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29.06.2015 - 

Best in eCommerce 2015

Die besten Projekte stehen fest – Ergebnisse und Impressionen

Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
Beim Best-in-eCommerce-Wettbewerb 2015 qualifizierten sich insgesamt 16 Projekte für die Finalisten-Runde. Die besten Projekte wurden am 17. Juni auf der tools Expo + Konferenz in Berlin prämiert.

Auf dem Best-in-eCommerce-Areal der tools Expo + Konferenz in Berlin lieferten sich am 16. und 17. Juni einige der insgesamt 16 Finalisten ein zum Teil hartes und äußerst spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen für den Award "Best in eCommerce 2015". Keine leichte Aufgabe für die Jury, die in insgesamt sieben Kategorien die Spitzenleistungen ausloteten.

Die Juroren hakten bei jedem Projekt noch einmal gründlich nach…
Die Juroren hakten bei jedem Projekt noch einmal gründlich nach…

"Die Jury hat dabei nicht nur das optische Endprodukt - den Onlineshop - sondern auch die Umstände und die während des Projekts zu bewältigenden Herausforderungen bei der Preisvergabe berücksichtigt.", erläutert Jochen Fuchs, Ressortleiter E-Commerce bei t3n Magazin und Jury-Mitglied bei Best in eCommerce.

Quiz zum Arbeitsplatz der Zukunft

Auch die zweite Ausgabe des "Best in eCommerce"-Wettbewerbs hatte einen klaren Fokus auf B2B-Projekte. "Das ist auch gut so. Denn das Potential für die digitale Transformation im B2B-Handel ist noch weitgehend unerschlossen", zieht Dr. Ronald Wiltscheck, Chefredakteur von ChannelPartner und Mit-Initiator von Best in eCommerce, Bilanz. Der nächste Kongress will das Bewusstsein dafür noch weiter schärfen: "Viele Geschäftsprozesse in der Interaktion zwischen Unternehmen sind noch nicht automatisiert. Mit der Ausweitung des Wettbewerbs auf Digital Commerce wollen wir mit Best-Practice-Beispielen der IT-Branche den Weg in den komplett digitalisierten B2B-Handel aufzeigen."

Die Gewinner der Best in eCommerce Awards 2015

Award

Gewinner

Beste ERP-Integration, Platz 1

Actindo / CITTI Unternehmensgruppe (Lieferello )

Beste ERP-Integration, Platz 1

Softengine / Office Partner

Beste Händlerintegration im Marken-Shop, Platz 1

gaxsys / Tao Sportswear

Beste Händlerintegration im Marken-Shop, Platz 2

Arendicom /Kingsland AS

Beste Innovation, Platz 1

Phizzard / Shoepassion.com und Bodycheck

Beste Innovation, Platz 2

bitbakers / flour.io

Beste Logistik-Optimierung, Platz 1

BorderGuru / Venus Fashion

Beste Performance-Verbesserung, Platz 1

Nexinto / Otto.de

Beste Performance-Verbesserung, Platz 2

Claranet / OutletCity Metzingen

Bester B2B-Shop, Platz 1

ElectronicSales / Wiedenmann

Bester B2B-Shop, Platz 2

Dixeno / Unilever Food Solutions

Bester Relaunch B2B, Platz 1

Kienbaum / Heidelberger Druckmaschinen

Bester Relaunch B2B, Platz 2

ElectronicSales / Layer-Grosshandel

Bester Relaunch B2B, Platz 3

atlantis media / imcopex office supplies

Beste E-Payment-Integration, Finalist

gotomaxx / Sunny Cars

Beste Performance-Verbesserung, Finalist

Lengow SAS / design4living

Bestes B2B-Shop-Projekt

"ElectronicSales beeindruckte mit zwei Wettbewerbseinreichungen, die deutlich machten, welche speziellen Herausforderungen und Komplexität die Umsetzung von eCommerce-Projekten im B2B-Umfeld mit sich bringt", erklärte eCommerce-Experte und Jury-Mitglied Matthias Hell. "Als deutscher Mittelständler entwickelte der Shop-Hersteller dabei passgenaue Lösungen, die auch mit dem Angebot internationaler eCommerce-Anbieter mithalten können."

Mit dem Shop-Projekt bei Wiedenmann Großhandel qualifizierte sich ElectronicSales für den ersten Platz. "Der neue Shop eint Infoportal und Verkauf und bietet einen Produktkonfigurator. Im direkten Vergleich konnte der B2B-Shop von Wiedenmann mit einem höheren Nutzwert für alle Beteiligten Stakeholder aufwarten", urteilte Juror Jochen Fuchs.

