Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Patentlösung für Archive, Nachschlagewerke und Kataloge


23.03.1990 - 

Die CD-ROM ist ideal für große Informationsmengen

Der Einsatz optischer Speicher in Form von CD-ROMs ist keine Zukunftsmusik mehr. Nachdem Franz Fischbach* im letzten Heft die Grundlagen der CD-ROM-Technik erläutert hat, beschreibt er in dieser Folge, wo CD-ROM-Nachschlagewerke bereits im großen Stil eingesetzt werden, und für wen sich dieses Medium in Zukunft lohnen wird.

Im Europäischen Patentamt in München werden pro Jahr etwa 70 000 neue Patente angemeldet. Interessenten können entweder die Zentralbibliothek oder eine der Auslegestellen wie Berlin aufsuchen beziehungsweise beauftragen einen Patentanwalt, der dort in klassischer Weise Informationen aus allen in Frage kommenden Branchen nachschlägt und von dort eventuell als Kopien mitbringt.

Eine Rechnerstunde kostet rund 400 Mark

Bis vor kurzem hat das Patentamt die gesamte Literatur nur in Papierform archiviert. Seit einiger Zeit ist es auch möglich, beim Patentamt eine Online-Recherche zu starten, um auf alle im DV-System des Patentamts gespeicherten Daten direkt zuzugreifen. Eine Rechnerstunde kostet dann rund 400 Mark, wobei es vom Glück abhängt, wie schnell der Anfrager die gewünschte Antwort findet. Im Prinzip sucht man auch hier wieder die berühmte Nadel im Heuhaufen.

Seit Anfang 1990 scannt das Patentamt die Patentschriften im Original mit Briefkopf und allen Zeichnungen und überträgt diese Informationen auf etwa 60 bis 70 CD-ROMs, die in einem handlichen Schuber ausgeliefert werden. Der Preis für die gesamte Patentliteratur eines Jahres beträgt im Abonnement 5000 Mark einschließlich Suchsoftware. Diese erlaubt es, alle Patentschriften nach Anwendungsgebieten, Erfindern, Patentnummern, dem Datum und nach beliebigen Suchbegriffen zu durchsuchen. Nach Abschluß der automatischen Suche meldet das System auf dem Bildschirm, wie viele Anmeldungen zu der Anfrage vorliegen. Anschließend kann der Interessent entweder alle in Frage kommenden Anmeldungen nach und nach abrufen und sämtliche Unterlagen wie im Original betrachten oder die angebotenen Fundstellen durch weitere logische Verknüpfungen nochmals einschränken. Da die Suchsoftware genau auf die Art der gespeicherten Informationen ausgerichtet ist, ergeben sich bemerkenswerte Vorteile für den Benutzer von speziellen CD-ROM-Archiven, beispielsweise durch den Einsatz einer Vergrößerungslogik, die es erlaubt, Zeichnungen von speziellen Konstruktionsdetails zu vergrößern. Man kann also alle Patentschriften im Büro oder auch zu Hause genauso betrachten, als säße man in einem der Bibliotheksräume des Patentamts.

Aufgrund des neuen Speichermediums und der computergesteuerten Suchverfahren ändert sich beim Endanwender die Patentrecherche in wesentlichen Punkten.

Kostenvergleich bei Reisen möglich

Während die Interessenten bisher mehr auf Verdacht recherchieren mußten, haben sie heute die Chance, einen gesamten Marktbereich gezielt nach allen Patenten abzusuchen, um sich anschließend zu überlegen, welche Entwicklungen aus dem eigenen Haus keinen Widerspruch bei anderen Mitbewerbern auslösen dürften. Welche finanziellen Vorteile diese qualitativen Verbesserungen bewirken, läßt sich kaum in Heller und Pfennig einschätzen. Dagegen sind Kostenvergleiche bei Reisen und den damit auftretenden unproduktiven Zeiten beim Durchsuchen der Archive des Patentamts oder für die Kosten des Patentanwalts ohne weiteres möglich. Erst die Zukunft wird zeigen, ob sich das Angebot des Patentamts oder auch der vielen anderen Anbieter von Bibliotheken auf CD-ROMs bewähren wird.

