Ein Studium allein reicht nicht mehr als Schlüsselkriterium aus. Zusätzlich zu den Fachkenntnissen schätzen die Firmen die so genannten Soft Skills als ein immer wichtiger werdendes Einstellungskriterium. Faktoren wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Flexibilität und Kreativität sind für fast die Hälfte der Befragten sehr wichtig. Immerhin gaben 75 Prozent der Firmen an, dass sie ihren Mitarbeitern eine vertiefende betriebseigene Weiterbildung anbieten.

Trotz Kooperationen und neuen Rekrutierungsmöglichkeiten bleibt der Arbeitsmarkt für Informatiker angespannt. 52,7 Prozent der Befragten sprachen deshalb von großen Schwierigkeiten bei der Suche nach neuen Mitarbeitern, 16,9 Prozent sogar von sehr großen. Kaum Probleme haben nach eigenen Angaben lediglich drei Prozent.

Diskutieren Sie mit unsIn Baden-Württemberg studieren und bei Siemens arbeiten, das lässt die Herzen der Informatiker höher schlagen. Auch in diesem Jahr steht der Elektronikriese in der Gunst der Studierenden unangefochten auf dem Siegertreppchen.

Die besten Hochschulen dagegen finden sich in Schwaben und Baden. Die Traditionsuniversität Karlsruhe belegte den ersten Platz, Stuttgart den zweiten. Auch bei den Fachhochschulen haben mit Furtwangen und Esslingen zwei Bildungsstätten aus dem Ländle das Rennen für sich entschieden.

Unter www.young-professional.de möchten wir gerne mit Ihnen diskutieren, weshalb gerade die Dinos aus der Old Economy so beliebt sind und ob das Arbeiten bei den ehemaligen Stars am Neuen Markt völlig unattraktiv geworden ist. Zog der verblassende Aktienglanz gleich alles mit sich ins Bodenlose? Was gehört für Sie zu einem attraktiven Arbeitgeber? Viel Geld, ein sicherer Job oder eine 35-Stunden-Woche? Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion.

Die beliebtesten Informatikunis

1. Universität Karlsruhe (TH) 21,7

2. Universität Stuttgart 19,3

3. Technische Universität Darmstadt 17,6

4. RWTH Aachen 16,4

5. Technische Universität München 15,6

6. Universität Mannheim 14,3

7. Fachhochschule Furtwangen 12,3

8. Fachhochschule Technik Esslingen 11,9

9. Universität Frankfurt/Main 11,5

10. Universität Dortmund 10,7

11. Universität Ulm 9,8

12. Universität Saarbrücken 9,4

13. Universität Gesamthochschule Paderborn 8,6

14. FHTW Berlin 8,2

15. Universität Hamburg 7,8

16. Fachhochschule Wedel 7,8

17. Fachhochschule Augsburg 7,4

18. Technische Universität Dresden 7,4

19. Universität Bremen 7,0

20. Fachhochschule Karlsruhe 6,6

21. Fachhochschule Darmstadt 6,1

22. Technische Universität Chemnitz 5,7

23. Universität München 5,3

24. Fachhochschule Dortmund 5,3

Angaben in ProzentQuelle: Westerwelle

Abb.1: Praxisbezug an den Hochschulen

Wie nicht anders zu erwarten, belegen die Fachhochschulen die vorderen Plätze. Quelle: Westerwelle

Abb.2: Lehrqualität von Professoren

Die Uni-Professoren haben scheinbar ein besseres Image als die FH-Professoren. Quelle: Westerwelle

Abb.3: Qualität der Theorievermittlung

Die traditionsreichen Hochschulen sind die Sieger, wenn es um die Theorievermittlung geht. Quelle: Westerwelle

Abb.4: Internationale Ausrichtung

In keiner Auswertung ist der Sieger so eindeutig ausgefallen: Esslingen hat die besten Auslandskontakte. Quelle: Westerwelle