Der von Dixeno bei Unilever Food Solutions umgesetzte neue B2B-Shop konzentriert sich nach Ansicht der Jury darauf, einen zentralen Zugang zu den weiterhin genutzten Großhändlershops zu gewährleisten und bietet damit lediglich einen gleichbleibenden Nutzen bei den Händlern.

"Nach meinem Dafürhalten war nicht jeder Finalist in seiner Präsentation gut, aber speziell Unilever möchte ich noch einmal hervorheben. Hier fand ich Produkt und Präsentation wirklich hervorragend, es gab aber leider tatsächlich noch einen etwas besseren Konkurrenten", merkte Jury-Mitglied Michael Köster Manager CIO Advisory, KPMG AG, und Stellv. Vorsitzender der Arbeitsgruppe Handel des BITKOM, an.

Die Jury ringt um die Schlussbewertung. (v.l. im Uhrzeigersinn: Jochen Fuchs (t3n), Michael Köster (KPMG/Bitkom), Jens Rothenstein (ECC Köln), Michael Hell (eCommerce-Experte)
Die Jury ringt um die Schlussbewertung. (v.l. im Uhrzeigersinn: Jochen Fuchs (t3n), Michael Köster (KPMG/Bitkom), Jens Rothenstein (ECC Köln), Michael Hell (eCommerce-Experte)

Bester Relaunch eines B2B-Shop Projekts

In dieser Kategorie wetteiferten Kienbaum Management Consultants mit Heidelberger Druckmaschinen, ElectronicSales mit Layer Großhandel und Atlantis Media mit Imcopex um den ersten Platz.

Das Urteil der Juroren: "Alle drei Projekte verbesserten im Rahmen ihres Relaunchs den Online-Kanal der beteiligten Großhändler und Hersteller." Die größte Einzelleistung maß die Jury dem Kienbaum-Projekt zu. Es galt, das Traditionsunternehmen Heidelberger Druckmaschinen mit Prozessbeteiligten in 21 Ländern davon zu überzeugen, das geschlossene, nur Bestandskunden zur Verfügung stehende Shopsystem zu überwinden - zugunsten eines offenen und mit Preisen versehenen Shopsystems "Die technische Umsetzung war hoch komplex, hinzu kam die Einführung eines zentralen Produkt-Informationssystems, was neben der Umsetzung weitere Prozessberatung und eine mit großem Aufwand verbunden Datenmigration beziehungsweise -Erfassung nach sich zog. Das gab bei der Jury den Ausschlag für die Erstplatzierung", so Jochen Fuchs.

ElectronicSales überzeugte die Jury beim LayerGroßhandel-Projekt mit einer komplexen Teilmengen-Preis-Matrix, die Verpackungs- und Längeneinheiten mit Mindermengen- oder Anschnittzuschlägen so verbindet, dass Kunden auch kleinere oder abweichende Mengen bequem bestellen können.

Beste Innovationen

Phizzard sicherte sich mit den Projekten bei Shoepassion.com und Bodycheck den ersten Platz. "Ich war ich erstaunt, wie nachhaltig und konsequent die Truppe ihr Service- und Software-Angebot weiter ausbaut und um neue Bestandteile erweitert, die sich sehr sinnvoll in das Portfolio integrieren", erklärte Michael Köster.

Das Urteil der Jury: Phizzard zeigte, wie eine Kiosklösung einen echten Nutzwert für den Endkunden erbringen kann und dabei sowohl den stationären als auch den Online-Kanal gut mit einbezieht. "Die Einschätzung und Speicherung von Abweichungen bei Konfektions- und Schuhgrößen während der Anprobe führt zu einem hohen Nutzwert für den Kunden und einer geringeren Retourenquote im Handel. Der hohe Innovationsgrad führt unweigerlich zum ersten Platz.", so Jochen Fuchs, und Matthias Hell ergänzte: "Hier wurde eindrücklich demonstriert, wie sich mit eCommerce-Funktionalitäten wie Nutzerbewertungen, Produktempfehlungen und Kennzahlenauswertungen auch das stationäre Geschäft weiterentwickeln lässt."

Beste Händler-Integration im Markenshop

"Die Logistik-Dienstleister Arendicom mit dem Projekt bei Kingsland und Gaxsys bei Tao Sportsware zeigten in dieser Kategorie überzeugend, wie sich stationäre Fachhändler in die eCommerce-Wertschöpfungskette von Herstellern einbinden lassen und boten damit einen guten Ausweg aus dem Amazon-Dilemma, mit sich viele Händler und Hersteller konfrontiert sehen", begründete Matthias Hell die Entscheidung der Jury.

