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20.12.2002 - 

Quelloffene Alternative zu Microsofts Büropaket

Die Bürosuite Open Office mausert sich

MÜNCHEN (CW) - Eine Gruppe von IT-Anbietern und -Anwendern stützt sich bei der Standardisierung eines XML-basierenden Dokumentenformats auf Technologie der "OpenOffice.org". Damit gerät deren gleichnamiges quelloffenes Büropaket weiter in den Mittelpunkt des Interesses.

Diverse Mitglieder der Standardisierungsorganisation Oasis, darunter Arbortext, Boeing, Corel, Drake Certivo und Sun Microsystems, haben sich zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, um ein standardisiertes XML-basierendes Dokumentenformat für Office-Anwendungen zu erarbeiten. Als Basis hat die Gruppe die Technologie der OpenOffice.org (OOo), deren Bürosuite "Open Office" bereits vollständig auf XML aufsetzt.

Damit hat die Open-Source-Projektgruppe OOo einen bemerkenswerten Prestigeerfolg errungen. Dabei hat die OOo erst im Oktober dieses Jahres ihr zweijähriges Bestehen feiern können.

Zentrale technische Elemente der OOo gehen auf das seit Mitte der 80er Jahre in Deutschland entwickelte "Star Office" zurück, das Sun 1999 übernommen und im Juni 2002 in der Version 5.2 quelloffen zur Verfügung gestellt hatte. Die Entwicklung der Basistechnik wie Programmier-Schnittstellen (APIs) und File-Formate übertrug Sun der OOo. Das Sun-Produkt "Star Office" ist seit Version 6.0 eine weitergehende Implementierung von Open Office. Sun unterstützt die Gruppe finanziell und personell.

Das quelloffene Büropaket umfasst Textverarbeitung ("Writer"), Tabellenkalkulation ("Calc"), ein Präsentations- ("Impress") und ein Zeichenprogramm ("Draw"). Diese Anwendungen sind in C++ geschrieben und haben Java-APIs. Kennzeichen ist die Verwendung des File-Formats XML, Microsoft-Makros lassen sich nicht ausführen, ebenso wenig Visual-Basic-Programme. Open Office gibt es in 23 Sprachen.

Das Paket ist kostenlos. Man kann es von der Website www.openoffice.org herunterladen, außerdem ist es in jeder Linux-Distribution enthalten. Als einziges Open-Source-Büropaket läuft es nicht nur auf Linux, sondern auch auf Windows 95, 98, ME, NT, 2000 und XP sowie auf Free BSD, Net BSD, Mac OS X, OS/2, VMS, Be OS und fast sämtlichen Unix-Varianten für diverse Hardwareumgebungen.

Die Unterstützung vieler Betriebssysteme und vieler Sprachen ist eine klassische Stärke von Open Office. Beide Aspekte will die Projektgruppe auch künftig betonen. Ein weiteres Ziel mit hoher Priorität sind Groupware-Funktionen wie Terminkalender und Mail-Handling. Erste Schritte zur Verknüpfung mit diversen Datenbanken sind gemacht. Das Präsentationsmodul Impress soll demnächst DVD-fähig werden.

Inzwischen hat die OOo 8,5 Millionen Downloads ihres Büropakets registriert, davon fünf Millionen allein seit der Freigabe der Open-Office-Version 1.0 im Mai dieses Jahres. Es gibt 70000 registrierte User von Open Office. Die Gruppe schätzt die wahre Zahl der Anwender irgendwo zwischen einer und fünf Millionen Menschen.

Allerdings geht das OOo-Projekt nicht davon aus, Microsoft ernsthaft Marktanteile wegnehmen zu können. Eine leichte Verschiebung der Marktverhältnisse könnte sich aber in den Jahren 2003 bis 2005 ergeben, wenn die "Site-Licenses" etlicher Anwender auslaufen, die nicht auf Microsofts neues Lizenzierungsmodell umsteigen wollen. (ls)