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26.03.2004 - 

Blitzumfrage der COMPUTERWOCHE

"Die CeBIT setzt die richtigen Signale"

HANNNOVER (CW) - Trotz der Ausweitung auf Consumer-Produkte überwog unter den Ausstellern der CeBIT eine positive Grundstimmung. Wie eine Umfrage der COMPUTERWOCHE ergab, registrierten Herstellervertreter auf der weltgrößten Computermesse zumindest Aufbruchssignale.

Harald Summa

Geschäftsführer eco Forum, Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

"Die Messe gibt durchaus Impulse für bestimmte Marktsegmente. Was die CeBIT in der Öffentlichkeit als Kerngedanken formuliert, hilft der Branche aber nicht. Sie richtet sich zu sehr auf Consumer-Märkte aus, es gibt zu viele Handys und Digitalkameras hier. Softwarehäuser haben das Nachsehen. Die warten auf den Frühling, aber die Messe ist dafür kein Key-Faktor. Das Consumer-Geschäft wird zu stark betont.

Der Trend zur Konvergenz ist nicht wegzudiskutieren. Aber es ist falsch, das Thema mit einer einzigen Veranstaltung abdecken zu wollen. Konsequenterweise müssten dann auch ARD und ZDF hier sein - Stichwort Medienkonvergenz. Die Neuausrichtung wird einen Gutteil der Stammklientel auf Dauer abhalten, hierher zu kommen. Man will sich nicht mit den Beutelratten* auseinander setzen.

Der ITK-Markt zieht 2004 definitiv an. Die Investitionszurückhaltung der letzten Jahre bereitet einigen Firmen schon länger ernsthafte Probleme. Sie müssen nachinvestieren."

Ralf Gärtner

Vorstand Marketing und Vertrieb, Soft M

"Vor zwei Monaten hätte ich die Frage nach einem Aufbruchssignal mit einem Ja beantworten können. Im Moment gehe ich eher nicht davon aus. Die aktuellen Konjunkturdaten verheißen nichts Gutes, und auch die jüngsten Terroranschläge dürften die Unsicherheit weiter schüren. Das macht sich auch in der IT-Branche bemerkbar. Obwohl es seit Oktober vergangenen Jahres besser lief, herrscht im Projektgeschäft seit ein paar Wochen eine verhaltene Stimmung. Das könnte zwar im Vorfeld der CeBIT darauf hindeuten, dass die Kunden die Neuigkeiten abwarten wollen. Im Zusammenhang mit den schlechteren Konjunkturdaten bin ich aber eher pessimistisch.

Der Trend hin zu den Consumer-Produkten macht die Messe für uns sicher nicht interessanter. Ein Problem ist es aber nicht. Mit der gewählten Hallenaufteilung hat die Messe die verschiedenen Bereiche gut organisiert. Wir sind hier in unserem Wettbewerbsumfeld. Unsere Kunden sind von Haus aus nie Laufpublikum gewesen. Insofern stört es uns nicht weiter. Sollte sich die Messe allerdings in Richtung einer CeBIT Home mit angeschlossenem Business-Bereich entwickeln, wird es problematisch. Aber ich denke, davon sind wir noch ein ganzes Stück entfernt."

Walter Raizner

Geschäftsführer IBM Deutschland

"Für mich hat bereits die CeBIT 2003 ein Signal in die richtige Richtung gesetzt. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend 2004 fortsetzt und die CeBIT eine gute Messe für die Branche wird. Natürlich werden wir nicht mit zweistelligen Wachstumsraten durchstarten, aber wir erwarten ein deutliches Zeichen in Richtung Aufschwung. Wir gehören sicher nicht zu denen, die Consumer-Produkte auf der CeBIT unterstützen. IBM ist an einer Business-to-Business-Veranstaltung interessiert, nicht an einer Business-to-Consumer-Messe. Andererseits skizziert die stärker gewordene Privatkunden-Orientierung einen Trend, der sich auch in unserer Branche immer stärker abzeichnet. Viele Firmen werden sich entscheiden müssen, ob sie eine Consumer- oder eine Business-Company sind. Für einige könnte es problematisch werden, eindeutig zu definieren, in welches Lager sie gehören."