Gaxsys stellt Tao Sportswear das Betriebssystem für einen Markenshop zur Verfügung, das der Marke ein Onlinegeschäft ermöglicht ohne den Fachhandel zu kannibalisieren. Ausschlagebend für die Prämierung war ein interaktiver Verkaufsstand mit digitalem Kiosksystem, das dem Kunden im Fachhandel erlaubt, direkt bei Tao Produkte zu bestellen, die nicht im Handel vorrätig sind. Der Händler bekommt in diesem Fall eine Provison gutgeschrieben.
Jury-Mitglied Michael Köster fand hier außerdem das Potential für die Stadtentwicklung sehr interessant: "Das sind zwei Aspekte der Lösung, die in der reinen Kategorie gar nicht so deutlich werden konnten"

Beste ERP-Integration

Die beiden ERP-Integrationsprojekte von Softengine bei OfficePartner, einem Onlineshopfür Büroartikel und Bürokommunikation, und von Actindo beim Gourmet-Onlineshop Lieferello.de haben nach Meinung der Jury aus unterschiedlichen Startpositionen ein hohes Projektziel erreicht.

Softengine hat aus einer beim Kunden über 16 Jahre hinweg gewachsenen, klassischen Lizenzsoftware eine leistungsfähige und moderne Lösung auf den Weg gebracht, die sich in der Transition zu einer Cloud-Lösung befindet.

Actindo implementierte bei Lieferello binnen 12 Wochen eine moderne SaaS-ERP-Lösung, die mehrere Onlineshops, Marktplatzanbindungen, eine selbstständige Marke und einen stationäre Filiale an einer zentralen Datenbasis zusammenführt.

Erfolgreichste Performance-Verbesserung

Nexinto begleitete bei Otto.de nicht nur die Erneuerung der Rechenzentrums-Hardware für den Shop, sondern auch die Einführung einer neuen Entwicklungs- und Arbeitskultur. Zudem war Nexinto als "graue Eminenz" an der Entstehung der neuen, von Otto entwickelten Shopsoftware Lhotse beteiligt.

"In einem traditionsreichen, deutschen Familien-Konzern einen Paradigmen-Wechsel in der Entwicklungs- und Arbeitskultur im Geschäftsbereich E-Commerce herbeizuführen, ist eine große Aufgabe. Diese wurde hervorragend bewältigt, wie der aktuelle Stand der Dinge im Shop-Projekt Lhotse und im Geschäftsbereich eCommerce der Otto Gruppe belegen. Diese Leistung ist definitiv prämierungswürdig und wurde in der Gesamtleistung höher eingeschätzt als das Bewerberumfeld.", urteilte die Jury.

Beim von Claranet bei der Outletcity Metzingen umgesetzten Projekt überzeugte gleichwohl die Gesamtleistung der Umsetzung, aber auch die Präsentation: "Das Marketing-Feuerwerk und die engagierte Präsentation hätte ich von einem Infrastrukturanbieter so nicht erwartet", erklärte Jurormitglied Michael Köster sichtlich beeindruckt.

Beste Logistik-Lösung

Borderguru erspart Endkunden jede Menge Schmerz beim Einkaufen im Ausland. Das Logistikstartup bietet Händlern ein Plugin, das im Checkout bereits anfallende Zölle berechnet, Zahlungsarten anbietet und befördert anschließend das Paket des Onlinehändlers vom Lager im Herkunftsland durch den Zoll im Zielland und erledigt Zolldeklaration und Abwicklung.

Das Urteil der Jury: Der Nutzen für den Endkunden, der sein Paket ganz normal an die Haustür zugestellt bekommt und für den Händler, der sich nicht durch einen Wirrwarr von Zollvorschriften kämpfen muss, ist enorm. Sowohl der hohe Nutzen als auch der hohe Innovationsgrad bescheren Borderguru hier eine verdiente Auszeichnung.

"Hier habe ich eine starke Bodenhaftung von Anbietern einer ausgereiften Lösung gespürt", ergänzte Michael Köster. "BorderGuru will gar kein weltweites Logistiknetz aufbauen, sondern eine gute Lösung für die komfortable grenzüberschreitenden Lieferung sein, solange, bis schließlich irgendwann doch ein eigenes Standbein des Verkäufers in der Region entsteht."

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