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19.04.1996 - 

Tochterunternehmen fuer deutsche Marktaktivitaeten gegruendet

Die Bilanz der SAG weist fuer 1995 mehr Soll als Haben aus

"Wir rechnen fuer 1995 mit keinem positiven Ergebnis bei der AG", lautet die Formulierung, die der Generalbevollmaechtigte Gerhard Joerg waehlte, um die roten Zahlen aus dem Vorjahr anzukuendigen. Auf welcher Hoehe sich der Verlust bewegt, wollte der SAG-Manager allerdings nicht preisgeben. Statt dessen vertroestete er die interessierte Oeffentlichkeit auf eine fuer Mitte Juni geplante Bilanzpressekonferenz. Fuer 1994 hatte die Software AG nach Abzug der Steuern einen Minusbetrag von 11,6 Millionen Mark ausgewiesen, den sie vor allem auf Waehrungsschwankungen, ausserordentliche Investitionen in den Ausbau des suedostasiatischen Geschaefts und den schleppenden Absatz in Frankreich zurueckfuehrte.

In Deutschland schrieb das Unternehmen, so Joerg, auch 1995 schwarze Zahlen. Den hier erwirtschafteten Umsatz bezifferte der hochrangige SAG-Mitarbeiter auf rund 170 Millionen Mark. Damit waere das heimische Geschaeft geringfuegig (um knapp fuenf Prozent) zurueckgegangen.

Um die Einnahmen wieder anzuheben, ist es offenbar notwendig, sich staerker an den Kunden zu orientieren, die Verwaltungprozesse abzukuerzen und flexibler auf den Markt zu reagieren. Diese Punkte nannte Joerg als Beweggruende fuer die Auslagerung der Deutschlandaktivitaeten in ein selbstaendiges Tochterunternehmen.

Die SAG Systemhaus GmbH existiert offiziell seit dem 1. April dieses Jahres. Sie ist zu hundert Prozent im Besitz der Software AG, die ihre neue Tochter mit einem Kapital von fuenf Millionen Mark ausgestattet hat. Die Leitung des Unternehmens hat Joerg selbst uebernommen. Als der ehemalige Apple-Geschaeftsfuehrer im Sommer 1994 in das erweiterte SAG-Management berufen wurde, bezeichnete ihn der Vorstandsvorsitzende Peter Schnell bereits als den De-facto-Chef der deutschen Software AG.

"Man haette das eigentlich schon frueher machen muessen", antwortete der frischgebackene Geschaeftsfuehrer auf die Frage, warum die Software AG ihre deutschen Vertriebsaktivitaeten erst jetzt von den Holding- und Entwicklungsaufgaben getrennt hat. Aber die Vorbereitung einer solchen Ausgliederung sei eine komplizierte und zeitraubende Angelegenheit.

Von den bislang etwa 1300 in Deutschland taetigen SAG-Mitarbeitern verbleiben rund 800 in der Holding, waehrend die restlichen 500 jetzt fuer das Systemhaus arbeiten. Wie Joerg versichert, wird es im Rahmen dieser Neustrukturierung keine Entlassungen geben.