Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.03.1993 - 

KOLUMNE

Die Client-Server-Frage: Quo vadis, Master IBM?

Ein besonders gutes vernetztes DV-System mit Client-Server- Architektur, das von einem Computerhersteller selbst betrieben wird, waere ein starkes Argument fuer Client-Server-Interessenten. Die Referenzwirkung koennte nicht staerker sein. Leider sind solche Faelle kaum bekannt. Die IBM gruendete im November vergangenen Jahres eine Service-Einheit, die Anwender, gleich welcher Couleur, also auch Nicht-IBM-Kunden, bei der Umstellung auf Client-Server unterstuetzen soll. Doch wer weiss schon, dass in zwei texanischen IBM-Werken Client-Server-Netze auf der Basis des Power-RISC- Systems RS/6000 installiert sind? Waeren die Architekturen der /370- Mainframes oder der AS/400-Midrange die besseren Client-Server-Loesungen, die IBM brauchte sich keine Sorgen zu machen.

Nun mag der Mainframer seine Produktionsstaetten einrichten, wie es die Firmenraeson gebietet. Tun Sie´s, oder tun Sie´s nicht? Gemeint ist Client-Server-Computing, und die Frage geht an die Anwender. Big Blue kennt die Antworten zumindest der amerikanischen IBM-Kunden: deshalb der Client-Server- Migrationstrupp, deshalb die RISC-blauen IBM-Fabriken. Damit ist aber auch die Frage nach der Midrange-Politik der IBM gestellt: Quo vadis, AS/400?

Quo vadis, IBM? In einer Client-Server-Welt wird RISC zur Schuesseltechnologie. Eine Mainframe-only-Company kann nicht ueberleben. Das Schicksal einer AS/400-forever-Company moege IBM erspart bleiben. Der VAX-Fex von Digital - gemeint ist Ken Olsen - laesst gruessen. Bisher hiess es in IBM-AS/400-Kreisen, die RS/6000 nehme dem Anwendungssystem kein Geschaeft weg. Wuerden sich die auf RS/6000-Anwendungen spezialisierten Software- und Systemhaeuser gemaess dieser Nichtanerkennung verhalten, es gaebe sie eigentlich gar nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Das RS/6000-Business floriert. Die hausinterne Konkurrenz sorgt denn auch bereits fuer Kursaenderungen bei der AS/400: Das Midrange-System wird geoeffnet, eine AS/400-Power-RISC-Migration ist geplant. Diskret, aber eifrig ist die IBM bemueht, den Forderungen der Anwender nachzukommen. Das bedeutete das Ende aller Ambitionen, mit der AS/400 einen wiederum proprietaeren /370-Nachfolger aufzubauen.

Ein erst noch zu findender Akers-Nachfolger soll die IBM wieder fuehrungsfaehig machen - eine kaum loesbare Aufgabe. Noch wird der RISC-Konflikt nicht offen ausgetragen, glaubt die IBM (welche IBM?), die Sache unter Verschluss halten zu koennen. Doch die vergeblichen Versuche der Armonker sind gegenwaertig, etwa fuer die letzte Auflage der SAA-Bibel Client-Server wieder mit Master-Slave zu uebersetzen. Der OS/2-"Erfolg" besteht ja gerade darin, dass die Anwender jetzt wissen, was sie an Unix und Windows haben. Es hat sich ausgemastert.