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08.08.2007 - 

Kolumne

Die Büchse der Pandora

Jahrelang haben die großen Softwarehersteller gelebt wie die Maden im Speck. Das klassische Vertriebsmodell mit Lizenzverkäufen und daraus resultierenden Wartungserlösen hat den Anbietern Milliardengewinne in die Kassen gespült. Die Anwender mussten das Spiel der Softwaregiganten notgedrungen mitspielen. In kaum einem anderen Bereich ist die Abhängigkeit des Kunden von seinem Lieferanten größer als bei Software. Wer einer SAP, Microsoft oder Oracle einmal die Hand gereicht hat, ist dem Unternehmen meist mit Haut und Haar verfallen. Ein Wechsel der geschäftskritischen Business-Applikationen ist aufwändig und stark risikobehaftet. Ein Scheitern kommt die Betroffenen in aller Regel teuer. Deshalb machen die Anwenderwenderunternehmen gute Miene zum bösen Spiel und nehmen erzwungene Release-Umstellungen sowie Wartungsgebühren zähneknirschend in Kauf. Auch wenn Hersteller mitunter in Software-Updates vor allem eigene Fehler ausbügeln.

Doch der Unmut wächst. Von einem herzlichen Verhältnis zwischen den Softwareanbietern und ihren Kunden kann wohl kaum die Rede sein. Bietet sich einmal die Chance, den Softwareherstellern eins auszuwischen, dürfte so mancher Anwender diese Gelegenheit nur allzu gerne nutzen. Und diese Gelegenheit könnte schneller kommen, als sich das so mancher Softwarehersteller vorstellt. Dem Softwaremarkt stehen drastische Umwälzungen bevor. Die Büchse der Pandora haben die Anbieter selbst geöffnet. Softwareservices und auf Standards basierende Service-orientierte Architekturen unterhöhlen zumindest in der Theorie die Abhängigkeiten.

Glaubt man den Versprechen der Hersteller, lassen sich künftig auf einer Business-Process-Platform verschiedenste Softwaremodule zusammenschalten. Mit einem Mal werden die eigenen Produkte austauschbar und auch das einträgliche Lizenz-Wartungs-Modell steht in Frage.

Das haben mittlerweile auch die Softwarehersteller bemerkt und versuchen, dem Trend entgegenzurudern. Immer wieder hört man in letzter Zeit Aussagen: "Alles aus einer Hand ist doch am besten." Um dem Service-Modell den Wind aus den Segeln zu nehmen und das eigene Geschäft zu schützen, setzen die etablierten Anbieter auf Hybrid-Ansätze. Dabei sollen die Anwender mit Services loslegen, später aber doch bitte auf klassische In-House-Software wechseln beziehungsweise gleich Lizenzen kaufen, die man später mit zusätzlichen Softwareservices verfeinern könne.

Hoffentlich lassen sich die Anwender davon nicht einlullen, nehmen die Hersteller beim Wort und pochen auf die Einhaltung der einst gegebenen Service-Versprechen.