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21.03.2005

Die CeBIT gefiel nicht allen

Manche Aussteller störten sich an der vielen Unterhaltungselektronik. Messechef Ernst Raue zog jedoch eine positive Bilanz.

Die Besucherzahl der CeBIT 2005 sank gegenüber dem Vorjahr von 510000 auf 480000. Die Zahl der Aussteller stieg hingegen. 2004 hatten 6109 Anbieter die Messe frequentiert, diesmal versammelten sich 6270 unter den Hallendächern.

Die Zahl der Fachbesucher sei, so Raue, auf ein "Rekordniveau" von über 88 Prozent gestiegen, das bedeutet ein Plus von vier Prozent. Im Schnitt habe der Messegast dieses Jahr 27 Stände besucht - eine Steigerung um 30 Prozent. Rund 146 000 Fachbesucher sind nach Angaben der Messeveranstalter "ausschlaggebend in Investitionsentscheidungen eingebunden".

Mehr Besucher aus Asien

Um sechs Prozent wuchs der Anteil der ausländischen Besucher. Diese machen nun 29 Prozent aller Messegäste aus. 35500 Besucher kamen aus der Region Asien/Pazifik. Das entspricht einem Wachstum von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit diesen Angaben korrespondiert die Zunahme der Aussteller aus dem Ausland auf insgesamt 3300. Raue sprach vom "besten Auslandsergebnis in der Geschichte der CeBIT". Die Volksrepublik China, der Raue eine führende Rolle in der ITK der Zukunft zubilligt, erhöhte die Zahl der ausstellenden Unternehmen von 182 auf 310.

Der Mittelstand sowie der Handel hätten ihre starke Position ausbauen können, sagte der Messechef. Über 70 Prozent aller Anwendungen und Lösungen auf der CeBIT 2005 waren auf den Mittelstand ausgerichtet. Die von der Messegesellschaft befragten inländischen wie ausländischen Aussteller hätten sich, so Raue, durchweg positiv über den Verlauf "ihrer Leitmesse" geäußert.

Topthemen der CeBIT waren nach den Worten von Raue mobile Dienste, Digital Lifestyle, IT-Sicherheit und IT-Outsourcing-Services. Im Bereich Telekommunikation ging es vor allem um UMTS und Voice over IP (VoIP).

Dieter Kempf, Vizepräsident des Branchenverbandes Bitkom und Vorsitzender des Vorstandes der Datev eG, sagte, die Aussteller hätten begrüßt, dass die CeBIT dieses Jahr "so international wie noch nie zuvor" war.

Stimmen aus der Ausstellerschaft machten aber deutlich, dass die Verantwortlichen der Deutschen Messe AG vor einer Zerreißprobe stehen: Sie werden künftig immer stärker mit den unterschiedlichen Wünschen der Entertainment-Branche einerseits und der an IT-Lösungen interessierten Besucher andererseits konfrontiert sein.

Klare Trennung nötig

Firmen wie Sony, die sowohl Unterhaltungselektronik (UE) als auch Geschäftslösungen zeigten, wünschten sich eine klare räumliche Trennung. "Die Messeleitung muss künftig darauf achten, dass diese Angebote sauber auf verschiedene Hallen verteilt sind", sagte Firmensprecherin Doreen Pankow. Ins gleiche Horn hatte der Vorstandsvorsitzende von Fujitsu-Siemens Computers (FSC), Bernd Bischoff, gestoßen. Dass Koffer- und Uhrenanbieter in Halle 1 neben den Schwergewichten der ITK-Branche mit deren Ausrichtung auf Business-Anwendungen angetreten seien, sei keine gute Idee gewesen.

Samba-Damen und Karneval

Hans-Peter Bauer, Vice President and General Manager Central Europe bei der Symantec Deutschland GmbH, stimmt dem zu: "Nur eine klare Trennung der Bereiche durch eine entsprechende Hallenbelegung schafft da Abhilfe." Prinzipiell sieht Bauer aber die positiven Aspekte der Konvergenz. So würden etwa Sicherheitslösungen, die Symantec anbietet, heute in Nokia-Handys eingesetzt.

Raimund Genes, President of European Operations des Sicherheitsspezialisten Trend Micro Deutschland GmbH, ist bezüglich des neuen Messekonzepts verhalten skeptisch. Er hatte sich gemeinsam mit dem benachbarten Konkurrenten Symantec bei der Messeleitung über einen weiteren Aussteller wegen dessen karnevalesker Umtriebe beschwert. Mit lautstarken Sambarhythmen und knapp bekleideten Damen versuchte der Hersteller, auf sich aufmerksam zu machen. Gespräche auf dem Trend-Micro-Stand waren bei so viel Spektakel unmöglich. "Wenn diese Unterhaltungsgeschichten hier auf der CeBIT überhand nehmen sollten, werde ich mir überlegen, ob wir künftig nicht lieber Hausmessen veranstalten und nicht mehr nach Hannover kommen." Genes fügte hinzu, er sei sich absolut sicher, dass es anderen Anbietern von auf kommerzielle Kunden ausgerichteten Produkten genauso gehe.

Kein Weg zurück

Genau das ist das Problem. Anbieter von "ernsthaften" IT-Lösungen sehen das Konzept der CeBIT-Veranstalter, die Unterhaltungselektronik in die Messe zu integrieren, als Verwässerung der Hannoveraner ITK-Veranstaltung. Das lärmige Auftreten der Anbieter von Unterhaltungselektronik und ihrer Besucher und die unschärfere Ausrichtung der CeBIT macht insbesondere den auf Geschäftskunden konzentrierten Ausstellern zu schaffen.

Die Verantwortlichen der Messe hingegen sehen keinen Weg mehr zurück von dem, was sie Konvergenz der Techniken nennen. Messechef Raue sagte, noch vor zwei Jahren habe man sich gegen Consumer Electronic auf der CeBIT gewehrt: "Aber die Konvergenz zwischen IT und UE ist nicht mehr aufzuhalten."

Raue wandte sich in diesem Zusammenhang gegen die Behauptung, die CeBIT werde, indem sie sich jetzt auch auf Unterhaltungselektronik ausrichte, mittelfristig die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin zur Bedeutungslosigkeit verurteilen. Raue hierzu: "Die IFA ist auf den Endkunden ausgerichtet, wir aber auf den Handel."

Die nächste CeBIT findet vom Donnerstag, den 9. März, bis Mittwoch, den 15. März 2006, statt. (jm)