So sind zur Zeit die beiden Messekataloge zur CeBIT '90 und zur Industrie-Messe '90 über die eps zum Preis von jeweils 998 Mark plus 14 Prozent Mehrwertsteuer erhältlich, und zwar für die

- CeBIT seit dem 01. 03. 1990,

- Industrie- Messe ab dem 10. 04. 1990.

Als Benutzersprache stehen wahlweise Deutsch oder Englisch zur Verfügung. Die zugehörige Spezialsoftware, die im Preis mit enthalten ist, geht nach den gleichen Strategien vor, die auch das EBI (Elektronisches Besucher-Informationssystem von Siemens) anwendet das auf der Hannover-Messe installiert ist. Im Vergleich zu den gedruckten Katalogen erlaubt die automatische Suche auf der CD-ROM gezieltere und umfangreichere Selektionsmöglichkeiten, zum Beispiel außer den Produkt- und Firmenbezeichnungen, die auch die Kataloge aufführen, zusätzlich über folgende Suchkriterien:

- Heimatadressen,

- Hallen- und Standnummern,

- Markennamen,

- Telekommunikationsdaten wie Telefon und Fax. Auf jeden Fall wird es interessant zu beobachten sein, ob sich derartige Angebote durchsetzen werden, weil sich die Anwender beispielsweise im Rahmen der Wettbewerbsbeobachtung einige Vorteile versprechen. Wenn eine qualifizierte Kraft die Wettbewerbsbeobachtung anhand des Kataloges vorbereitet, wird vielleicht doch manches interessante Detail übersehen und trotzdem sehr viel Zeit verbraucht. Außerdem läßt sich die CD-ROM gut für spätere Werbeaktionen oder bei der Suche nach Lieferanten effektiver auswerten, als das mit Hilfe der Messekataloge möglich erscheint. Nicht uninteressant ist in diesem Anwendungsbeispiel der Einsatz von tragbaren PCs, die mit einem CD-ROM-Laufwerk ausgestattet sind. Mit Sicherheit erschließt eine derartige PC-Konfiguration eine Reihe von vorteilhaften DV-Anwendungen.

Bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung spielen auch die Investitionskosten für den PC eine Rolle. CD-ROM-Laufwerke liefert der Markt heute schon zu Preisen zwischen 1500 Mark bis zu 4500 Mark.

Bis zu 100 Benutzer haben Zugriff

Die Firma Ostwald Datenservice, Essen, bietet unter anderem auch Software an, um Systeme mit CD-ROM-Laufwerken in Netzwerke einzubinden. Sie wird zusätzlich zur Netzwerksoftware geladen und ist nach Angaben des Anbieters bisher mit den Netzwerken IBM-Token-Ring, IBM-PC-Net, 3Com-Ethernet, Novell-Netware, PCP/IP, Ungermann-Bass Net/one, Torus-Systems Tapestry und Live-Net erfolgreich getestet worden. Im Netz ist es möglich, beliebige Fileserver oder Workstations als "optische Server" für CD-ROM-Laufwerke zu deklarieren. Damit erhalten pro Netz bis zu 100 Benutzer gleichzeitig den Zugriff auf bis zu neun optische Server mit je 32 CD-ROM-Laufwerken und 15 CD-ROM-Datenbanken pro Server. Im gesamten Netz steht jede einzelne CD-ROM quasi als "zentrale Ressource" mit ihrer gesamten Informationsmenge für alle weiteren Arbeitsplätze im Netz zur Verfügung.

Im Februar 1990 stellte die Digital Data Datensysteme GmbH, einen CD-ROM-Server mit der Spezialsoftware "CD-Connection" vor. Diese Ausstattung erlaubt es, bis zu 14 CD-Laufwerke in lokale Netze zu integrieren. CD-Connection läuft mit dem Netzbetriebssystem Network-OS in Novell-Netzen und unterstützt auf CD-Seite das ISO-9660/High-Sierra-Format.

