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10.12.2007 - 

Modelle von Asus, Creative und Razer unter der Lupe

Die besten Soundkarten für Spieler

Daniel Visarius
Ohne mitreißende Sounduntermalung schafft auch die stimmigste Grafik keine fesselnde Spieleatmosphäre. In diesem Test erfahren Fachhändler, welche verschiedenen Soundtechniken für Spieler relevant sind und ob Onboard-Sound ausreicht.
Drei aktuelle Soundkarten für PC- Spieler von Asus, Creative und Razer stellten sich unserem Test.
Drei aktuelle Soundkarten für PC- Spieler von Asus, Creative und Razer stellten sich unserem Test.

Von Daniel Visarius, GameStar

Wer in Stereo und mit müdem Onboard-Sound spielt, dem entgeht sehr häufig ein dicker Brocken Atmosphäre. Die GameStar entschlüsselt die wichtigsten Sound-Techniken und testet mit der brandneuen "Xonar D2" von Asus (Straßenpreis zirka 180 Euro), Creatives "X-Fi Xtreme Gamer Fatal1ty Professional Series" (120 Euro) sowie Razers "AC-1 Barracuda" (200 Euro) drei aktuelle Soundkarten auf Spieletauglichkeit.

EAX

EAX ist eine Entwicklung von Crea-tive und beschreibt ein Verfahren, das Spielesounds passend zur Umgebung im Spiel verändert: So hallen Schritte in weitläufigen Höhlen fast lebensgetreu nach, oder Geräusche werden von im Weg stehenden Wänden je nach Anordnung im Spiel annähernd realistisch gedämpft.

Die aktuelle Version EAX 5.0 Advanced HD beherrscht allerdings nur die X-Fi-Serie. Für Soundkarten der Konkurrenz wie etwa die Xonar D2, die AC-1 Barracuda oder auch viele Onboard-Soundchips hat Creative lediglich das veraltete EAX 2.0 freigegeben, das nur wenige, nicht sehr überzeugende Effekte beherrscht. Allerdings müssen Spiele EAX 5.0 explizit unterstützen, was immer noch längst nicht alle Titel machen, die neu auf den Markt kommen.

Die meisten Spiele liefern heute bereits ein Surroundsignal, das räumliche Informationen über die abgespielten Klänge an den Soundchip liefert. Musik oder ältere Filme besitzen dagegen häufig nur ein Stereosignal mit Informationen für je einen Kanal links und rechts. Auf der Empfängerseite gibt es aber von Stereo- bis hin zu 5.1- oder 7.1-Lautsprechern eine Vielzahl an Wiedergabegeräten.

Daher beherrschen alle getesteten Soundkarten das sogenannte Upmixing, also das Verteilen eines Klangsignals auf das jeweils passende Lautsprechersystem. Damit können Sie etwa Ihre Musikstücke (Stereo) problemlos auf allen Lautsprechern eines 5.1-Systems wiedergeben oder den 5.1-Sound eines Spiels auf einer 7.1-Anlage. Die Techniken heißen Dolby Pro Logic IIx und DTS NeoPC bei Xonar D2 und AC-1 Barracuda sowie CMSS-3D bei Creatives X-Fi.

Surround trotz Stereo / Analog oder Digital

Alle drei Karten beherrschen virtuellen Raumklang. Dabei werden einzelne, mit Richtungsinformationen versehen Sounds mithilfe komplizierter Algorithmen akustisch verändert. So entsteht der teils verblüffend realistische Eindruck, der jeweilige Klang komme tatsächlich aus einer bestimmten Richtung obwohl bei einem Stereo-Headset im Gegensatz zu 5.1-Systemen ja nur zwei Lautsprecher Schallwellen aussenden (Dolby Headphone, Virtual Speaker und DTS NeoPC bei Xonar D2 und Barracuda, CMSS-3D bei der X-Fi). Tauschen Sie jedoch das Headset gegen gewöhnliche Stereolautsprecher, enttäuscht die virtuelle Raumsimulation aller drei Karten.

Beim Anschluss einer Surround-Anlage haben Sie die Wahl zwischen analoger oder digitaler Verbindung. Digitale Verbindungen haben den Vorteil, dass nur ein schmales Kabel statt drei oder vier (5.1- beziehungsweise 7.1- Anlage) von der Soundkarte zum PC muss.