Henning Kagermann

Vorstandssprecher SAP

"Ich erwarte, dass von der CeBIT 2004 eine Aufbruchsstimmung ausgeht. In Gesprächen mit den CEOs anderer Unternehmen während der vergangenen Monate hat sich gezeigt, dass das die einhellige Meinung der Branche ist. Genauso einhellig wie man vor ein, zwei Jahren keine Prognosen geben wollte, weil niemand wusste, wie es weitergeht.

Sollte sich die CeBIT zu einer Consumer-Messe entwickeln, dann wäre das ein Problem. Derzeit sehe ich diese Entwicklung allerdings noch nicht."

Heinz Paul Bonn

Vizepräsident des Bitkom und Vorsitzender der Geschäftsführung der GUS

"Die Messe hat den Ausstellern gezeigt, dass es genügend Gründe für den Optimismus gibt, mit dem sie nach Hannover gekommen sind. Wir dürfen das Thema Konvergenz nicht kleinreden. Das Zusammenwachsen von Unterhaltungselektronik und Informationstechnologie ist ein wichtiger Innovationstreiber. Von daher ist es nur konsequent, wenn die CeBIT sich dieses Themas annimmt. Aber man muss das mit Augenmaß tun. Ich halte es für falsch, wenn die Messe versucht, Täler der IT-Branchenentwicklung mit Unterhaltungselektronik aufzufüllen. Die CeBIT ist keine Grüne Woche, sondern eine Fachmesse.

Die IT-Branche bekommt die Impulse, um den zurzeit herrschenden Optimismus in Investitionsbereitschaft umzumünzen, aber sie muss dabei auch wissen, dass das kein Selbstläufer ist. 2004 ist kein Jahr zum Ausruhen. Es ist ein Jahr der Chance, und wenn keine weiteren Katastrophen passieren, bin ich optimistisch, dass es ein gutes Jahr wird."

Peter Dewald

Geschäftsführer Sage in Deutschland

"In der Softwarebranche hat sich über die letzten Jahre ein ziemlicher Nachholbedarf aufgestaut. In vielen Fällen setzen die Kunden überalterte Anwendungen ein. Vor diesem Hintergrund nehme ich schon an, dass zumindest für die Softwarebranche Wachstumsimpulse von der CeBIT ausgehen werden."

Wolfdieter Griess

Managing Director, Sony Deutschland GmbH

"Die Konsumenten in Deutschland werden sich wegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage zurückhalten. Deshalb bin ich der Meinung, dass sich in diesem Jahr keine wesentliche Besserung ergeben wird, sondern die Branche weiterhin stagniert. Es ist sinnvoll, dass die Messeverantwortlichen die Themen kommerzielle IT und Consumer-orientierte Unterhaltungsprodukte zusammengeführt haben. Diese Verquickung wird der Branche Impulse geben."

Gregory Blepp

Vorsitzender der Fachgruppe Softwareindustrie, Deutscher Multimediaverband

"Eine Umfrage unter 120 Unternehmen, die im Deutschen Multimediaverband (DMMV) organisiert sind, hat ergeben, dass rund 70 Prozent für das laufende Jahr von einem signifikanten Umsatzwachstum ausgehen. Das generelle Problem deutscher mittelständischer Unternehmen ist aber deren Unterkapitalisierung. Insbesondere Banken sind sehr zurückhaltend bei der Ausstattung von Unternehmen mit Finanzmitteln, vor allem wenn die Interessenten aus dem Internet-Bereich kommen."

Jürgen Schöttler

CEO Intershop

"Ein Wachstumssignal bringt die CeBIT in jedem Fall. Inwieweit sich das Signal auch umsetzen lässt, ist schwer zu sagen. Man spürt aber, dass die Kunden einen Nachholbedarf haben und das Interesse vorhanden ist. Die Branche wird sich 2004 besser entwickeln als im vergangenen Jahr."

Kai Deininger

Geschäftsführer Monster Deutschland GmbH

"Die CeBIT allein bringt sicher nicht das Wachstumssignal. Wir für uns können aber schon anhand der hier vorgestellten Innovationen sehen, wo die Potenziale zu realisieren wären. Die Talsohle haben wir erreicht. Ich glaube aber noch nicht, dass wir vor einem bedeutenden Wachstum stehen. Realismus ist eingekehrt. Es gibt ein gutes Fundament für Wachstum im einstelligen Bereich."