Weniger Headcrashes

Gegenüber der Festplatte haben CD-ROM-Lösungen den Vorteil, daß nicht nur eine größere Flexibilität durch die Austauschmöglichkeit des Speichermediums entsteht, sondern auch weniger "Headcrashes" (Zerstörungen des Datenbestandes durch Kratzen des Lese-/ Schreibkopfes über die Platte) anfallen, weil bei optischen Platten Headcrashes nahezu ausgeschlossen sind. Der CD-ROM-Server besteht aus einem beliebigen MS-DOS-PC, einem CD-ROM-Laufwerk sowie der Spezialsoftware "CD-Connection". Preise: Komplette Hard- und Software-Ausstattung mit 286er-Rechnern (12 MHz getaktet), 2 MB Hauptspeicher und einem magnetischen Diskettenlaufwerk (1,2 MB) rund 9000 Mark. Die Spezial-Netzwerksoftware allein kostet etwa 2000 Mark.

Inwieweit sich vernetzte oder auch Einzelplatz-CD-ROM-Installationen lohnen, läßt sich zur Zeit noch nicht absehen. Sie stellen aber hochinteressante Anregungen etwa für den Einsatz einer umfangreichen technischen Dokumentation dar, die mit individuellen Daten extern auf die optische Platte überspielt wurden.

Vor allem im Bereich der technischen Dokumentation, und das nicht nur bei Flugzeugherstellern, sondern auch bei komplizierten Spezialeinrichtungen wie Fertigungsstraßen für Automobilfabriken oder mit Spezialspinn- und Webmaschinen und dergleichen mehr, müssen die Lieferanten für jede Variantenkonstruktion umfangreiche Handbücher für die Wartung und Ersatzteillagerung im eigenen Hause sowie für die Bedienung der Anlagen erstellen. Es gibt noch viele andere Bereiche im technischen Umfeld, bei Fernsprechvermittlungsanlagen der Bundespost oder auch nur bei leistungsfähigen Fernsprechnebenstellenanlagen für große Konzerne nehmen die Handbücher auf den Regalen einige laufende Meter ein, die viel handlicher auf CD-ROMs aufzubewahren sind. Wenn ein Servicetechniker unterwegs ist, so muß er eine kofferraumfüllende Wartungsbibliothek mitschleppen. Je größer aber der Umfang der technischen Dokumentation wird, desto mehr nehmen die Platz-, Such- und Handhabungsprobleme zu. Auswege aus dem Dilemma ergeben sich generell mit dem Einsatz von CD-ROM-Disketten und vor allem dann, wenn sie mit tragbaren PCs abgespielt werden.

Im Unterschied zu höheren Auflagen bei der Buchproduktion und anderen Verlagsobjekten fallen bei der technischen Dokumentation nur geringe Auflagen an. Oft werden sogar nur wenige Exemplare benötigt, auch wenn deren Umfang dann sehr groß ist. CD-ROM-Herstellungen mit firmenspezifischen Daten lohnen sich möglicherweise in Speziallfällen:

- wenn es notwendig wird, eine große Informationsmenge schnell nach bestimmten

Kriterien zu durchsuchen,

- wenn die Inhalte eine gewisse Zeit gültig bleiben,

- wenn sich die Stückkosten pro CD-ROM rechnen lassen.

Wie bei der Buchproduktion sind auch bei der CD-ROM-Herstellung die Wirtschaftlichkeitsgrenzen nicht genau definierbar. Als Medium ist die CD-ROM zwar relativ billig. Daher lassen sich bei hohen Auflagen die reinen Materialkosten, wie beim Buch die Papierkosten, ohne weiteres vernachlässigen. Aber im Gegensatz zu den Printmedien liegen die Übertragungskosten der Informationen auf optische Speichermedien bedeutend höher.

