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18.10.2016 - 

Kaufberatung

Die besten WLAN-Repeater

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Mehr Tempo, stabilere Verbindungen: Ein WLAN-Repeater verbessert Ihr Funknetz zu Hause und im Büro nachhaltig. Um den richtigen Verstärker zu finden, sollten Sie auf bestimmte Merkmale achten.
Die besten WLAN-Repeater im Test.
Die besten WLAN-Repeater im Test.

Zahlreiche Tipps und Tools helfen Ihnen dabei, die Reichweite und die Geschwindigkeit des WLANS zu steigern. Doch irgendwann stoßen Sie damit an Grenzen: Dann erreicht der WLAN-Router trotz einer optimalen Position und besten Einstellungen Ihr Notebook, Smartphone oder den Rechner in weit entfernten Zimmern oder im nächsten Stockwerk nicht mehr. Jetzt ist die Zeit für einen WLAN-Repeater gekommen: Diese Hardware leitet die Signale des Routers weiter und vergrößert so die Reichweite seines Funknetzes. Die Preise für WLAN-Repeater – manchmal auch WLAN-Verstärker genannt – reichen dabei von unter 20 bis weit über 100 Euro. Doch das teuerste Modell muss nicht immer das beste sein. Denn wie gut ein Repeater funktioniert, hängt vom Router, vom Standort des Repeaters, von seiner Ausstattung und den Geräten ab, die über ihn Kontakt zum Router aufnehmen. Wir erklären, worauf Sie beim Kauf eines WLAN-Repeaters achten müssen, und stellen Ihnen die empfehlenswertesten Geräte mit ihren technischen Daten vor.

Tipp: Eine Schnellübersicht, welche Repeater in welcher Preisklasse die Nase vorn haben, finden Sie am Ende des Artikels.

Ein Repeater arbeitet als Vermittlungsstation für einen WLAN-Router: Er nimmt dessen Funksignale auf und gibt sie anschließend an andere WLAN-Clients weiter. Grundsätzlich lässt sich mit einem Repeater nicht die WLAN-Geschwindigkeit des Routers erhöhen, sondern nur die Reichweite seiner Funksignale. Dennoch entsteht dieser Eindruck im Praxiseinsatz: Denn wenn die Signale einen weiter entfernten WLAN-Client in besserer Qualität erreichen, muss dieser Daten nicht so oft erneut anfordern, was den Durchsatz bremsen würde. Aber weil ein Teil der Verbindung immer zwischen Router und Repeater abläuft, kann der Repeater nicht schneller arbeiten als der Router.

WLAN-Standards: Repeater und Router müssen zusammenpassen

Deshalb gilt als erste Kaufregel für einen Repeater: Sein Tempo muss zum Router passen – sofern Sie ihn nur als WLAN-Repeater einsetzen wollen. Verwenden Sie ihn als Access Point oder als LAN-Brücke, darf der Repeater ruhig schneller arbeiten. Achten Sie also darauf, dass Router und Repeater denselben WLAN-Standard benutzen, beispielsweise 11n. Um das Tempo des Routers optimal auszunutzen, sollte der Repeater darüber hinaus dieselbe Anzahl von MIMO-Streams unterstützen, also genauso viele parallele Datenströme übertragen können. Diese Angabe finden Sie in den technischen Daten, zum Beispiel in der Form „2x2“. Das bedeutet zwei parallele Datenverbindungen beim Senden und Empfangen.

Die meisten Repeater kommen platzsparend in einer Steckdose unter. Es gibt auch Modelle mit einer eigenen Steckdose, damit kein Stromanschluss verloren geht.
Die meisten Repeater kommen platzsparend in einer Steckdose unter. Es gibt auch Modelle mit einer eigenen Steckdose, damit kein Stromanschluss verloren geht.

Oder Sie achten darauf, dass sich die (theoretischen) Geschwindigkeitsangaben von Router und Repeater entsprechen, etwa „300 MBit/s.“ Unterstützt Ihr Router die beiden Funkfrequenzen 2,4 und 5 GHz gleichzeitig, dann sollte der Repeater dies ebenfalls beherrschen. Die Repeater-Hersteller sprechen in diesem Fall von Crossband-Technik, manche auch von Fast-Lane (Netgear) oder High-Speed-Modus (TPLink). Denn damit entgehen Sie der größten Tempobremse beim Repeater-Betrieb: Ohne den Dual-Band-Betrieb empfängt der Repeater ein Datenpaket auf derselben Frequenz, auf der er es im Anschluss daran an den WLAN-Client weitergibt. Das Paket belegt somit den Funkweg zweimal, dementsprechend halbiert der WLAN-Verstärker den Datendurchsatz zwischen dem Router und dem WLAN-Client.

