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24.09.1976

Die BRD ist noch ein CAD-Entwicklungsland

"CAD steckt hierzulande noch in den Anfängen", erklärte Dr. Rudi Noppen, Gesellschaft für Kernforschung mbH, Karlsruhe, in einem Interview, das kürzlich im Diebold Management Report veröffentlicht wurde. Dr. Noppen, stellvertretender Leiter des Förderungsprojektes "Rechnerunterstütztes Entwickeln, Konstruieren und Fertigen", für das die GfK Projektträger ist, nennt dafür folgende Gründe:

-Anwendungsmäßig herrschen eindeutig computerunterstützte Berechnungen vor. Das ist historisch bedingt, weil in früheren Jahren die EDV im Bereich CAD (Computer Aided Design) fast ausschließlich in ihrer Funktion als "Schneller Rechner" benutzt worden ist und eine umfassende Informationsverarbeitung in der Konstruktion, vom Entwurf des Objekts bis hin zur Erstellung aller Fertigungsunterlagen, damals nicht möglich war.

- In den meisten anderen Industriebereichen sind es "lnselanwendungen" des CAD, von denen man hört. Hier werden mit dem Rechner, meist im Stapelbetrieb, eng begrenzte Aufgabenabschnitte gelöst. Zum Beispiel Bauteilberechnungen im Fahrzeugbau, im Maschinenbau, im Bauwesen und in der Elektrotechnik. Nach den Konstruktionsberechnungen ist die automatische Programmierung von NC-gesteuerten Fertigungseinrichtungen im Maschinenbau und in der Elektrotechnik zu nennen. Erste Erfahrungen liegen jetzt auch vor für die rechnerunterstützte Angebotsbearbeitung, und zwar für Beispiele aus dem Anlagenbau.

-Sicherlich ist die Betriebsgrößenstruktur eine wesentliche Einflußgröße, weil die Entwicklung und Einführung von CAD-Systemen die Möglichkeiten mittelständischer Unternehmen oft übersteigt. Ein weiteres Problem liegt darin, daß in der Praxis noch zu wenige Pilotinstallationen laufen, die eine durchgehende Datenverarbeitung in Konstruktion und Fertigung beinhalten, und von denen man aufgrund der Demonstrationswirkung gewisse Impulse in Richtung breiterer Anwendung erwarten kann.

-Der schon stark vertretene Bereich der Konstruktionsberechnungen wird weiter Platz greifen. Zahlreiche Entwicklungen betreffen auch den Rechnereinsatz bei der Angebotserstellung, weil dieses Gebiet in vielen Firmen einen Engpaß darstellt. Ein dritter Sektor, der gegenwärtig stark bearbeitet wird, bei dem auch kurzfristig Lösungen in die industrielle Anwendung überführt werden, ist die Erstellung von Produktionsunterlagen mit Hilfe des Rechners, wie Zeichnungen, Stücklisten, NC-Unterlagen etc.

-CAD ist ein arbeitsparendes Produktionshilfsmittel und damit steht die Frage nach der Freisetzung von Mitarbeitern. Dieser Tendenz wirkt aber entgegen, daß mit CAD die Möglichkeit geschaffen wird, den Bedarf nach technisch höherwertigen Produkten zu befestigen und damit für das Unternehmen neue Märkte zu gewinnen.

Sicher ist, daß CAD das Tätigkeitsfeld der beteiligten Mitarbeiter verändern wird, und zwar im positiven, arbeitserleichternden Sinn. Hier sind begleitende Schulungsmaßnahmen unabdingbar, damit die Veränderungen möglichst reibungslos vonstatten gehen.

Quelle: Diebold Management Report, Mai 1976