Wann lohnt sich eine CD-ROM?

Nach den Einschätzungen von BWM lohnt sich die Herstellung einer CD-ROM aus zeitlichen Gesichtspunkten, wenn Ihre Inhalte nicht mehr als sechsmal im Jahr erneuert werden müssen. Im Unterschied zu einer Loseblattsammlung, deren Inhalte sich teilweise schnell und einfach auswechseln lassen, muß die CD-ROM vollkommen neu beschrieben werden. Im Unterschied zu magnetischen Informationsträgern besteht keine Möglichkeit, die Informationen auf optischen Disketten weder zu korrigieren noch vollkommen neu zu beschreiben. Wenn der Inhalt einer optischen Diskette nicht mehr aktuell ist, dann hat diese Platte nur noch einen Wert für statistische oder geschichtliche Betrachtungen und Auswertungen.

Nachteilig für die CD-ROM wirkt sich aus:

- daß sie bei geringen Auflagen verhältnismäßig hohe Stückkosten verursacht,

- daß sie sich nur einmal beschreiben läßt,

- daß sie verhältnismäßig viel Schwermetall enthält, was bei der Entsorgung große

Umweltprobleme verursacht.

Die Kosten/Nutzen-Analyse bei CD-ROMs im Vergleich zu Printmedien wird vor allem dann positiv beeinflußt, wenn bei Printmedien die manuellen Suchvorgänge wegen der Menge der Informationen und ihrer wechselseitigen Beziehungen überhand nehmen. Beispielsweise überlegt die Automobilindustrie zur Zeit, inwieweit es zweckmäßig ist, für die Ersatzteilkataloge anstelle des bisherigen Mediums Mikrofilm die CD-ROM einzusetzen, weil das elektronische Speichermedium bessere Zugriffsmöglichkeiten erlaubt.

Wegen der häufigen Neuauflagen der Ersatzteilkataloge hat sich VW für eine Online-Lösung der Datenfernübertragung entschieden, wobei eine 300-MB-Festplatte alle Informationen tagesaktuell speichert. Allerdings treten bei der zentralen Speicherung der Ersatzteildatei hohe Datenübertragungskosten auf. Nicht alle Automobilhändler sind bereit, nur für ihren Ersatzteildienst diese relativ hohen Kosten zu tragen.

BMW scheint eher geneigt zu sein, CD-ROM-Lösungen einzusetzen. Dieser Automobilhersteller geht davon aus, daß sich ja nicht jede Woche der gesamte Ersatzteilkatalog ändert, sondern daß nur einige Informationen hinzukommen oder fortfallen. Für die Übermittlung der Korrekturdaten wird der Einsatz von magnetischen Disketten erwogen, während die Stammbibliothek auf CD-ROMs über einen längeren Zeitraum gespeichert bleibt.

Spezialsoftware für das CD-ROM-Laufwerk

Wie bei allen Randeinheiten setzt das MS-DOS-Betriebssystem zur Steuerung des CD-ROM-Laufwerks eine spezielle Treibersoftware voraus. Die Treibersoftware wird normalerweise auf einer magnetischen Diskette zusammen mit der CD-ROM-Platte mitgeliefert und legt fest, wie der Rechner bestimmte Operationen mit der optischen Diskette auszuführen hat. Wenn alle Befehlsroutinen von der Diskette einschließlich der Treibersoftware im internen Speicher des PCs geladen sind, dann greift das Betriebssystem nur noch auf die Compact-Disc mit den gespeicherten Daten zu, so daß das Laufwerk für magnetische Disketten für andere Operationen zur Verfügung steht, beispielsweise zur Übernahme von Informationen der optischen Diskette in eine bereits vorhandene Dokumentation.

