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24.07.1992 - 

Fortune 500: Fast durchgehend Verluste für DV-Riesen

Die Computerbranche wird zum Armenhaus unter den Industrien

NEW YORK (CW) - Die einstige Goldgrube Computergeschäft ist ein Zuschußgeschäft geworden Dem US-Wirtschaftsmagazin "Fortune" zufolge fuhren die DV-Anbieter unter den 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt 1991 Verluste von zusammen 2,13 Milliarden Dollar ein. Keine Branche sah ähnlich schlecht aus.

Rote Zahlen schrieben vor allem die Klassiker: Bull (585 Millionen Dollar), DEC (617 Millionen), Olivetti (371 Millionen), Unisys (1,39 Milliarden) und die IBM, die 2,83 Milliarden Dollar verlor. Profite von Hewlett-Packard, Sun Microsystems, Apple, Compaq, Seagate und einigen anderen Herstellern wogen die Miesen der Riesen insgesamt nicht auf, zeigen indes einen Trend auf: Wer Gewinn machen will, darf nicht mehr proprietär ausgerichtet sein (siehe Tabelle).

Auch Umsatzwachstum in der DV ist offenbar nur noch mit offenen Systemen zu realisieren. So taucht dann auch Sun Microsystems als einziges Branchenunternehmen unter den 25 expansivsten Companies auf: 31,4 Prozent Wachstum für die Sparc-Bauer ergaben einen Umsatz von 3,26 Milliarden Dollar und damit Rang 425 nach dem Geschäftsvolumen. Darüber hinaus hat Sun die alleinige DV-Vertretung in der Liste der 50 Konzerne mit dem größten Gewinnwachstum: Der Profit stieg um 71,1 Prozent auf 190 Millionen Dollar. Die 50 absolut höchsten Profite unter den Top 500 erzielten ausnahmslos Nicht-DV-Konzerne.

Das Komponentengeschäft, vor allem die Chip-Fertigung, wird zwar immer teurer, weshalb Neuentwicklungen nur noch von Großallianzen (siehe Siemens, IBM und Toshiba) getragen werden können. Quasi-Monopolist Intel jedoch zieht jede Menge Profit aus seinen Verkäufen und Investitionen: Die Umsatzrendite von 17,1 Prozent ist die zehntbeste unter den Fortune 500; kein anderer Chip- oder Computerhersteller schaffte es hier unter die besten 50.

Mit 13 Prozent liegt Intel auch bei der Eigenkapital-Rendite als bestes Branchenunternehmen auf Platz 17; Apple mit 8,7 Prozent (Platz 38) und wiederum Sun mit 8,2 Prozent (Rang 47) schafften es außerdem unter die besten 50 nach dieser Kennzahl.

Fortune nimmt die Konzerne nach der Umsatzgröße in die Wertung auf: Hier führt unter den gelisteten DV-Anbietern nach wie vor mit Riesenabstand die IBM (65,4 Milliarden Dollar), die insgesamt noch das sechstgrößte Unternehmen der Welt ist; im Vorjahr war Big Blue die Nummer fünf.

Auf den Computerrängen zwei und drei führt Fortune Toshiba - mit 855 Millionen Dollar größter Profiteur - und Fujitsu, obwohl Teile von deren Umsatz aus DV-fremden Geschäften stammen.

Eine gute Figur macht auf dem DV-Umsatzrang vier HP als zweitprofitabelster Hersteller (755 Millionen Dollar Gewinn). Der Glorienschein von Compaq ist blaß geworden: Um fast zehn Prozent sank der Umsatz, so daß der PC Hersteller nur noch auf Platz 13 unter den 15 DV-Unternehmen auftaucht (Gesamtrang 425). Die Siemens Nixdorf Informationssysteme AG wird nicht gesondert in der Fortune Liste geführt.