Crossband-Repeater nutzen dagegen eine Frequenz für den Empfang und die andere für das Senden des Datenpaketes. Das heißt, die jeweilige Funkfrequenz steht sogleich für eine weitere Übertragung zur Verfügung, sobald das Datenpaket beim Repeater angekommen ist beziehungsweise ihn verlassen hat – das Resultat ist ein deutlicher Tempogewinn. Am besten erledigen das Crossband-Repeater, welche mit dem Router gleichzeitig über 2,4 und 5 GHz verbunden sind. Auf diese Weise kommen alle WLAN-Clients in den Genuss des höheren Tempos. Bei einigen Repeatern funktioniert Crossband hingegen nur für WLAN-Clients im 2,4- GHz- oder im 5-GHz-Band. Hier müssen Sie im Repeater-Menü festlegen, über welches Frequenzband die Verbindung zum Router läuft. Das jeweils andere steht dann für die Crossband-Verbindung zum Client zur Verfügung.

Des Weiteren gibt es Repeater wie den Fritz WLAN Repeater 1750E von AVM, die automatisch die schnellste Verbindung zwischen Router und WLAN-Client erkennen (intelligente Bandauswahl genannt) und hierfür zwischen Crossband-Modus und Übertragung auf derselben Frequenz auswählen.

Doppelt so schnell: Aktuelle Dual-Band-Repeater nutzen die Crossband- Technik, um auf unterschiedlichen Frequen- zen zu senden und zu empfangen.
Doppelt so schnell: Aktuelle Dual-Band-Repeater nutzen die Crossband- Technik, um auf unterschiedlichen Frequen- zen zu senden und zu empfangen.

Damit der Repeater ungestört arbeiten kann

Arbeitet Ihr Router über das 5-GHz-Band, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass er und auch der passende Repeater die Technik DFS (Dynamic Frequency Selection) beherrschen. Denn nur dann dürfen Sie sämtliche verfügbare Funkkanäle über 5 GHz benutzen. So können Sie Nachbar-WLANs ausweichen, die ebenfalls über 5 GHz arbeiten. Wenn DFS fehlt, stören sich 5-GHz-WLANs gegenseitig und der Temposchub beim Wechsel auf diese Frequenz bleibt aus. Fehlt dem Repeater DFS, obwohl der Router es beherrscht, können beide möglicherweise gar keine Verbindung aufnehmen: Dies gilt, wenn der Router einen höheren Funkkanal ab 48 benutzt, auf den der Repeater mangels DFS nicht umschalten kann. DFS lässt sich aber per Update nachrüsten, sofern der Hersteller eine entsprechende Firmware bereitstellt.

Router und Repeater unterschiedlicher Hersteller lassen sich gemeinsam betreiben. Allerdings können Sie dann bestimmte Funktionen in den Menüs nicht verwenden oder eine App zum Einrichten des Routers funktioniert nicht für den Repeater. Bei AVM beispielsweise lässt sich seit Fritz-OS 6.50 aus dem Routermenü heraus ein Firmware-Update für einen AVM-Repeater anstoßen.

Neben dem Router bestimmen aber auch die Anzahl und der WLAN-Standard der anderen Geräte im Heimnetz, welchen Repeater Sie kaufen sollten. Für den Fall, dass Sie lediglich Geräte mit 11n-Standard im Einsatz haben, genügt ein entsprechender Repeater. Dies gilt ebenfalls, wenn Sie die WLAN-Reichweite nur für ein bestimmtes Zimmer erweitern wollen, wo sich beispielsweise ein Rechner mit 11n- WLAN befindet. Oder Sie möchten das Funknetz in den Garten verlängern, wissen dabei jedoch, dass Sie dort nur mit einem 11n-Smartphone surfen werden.

Verfügen Sie über einen gemischten Gerätepark aus Geräten mit 11n und 11ac, sollten Sie stets den WLAN-Client mit dem höchsten Tempo als Ausgangspunkt nehmen: Denn wenn diese Clients über einen passenden Repeater ihren Funkverkehr flotter abwickeln können, geben Sie die Übertragungskanäle auch für die langsameren schneller wieder frei – so steigt der Datendurchsatz im gesamten WLAN.