Wenn Sie den PC digital mit einem passenden Boxensystem verbinden wollen, benötigen Sie zwei Dinge: erstens eine Soundkarte, die den Spieleklang digital vorbereiten kann (enkodieren), und zweitens einen Surround-Verstärker mit eingebautem Dekoder, der das Digitalsignal an die Lautsprecher verteilt. Hier punkten sowohl die Xonar D2 von Asus als auch Razers AC-1 Barracuda mit der entsprechenden Technik:

Beide beherrschen Dolby Digital Live sowie DTS Interactive. Das sind konkurrierende Verfahren, um den Surround-Sound von Spielen oder anderen Quellen im laufenden Betrieb in ein Digitalsignal umzurechnen. Die X-Fi kann das nicht: Wenn Sie diese digital an Ihre Lautsprecher anschließen, bekommen Sie in Spielen nur schnödes Stereo. Bei DVDs funktioniert der digitale Surround-Sound dagegen auch mit der X-Fi, weil die Tonspur bereits abspielbereit auf der DVD liegt.

Unterm Strich konnte die Gamestar in den zahlreichen Tests keinen hörbaren Unterschied feststellen egal ob analog oder digital.

Das Vista-Problem / Bewertungen

Mit Windows Vista hat Microsoft einen entscheidenden Teil der hauseigenen Audio-Engine geändert. Bei Windows XP konnten Spiele noch per DirectSound (Audio-Teil von DirectX) direkt auf die Hardware zugreifen, um Raumklang und EAX-Effekte zu beschleunigen.

Vista erlaubt das (angeblich) aus Stabilitätsgründen nicht mehr. Stattdessen werden alle Zugriffe per Software simuliert. Spiele, die Hardwarezugriff per DirectSound für EAX voraussetzen (wie unter XP üblich), erklingen unter Windows Vista folglich ohne EAX-Effekte. Einige Spiele fallen mit Vista sogar ganz auf Stereosound zurück.

Einen Ausweg aus dieser Situation ebnet die offene Sound-Schnittstelle OpenAL, die bereits seit Jahren in populären Spielen eingesetzt wird. OpenAL bietet ungestörten Zugriff auf die Sound-Hardware und ermöglicht so auch unter Vista die gewohnten EAX-Effekte samt Raumklang..

Mithilfe des ALchemy-Tools werden die DirectSound-Aufrufe im laufenden Betrieb in OpenAL übersetzt, sodass diese Spiele dann mit EAX und Raumklang laufen. Nachteil: ALchemy unterstützt lediglich ein paar Dutzend Spiele. Zudem knöpft Creative Besitzern der älteren Audigy-Karten zehn Dollar für das ALchemy-Tool ab.

Unterm Strich liefert die X-Fi Xtreme Gamer Fatal1ty Professional Series für 120 Euro das beste Klangerlebnis in Spielen. Sie beherrscht als Einzige das überzeugende EAX 5.0 sowie die beste Surround-Simulation auf Stereo-Headsets. Mit Windows Vista hat sie dank ALchemy zudem die wenigsten Probleme. Der starke X-Fi-Chip entlastet die CPU in Spielen,obwohl er die im Vergleich aufwändigsten Effekte aller Kandidaten berechnet.

Asus Xonar D2 und Razer AC-1 Barracuda glänzen dagegen vor allem mit der Unterstützung zahlreicher Multimedia-Formate wie Dolby Digital Live und DTS Interactive, allerdings beherrschen das teilweise auch wesentlich günstigere Onboard-Soundchips.

Die 180 Euro teure Xonar D2 kann zudem DRM-geschützte Musikstücke praktisch verlustfrei intern wiederaufnehmen und so die Kopierbeschränkungen legal aufheben. Das gilt zum Beispiel für bei iTunes gekaufte Tracks. Außerdem hat sie dank zahlreicher Software-Beigaben und Kabeln die beste Ausstattung im Testfeld.

Als teuerste Karte enttäuscht uns die AC-1 Barracuda (200 Euro) besonders in Spielen klingt sie nicht besser als die Xonar D2, und die magere Ausstattung kann ebenfalls nicht mithalten. BB