Die CD-ROM zählt zu den Medien, die sich leicht in bereits bestehende Organisationen einfügen, weil sich weder die Datenstrukturen noch die Zugriffsstrategien, die sich bereits beim Umgang mit magnetischen Platten bewährt haben, im geringsten ändern. Wenn beispielsweise ein Anwalt einen Hinweis aus einem Kommentar, der auf einer CD-ROM gespeichert ist, mit dem Textprogramm in einen neuen Schriftsatz übernehmen möchte, dann geht das völlig problemlos vor sich.

Die folgende Liste führt eine kleine Auswahl von CD-ROM-Bibliotheken an, die der Markt bereits anbietet.

Gabler Wirtschaftslexikon (WI- LEX)

Die Software der WI-LEX-CD-ROM ist auf einem IBM-PC (XT, AT oder PS2) oder einem kompatiblen PC mit dem Betriebssystem MS-DOS ab Version 3.1 lauffähig. Die Mindestspeicherkapazität beträgt 51/2 KB RAM.

Es sind mindestens zwei 51/4 Zoll-Diskettenlaufwerke oder ein 51/4-Zoll-Diskettenlaufwerk und eine Festplatte erforderlich.

Die WI-LEX-CD-ROM kann auf einem zum High-Sierra-Standard kompatiblen CD-ROM-Laufwerk mit entsprechender Treibersoftware und Microsoft-Zusatzsoftware für das Lesen von High-Sierra-CDs genutzt werden. Für farbige Darstellungen lassen sich ein- und mehrfarbige Bildschirme mit einer CGA-, EGA-, Hercules-, VGA-Adapterkarte oder Kompatible einsetzen. Preis rund 900 Mark, Lieferant eps.

Büro-Contact '90

Die Datenbank Büro-Contact der Firma Communication GmbH steht online bereits seit Mai 1988 beim Fachinformationszentrum Technik, Frankfurt, zur Verfügung. Büro-Contact '90 gibt es auch auf CD-ROM und enthält rund 10000 qualifizierte Adressen aus der DV- Software- und Büroindustrie in Deutschland. Die CD-ROM erscheint halbjährlich in aktualisierter Form und führt neben den postalischen Angaben auch die Telefon-, Telefax-, Teletex- und Btx-Nummern auf. Selektionen nach dem Lieferprogramm oder nach dem Dienstleistungsangebot der eingetragenen Firmen sind in der Software enthalten.

Die Benutzeroberfläche ist derzeitig dreisprachig (Deutsch, Englisch und Französisch). Weitere Sprachen sind geplant. Preise für die aktuelle Ausgabe als Einzelbezug etwa 900 Mark, im Abonnement und für zwei Ausgaben pro Jahr rund 1500 Mark, Lieferant eps.

Die ABC-Industrie-Datenbank auf CD-ROM

Mit firmenkundlichen Informationen über etwa 75 000 Industrieunternehmen der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin bietet die ABC-Industrie-Datenbank auf der CD-ROM ein interessantes Nachschlagewerk. Die ABC-Industrie-Datenbank ist organisiert wie ein großes Archiv, wobei die Informationen einer Firma immer in einem Dokument zusammengefaßt sind. Der Umfang des Dokuments hängt von der Menge der Informationen ab, die für die betreffende Firma zur Verfügung stehen. Alle verfügbaren Firmeninformationen mit ihren 36 verschiedenen Zugriffsmöglichkeiten (Feldern) pro Unternehmen sind unter anderem: Firmenname, Anschrift, telekommunikative Angaben, Management, Kapital, Beschäftigtenzahl, Bankverbindungen, Produktionsprogramm, spezifische Produkte und dergleichen mehr.

Hardwarevoraussetzungen:

Personal Computer mit MS-DOS-Betriebssystem ab Version 2.0, mindestens 512 KB Arbeitsspeicher, mindestens ein Diskettenlaufwerk (360 KB), ein CD-ROM-Lesegerät. Lieferant: ABC der deutschen Wirtschaft.