Eberhard Grammes

Region Manager Deutschland des IBM-Anwendervereins Guide Share Europe und Geschäftsstellenleiter bei der Orga Consulting GmbH

"Die CeBIT hat das Potenzial, einen Schub auszulösen. Wir haben bei der Orga schon am ersten Tag 30 Prozent der Leads vom letzten Jahr gehabt. Für das laufende Jahr sehen wir positive Signale im Markt. Die Nachfrage ist größer geworden, die Akquise einfacher. Die Türen sind nicht mehr zu. Es geht aufwärts im Markt - nicht im 45-Grad-Winkel, aber von der Tendenz her. Im Moment wird eher mit Consumer Electronic Geld verdient - das müssen wir akzeptieren. Die Welt wächst zusammen, das merken wir bei der Orga ja selbst. Letztendlich braucht die CeBIT die Jugend, man sollte sie nicht grundsätzlich ausgrenzen. Eine Möglichkeit wäre es, die ersten zwei Tage nur für Fachpublikum zu öffnen."

Patrick Martin

CEO Storagetek

"Ich habe seit Januar viele IT-Chefs nach ihren Budgets gefragt. Von rund 100 Befragten verfügte nur einer über mehr Geld als im Vorjahr." (wh)

"Wir erneuern die CeBIT"

Mit Ernst Raue, verantwortlicher Vorstand der Deutschen Messe AG für die CeBIT, sprach CW-Chefredakteur Christoph Witte.

CW: Wie zufrieden sind Sie mit der ersten Messehälfte?

RAUE: Sehr. Von Donnerstag bis Samstag waren 220000 Messebesucher auf dem Gelände. Bis Sonntagabend kamen rund 300000. Außerdem haben wir die Zahl der Fachbesucher leicht steigern können. Uns freut besonders, dass auch mehr Besucher aus mittelständischen Unternehmen kamen und Vertreter aus dem Handel sogar doppelt so oft zur CeBIT gefunden haben wie im Vorjahr.

CW: Hat sich das neue Konzept mit der starken Einbeziehung der Consumer-Elektronik bewährt? Werden Sie es für die CeBIT beibehalten?

RAUE: Im Prinzip ja, aber die Messe wird 2005 anders aussehen als in diesem Jahr. Zunächst bieten wir eine horizontale Plattform, bestehend aus Informationstechnik, Kommunikationstechnik, Software, Services, neuen Medien und Consumer-Elektronik an. Da-rauf bauen vertikale Marktplätze auf. Wir belegen dann nicht mehr sechs bis sieben Hallen mit Software, sondern wir zeigen durchgängige Business-Prozesse, in die Hardware, Software, Services und Beratung eingebunden sind. Zum anderen haben wir Marktplätze wie den Public Sector oder Banking und Kommunikation. Aber auch Marktplätze wie E-Home oder E-Health sind im nächsten Jahr vorstellbar.

CW: Befürchten Sie nicht, dass die CeBIT durch den starken Eindruck, den die Consumer-Elektronik in diesem Jahr macht, als Endverbrauchermesse gesehen wird? In Halle 2 konnte man den Eindruck gewinnen, auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin zu sein.

RAUE: Die Ifa zielt auf den Endverbraucher, und sie bedient nur den Ausschnitt Unterhaltungselektronik. Die CeBIT hat in diesem Bereich nicht den Endkunden im Visier, sondern den Händler. Außerdem decken wir die gesamte ITK ab, da können Sie die digitale Unterhaltungselektronik nicht mehr abschneiden. Der Markt entwickelt sich in diese Richtung, und die CeBIT war immer ein Spiegel des Marktes.

CW: Wären ohne die Ausdehnung auf den Consumer-Markt in diesem Jahr die Besucherzahlen eingebrochen?

RAUE: Nein, das glaube ich nicht. Der europaweiten IT-Marktstudie Eito zufolge macht der professionelle Bereich immer noch 85 Prozent des IT-Marktes aus. Das spiegelt sich sicher auch in den Besucherzahlen der CeBIT.