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20.03.1987

Die CeBIT - Messe lockte zwar viele Fachbesucher an, aber:Mehr DV - lnsider als Anwender in Hannover

HANNOVER (dar) - Zu einer OEM - Messe der Brancheninsider entwickelt sich die CeBIT in Hannover. Dies ergab eine Besucherumfrage des Forschungsinstituts Hagen, Köln, für den Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie (ZVEI) auf der diesjährigen März - Veranstaltung (siehe auch Seite 6).

"Die DV - Profis waren alle auf der Hannover - Messe CeBIT. Für jeden Leiter eines Rechenzentrums gehört diese Messe zum Pflichtprogramm", freut sich Hubert Lange, für die CeBIT zuständiger Vorstand der Hannover - Messe AG. Die Kölner Marktforscher untersuchten die Besucherstruktur genauer. Danach gehörten 68,4 Prozent der Firmen, von denen die CeBIT - Besucher kamen, zur Branche der Informations - und Kommunikationstechnologie, also zum Aussteller - Umfeld; 31,6 Prozent arbeiteten nicht in diesem Bereich. Rochus Hagen kommentiert: "Die CeBIT ist sehr stark eine Insider - Messe geworden."

Ferner hat sich der Privatbesucheranteil von 8 Prozent (1985) auf 13,6 Prozent in diesem Jahr erhöht. Werden diese Zahlen hochgerechnet, waren 280 000 Besucher aus der DV - Industrie, 70 000 Anwender aus branchenfremden Bereichen und 50 000 Privatpersonen dieses Mal auf der CeBIT - Messe.

Angesichts dieser Zahlen freuen sich die konkurrierenden Messegesellschaften in der Bundesrepublik. Hans Wilke, Geschäftsführer der Messe und Ausstellungsgesellschaft Köln: "Die Entscheider von heute sind uns lieber als die von morgen." Georg Vigier, Bereichsleiter für Mikrocomputer der Frankfurter Messe, weiß von Beobachtern auf der CeBIT zu berichten, daß es die Mittelständler und Handwerksmeister nicht in den Norden zieht. Und Jürgen Tillack, Projektleiter der Systems in München, spricht einen weiteren Knackpunkt an: "Ich sehe die Problematik in der Abgrenzung zwischen CeBIT - und Industrie - Messe. Dies kam bei dieser zweiten Veranstaltung jetzt sogar noch deutlicher zum Tragen."

Das Forschungsinstitut Hagen stellte weiter fest, daß sich der Anteil der Entscheider aus mittleren Unternehmen, die sehr stark an C - Techniken interessiert seien, gegenüber 1985 am Gesamtbesucheraufkommen drastisch verringert habe. Während vor zwei Jahren noch 55 Prozent der Besucher Geschäftsführer, Inhaber oder Prokuristen waren, kamen heuer nur noch 23,3 Prozent aus den Chefetagen.

Hubert Lange ficht das nicht an: "Es ist uns gelungen, den Mittelstand und das Handwerk stärker für die CeBIT - Messe zu interessieren." Lange beruft sich dabei auch auf Erhebungen des ZVEI. Dieser moniert freilich aufgrund seiner Ergebnisse, daß die C -Techniken noch fester in der Messe verankert werden müßten. Wegen der Schnittstellenproblematik zur Hannover - Messe Industrie und weiterer Überlappungen fordert der Verband von der Messeleitung, daß alle ZVEI - Firmen, die durch die Messeteilung zur Präsentation an beiden Terminen gezwungen seien, finanziell entlastet werden sollten.

Auch der Bundesverband der Vertriebsunternehmen Büro -, Informations - und Kommunikationstechnik (BVB) erklärte in einer Stellungnahme zum CeBIT - Ergebnis, daß nach wie vor die Problematik der Schnittstelle zwischen den kaufmännischen und den technischen Bereichen im Hinblick auf die C - Techniken existiere.

Die Diskussion um die Teilung ist auch bei den Besuchern noch lange nicht abgeschlossen, ermittelte das Forschungsinstitut Hagen. 51,1 Prozent seien zwar für die Teilung, 16,7 Prozent stünden ihr abwartend gegenüber, 32,2 Prozent lehnten sie ab. Außerdem mußten sich in diesem Jahr bereits 22,3 Prozent aller Besucher entweder für die CeBIT oder die Industrie - Messe entscheiden (1986: 7,3 Prozent). Und nur 61,1 Prozent wollen im nächsten Jahr wiederkommen.

Das meiste Besucherinteresse auf dieser Messe fanden die Büro - und Informationssysteme mit 70,6 Prozent. Danach folgten Telekommunikation und Post mit 57,6 Prozent der Nennungen, der Bereich Bürotechnik, Mikrocomputer und Peripherie mit 44,1 Prozent, ferner die C - Techniken mit 25,5 Prozent und die Software mit 25,1 Prozent. Das Schlußlicht bilden die Bank - und Sicherheitssysteme mit 24,8 Prozent.