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16.02.1990 - 

Diebold prognostiziert fundamentale Neugestaltung

Die bisherige Segmentierung des DV-Marktes löst sich auf

BERLIN (CW) - Die traditionelle, technisch ausgerichtete Aufteilung des Marktes für Informationstechnik wird in den 90er Jahren einer eher lösungsorientierten Segmentierung weichen. Diese Ansicht vertrat John Diebold, Gründer und Chairman der Diebold Group Inc., New York, anläßlich des dritten Software-Unternehmer-Gesprächs in Berlin.

Der UA-Analyst stellte in Berlin eine Reihe von Prognosen zur Diskussion, die auf den Ergebnissen einer Diebold-internen Marktstudie beruhen. Demnach ist der bislang durch überdurchschnittliche Wachstumsraten und Gewinnspannen sowie eine Vielfalt kleiner Anbieter charakterisierte Informationstechnik-Markt in eine Phase der "Reife" eingetreten.

Weiterhin werden sich laut Diebold zwei entgegengesetzte Typen von Marktteilnehmern herauskristallisieren: Auf der einen Seite große, multinationale Unternehmen, auf der anderen kleine und risikofreudige Nischenanbieter. Mittlere Betriebe mit Jahresumsätzen zwischen drei und zwölf Milliarden Dollar werden folglich bis auf wenige Ausnahmen vom Markt verschwinden.

Die Domäne künftiger DV-Multis seien neben der Herstellung standardisierter Massenprodukte der Entwurf und die Realisierung sogenannter Infrastruktur-Dienste.

Als Voraussetzung dafür nennt Diebold die Tatsache, daß sich die Grenzen zwischen der DV-Industrie im engeren Sinn sowie den öffentlichen Netzbetreibern und den privaten Informationsdienstleistern zunehmend verwischen.

Wie der New Yorker Unternehmensberater erläutert, bezeichnet der Begriff "Infrastruktur" eine Reihe von Kernservices als Voraussetzung für Geschäftsaktivitäten, die vordergründig keine Beziehung zur Informationstechnik haben. Zu diesen Diensten zählen beispielsweise Sicherheitsfunktionen, Fernwartung, Ausbildung und Training sowie letztendlich sogar Unterhaltungsangebote. Die Betreiber solcher Service-Leistungen werden, so Diebold, nicht mit den Herstellern identisch sein.

Das, was wir heute als Informationstechnik kennen, sieht Diebold in einem Marktsegment aufgehen, das er "Business Systems Components" nennt. Dieser Bereich umfaßt Standard-Hardware, neue oder für bestimmte Zwecke optimierte Rechner-Komponenten sowie horizontale und vertikale Softwarepakete.

Der bislang als akademisch diskreditierten KI- und Expertensystem-Technik prophezeit der Marktbeobachter eine erfolgreiche Zukunft. Die wissensbasierten Systeme würden vor allem in der Entscheidungsunterstützung zur Lösung komplexer, unstrukturierter Probleme benötigt. "Specialized Knowledge-Based Services and Software" wird sich nach Diebolds Einschätzung als Betätigungsfeld für kleine, innovative Unternehmen erweisen.

Parallel zu dem sich bereits abzeichnenden Boom für elektronisch bestückte Konsumgüter entwirft der Amerikaner die Vision neuartiger Produkte angefangen von Geräten zur Verbesserung der Körperfunktionen bis zu elektronischen Dienern oder Gesprächspartnern. In der heute vertrauten Form wird sich, so die Prognose des Beraters, lediglich der Marktbereich Produktionsautomation erhalten können.