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31.01.2005

Die CeBIT - eine Messe der Visionen

Bernd Heinrichs, Mitglied der Geschäftsführung bei Cisco Deutschland, sprach mit CW-Redakteur Jürgen Hill über Trends.

CW: Mit welchen Erwartungen fahren Sie dieses Jahr auf die CeBIT?

Heinrichs: Wir fahren mit sehr großen Erwartungen, da wir an die letztjährige CeBIT hervorragende Erinnerungen haben. Sie war für uns ein großer Erfolg im Zulauf qualifizierter Kunden auf dem Messestand. Wir sehen die Messe als europäisches Treffen, selbst wenn die Zahl ausländischer Besucher nur bei 25 bis 30 Prozent liegt. Wir nutzen die CeBIT, um Innovationen zu zeigen.

CW: Also geben aus Ihrer Sicht Großmessen wie die CeBIT noch Sinn? Es ist ja oft zu hören, dass mit kleineren Events oder Kongressmessen das qualifizierte Publikum besser anzusprechen sei.

Heinrichs: Gut, beides schließt sich ja nicht aus. Wenn wir auf die CeBIT gehen, heißt das nicht, dass wir die anderen Messen nicht besuchen. Ich sehe die CeBIT als ein Forum, auf dem wir unser komplettes Spektrum darstellen können. Insbesondere bei den Technologievisionen treffen wir hier ein sehr aufgeschlossenes Publikum. Im Gegensatz dazu muss ich auf vertikalen Messen eher die Lösungskomponente in den Mittelpunkt stellen.

CW: Und welche Technologien stehen im Mittelpunkt des Cisco-Messeauftritts?

Heinrichs: Die IP-Kommunikation hat auch in diesem Jahr besonderen Anteil an unserem Messeauftritt, weil dies für uns der größte Wachstumsmarkt ist. Wenn ich von IP-Kommunikation spreche, meine ich jedoch nicht nur VoIP, sondern auch Media Rich Communication inklusive Video, Unified Messaging oder IP-Call-Center-Themen. Ferner spielt bei der IP-Kommunikation das Thema Managed Services eine wichtige Rolle.

CW: Wo sehen Sie die allgemeinen Trendthemen der CeBIT?

Heinrichs: Themen wie Security, RFID und Wireless sowie Wimax werden auf der CeBIT eine große Rolle spielen. Auf starkes Interesse dürften auch Data Center und Storage stoßen. Auch für uns ist Data Center ein zentrales Thema. Wir präsentieren auf der CeBIT zum ersten Mal unsere Business-Ready-Data-Center-Story. Ein weiterer Trend ist Home Networking.

CW: Wenn Sie von Home Networking sprechen, denken Sie dann an das intelligente Haus oder mehr an die Verschmelzung von PC und Unterhaltungselektronik?

Heinrichs: An beides. Mit unserer Tochter Linksys, deren letztjähriger CeBIT-Auftritt als Consumer-Marke ein nicht erwarteter Erfolg war, verfolgen wir das Zusammenwachsen von PC und Unterhaltungselektronik. Cisco dagegen adressiert den Bereich Intelligent Building mit IP-basierenden Lösungen - für mich einer der riesengroßen Wachstumsmärkte. Hier arbeiten wir mit interessanten Firmen aus Deutschland zusammen, die Sensoren und Adapter mit Ethernet-Schnittstelle bauen

CW: Die CeBIT gilt auch als Branchenbarometer. Wo sehen Sie die größten Probleme und Chancen für den IT-Standort Deutschland?

Heinrichs: Ich sehe eigentlich nur Chancen, denn wir sind noch immer eine Nation, die in der Entwicklung von Basistechnologien gut ist - auch im Kommunikationsbereich. Aber wir haben es selten geschafft, anschließend mit Hochdruck entsprechende Produkte auf den Markt zu bringen und zu verkaufen. Hier ist die Risikobereitschaft von Leuten, die ein Startup führen könnten, zu gering. Zudem ist es bei uns schwer, Investitionskapital zu finden. Letzeres habe ich selbst erfahren, als ich vier Jahre lang für Cisco im Bereich Akquisition und Investment gearbeitet habe. Wir haben uns genügend deutsche Technologiefirmen angesehen und auch in Deutschland investiert, aber in vielen Fällen fehlte das Investitionskapital von anderer Seite. Aber ich sehe einen positiven Trend, denn im letzten Jahr ist wieder mehr Risikokapital nach Deutschland geflossen.

CW: Cisco betont mittlerweile stark den Servicegedanken. Wollen Sie mit Consulting neue Umsatzfelder erschließen?

Heinrichs: Nein, wir bieten mit unserer Internet Business Solution Group (IBSG) unbezahlte Analysen bei Kunden an, um beispielsweise den Optimierungsbedarf im Netz zu eruieren.

CW: Unbezahlt, also nicht wie bei anderen IT-Playern, die Consulting als eigenes Profit-Center betrachten?

Heinrichs: Ja, die IBSG-Kollegen beraten Großkunden und sind im Projektgeschäft unterstützend tätig. Natürlich gibt es aber auch das Geschäft des direkten Service, wo wir Advanced Services maßgeblich mit unseren Partnern verkaufen. Hierzu gehören etwa Sicherheits- oder Fehleranalysen, für die wir eigene Tools erstellt haben, die wir den Partnern zur Verfügung stellen.