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19.03.1993 - 

Das Konzernergebnis ist noch unklar

Die Bilanz der Software AG sorgt fuer ziemliche Verwirrung

Im Gegensatz zu den Geschaeftsergebnissen herrscht immerhin ueber die Umsatzzahlen Einigkeit. Der vorlaeufige Umsatz des SAG- Konzerns inklusive auslaendischer Toechter wuchs von 556 Millionen Mark 1991 auf 618 Millionen Mark 1992 und damit um rund elf Prozent. In Deutschland stiegen die Erloese um rund 12,8 Prozent von rund 139 Millionen Mark im Geschaeftsjahr 1991 auf zirka 156 Millionen Mark im Folgejahr.

Auch wenn sich SAG zu den Konzerngewinnen jetzt gar nicht mehr aeussern will, steht fest, dass hier mit heftigen Einbruechen zu rechnen ist. Verzeichnete der Softwarehersteller 1991 noch rund 40 Millionen Mark Gewinn vor Steuern, betrugen 1992 allein die Minderertraege durch Waehrungsschwankungen mindestens 20 Millionen Mark. Anders als beim Konzernergebnis, scheint bei der Bilanz der deutschen Mutter wenigstens das Vorzeichen Plus festzustehen. "Sicher ist, dass die deutsche AG schwarze Zahlen schreibt", erklaert Kleinstueck.

Da die SAG rund 75 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaftete, wirke sich die Aufwertung der D-Mark negativ auf die Bilanz aus. So hat die SAG in Spanien laut Kleinstueck ein glaenzendes Ergebnis, das aber durch einen Waehrungsverfall von 17 Prozent wieder abgeschwaecht wird. Gute Umsaetze wuerden zudem in Grossbritannien und den Benelux-Laendern erzielt. Frankreich und Italien seien allerdings zwei Problemfelder, die Geschaefte in den USA gestalteten sich unuebersichtlich.

Fuer die Gewinneinbussen ist neben den Waehrungsschwankungen, so das SAG-Vorstandsmitglied Peter Schnell, der erhoehte Konkurrenzdruck verantwortlich, der niedrige Preise nach sich ziehe. Kleinere Softwarehaeuser treibe diese Entwicklung in den Ruin, nur professionelle Grossanbieter haetten in dem Sondierungsprozess noch gute Aussichten. Auch die sehr hohen Gehaelter spielten bei den Mindereinnahmen der SAG eine Rolle. Zudem seien die Investitionen, so Kleinstueck, hoeher ausgefallen als urspruenglich veranschlagt.

Angesichts dieser Entwicklungen strebt die SAG ein straffes Kosten-Management mit staerkerer Projektkontrolle an. Nachdem die Mitarbeiterzahl in Deutschland waehrend des letzten Jahres um 130 erhoeht wurde, soll der Personalstand jetzt konstant gehalten werden. Kleinstueck geht sogar davon aus, dass die natuerliche "Fluktuation ausgenutzt werden kann".

Gespannt warten Insider darauf, wie sich der Weggang des Vorstands Peter Page auf die Unternehmenspolitik auswirken wird. Er war in der Oeffentlichkeit mehrfach als Verfechter offener Systeme und Client-Server-Architekturen aufgetreten. Ob die SAG sich weiter in diese Richtung entwickelt, scheint fraglich. Bei der Vorstellung der Unternehmensstrategie verwies der ehemalige Tandem-Geschaeftsfuehrer Romin Neumeister, der seit Februar im SAG- Vorstand fuer die Bereiche Marketing, Vertrieb und Unternehmensberatung zustaendig ist, an erster Stelle auf den Mainframe-Markt. So plane die SAG, Adabas fuer R/2 und DB2 zu entwickeln. Zudem befinde sich eine DB2-Version von Natural in Vorbereitung.

Auf die Frage, welche Vorteile sich die SAG in einem schrumpfenden Grossrechnermarkt verspreche, antwortet Schnell: "Der Mainframe-Markt insgesamt wird zwar kleiner, aber, wenn wir hier unsere Anteile vergroessern koennen, laesst sich immer noch Geld verdienen."

Ansonsten hofft die SAG, durch Kooperationen ihre Ergebnisse zu verbessern. So setzen die Darmstaedter auf Vereinbarungen mit Hardwareherstellern wie NCR, Hewlett-Packard, ICL, IBM und Apple sowie auf die Zusammenarbeit mit SAP. Vorstandschef Schnell sieht den Schwerpunkt im Bereich Standardsoftware, wobei die SAG nicht vorhabe, Fertigpakete anzubieten.