DAV-Wirtschaftsdaten auf CD-ROM "liefern und leisten"

Das DAV-Verlagshaus hat das deutsche Branchen-Fernsprechbuch auf CD-ROM übertragen. Die optische Platte enthält Firmenadressen, Kommunikationsdaten und die dazugehörigen Wirtschaftsverbände und Organisationen von mehr als 260 000 handelsregisterlich eingetragenen Unternehmen aus Industrie, Export, Import, Groß- und Außenhandel und dem Dienstleistungssektor aus 52 Wirtschaftsgruppen und 4500 Branchen. Abrufbar sind die Informationen nach Wirtschaftsgruppen, Branchen, Firmenname, Straße, Postleitzahl, Ort, Bundesland, Telefonvorwahl, Telefon, Branchenhinweis, Telex und Telefax. Lieferant: DAV-Wirtschaftsdaten, Deutscher Adreßbuch-Verlag, Darmstadt. Preis rund 1400 Mark.

Die Wirtschafts- und Steuer-Datenbank auf CD-ROM

Die Firma Verlag H. Schäfer GmbH hat nicht nur 60 Gesetze/ Verordnungen im Volltext auf eine CD-ROM gespeichert, sondern auch über 50 Verträge/Formulare von der Bankvollmacht bis zum Übergabevertrag, die als Mustertexte (zum Teil mit Kommentar) direkt in die Textverarbeitung kopiert werden können. Preise: Einstiegs-CD-ROM mit Programmdiskette rund 650 Mark, Jahresabonnement für vier aktualisierte CD-ROMs jährlich etwa 1500 Mark.

Allgemeines zu den Bezugsquellen

Im neuen Medienmarkt bahnen sich für die Compact-Disc möglicherweise drei unterschiedliche Vertriebswege an. Der Vertrieb der CD-ROM-Bibliotheken könnte erfolgen über

- die Hersteller der bespielten Disketten im Direktvertrieb,

- den PC-Fachhandel,

- den klassischen Buchhandel, der ja bereits die Printmedien ausliefert.

Hinzu kommt der Vertrieb der eigentlichen "Lesemaschinen", die aus dem PC mit den üblichen Randeinheiten und einem Laufwerk für die CD-ROM-Platte einschließlich der speziellen Treiber- und Datenbanksoftware bestehen. Wie sich der gesamte Markt für dieses neue Produkt entwickelt, läßt sich heute noch nicht abschätzen. Vielleicht nutzt der PC-Fachhandel den Vorteil aus, den er durch die langjährigen Erfahrungen bei der Installation und beim technischen Service mit PC- Systemen gesammelt hat.

Es fragt sich, ob einzelne fortschrittliche Buchhändler bereit sind, auch PC-Gesamtsysteme mit CD-ROM-Laufwerken zu verkaufen. Immerhin zeigt diese Feststellung, daß die DV immer wieder neue Chancen findet, in neue Märkte einzudringen.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die CD-ROM als ein interessantes, elektronisches Speichermedium für große Datenmengen durchsetzen wird. Nach dem augenblicklichen Stand der Technik ist es organisatorisch und wirtschaftlich sinnvoll, eine CD-ROM einzusetzen,

- wenn der Anwender so große Informationsmengen zu bearbeiten hat, daß sie

ausreichen, die große Speicherkapazität einer CD-ROM auszunutzen (Faustzahl:

mehr als 15 MB);

- wenn sich der Zugriff auf ein elektronisches Speichermedium als vorteilhaft

erweist;

- wenn die Informationen nicht zu schnell veralten (wöchentliche Neuauflagen

liegen unter besonderen Bedingungen bereits im Bereich der Wirtschaftlichkeit);

- wenn die Informationen an verschiedene Interessenten schnell zu verteilen sind.

Noch nicht absehbare Vorteile ergeben sich wahrscheinlich bei CD-ROM-Anwendungen in Verbindung mit tragbaren PCs weil es damit möglich ist, ortsunabhängig eine riesige Bibliothek im direkten Zugriff abzufragen.

* Franz Fischbach ist freier Journalist in Lüdge-Rischenau.