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16.02.1990 - 

Vom berufsbegleitenden Abendlehrgang bis zur Umschulung mit IHK-Abschluß

Die DAG-Institute bieten praxisnahe Aus- und Fortbildung *Dr. Kurt-Christian Tennstädt ist bei der KHK-Software GmbH, Frankfurt, tätig.

Mit eigenen Bildungseinrichtungen bemüht sich die Deutsche Angestellten-

Gewerkschaft (DAG) seit nahezu vierzig Jahren, Chancenungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt zu korrigieren. Ein Rechenzentrum und Übungsfirmen garantieren eine praxisnahe Ausbildung.

Das "Bildungswerk der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft e. V. (BW-DAG)" und die "Deutsche Angestellten-Akademie e. V. (DAA)" sind rechtlich selbständige Einrichtungen der DAG. Sie sind Anfang der 50er Jahre entstanden. Hintergrund waren damals die gestiegenen Anforderungen an kaufmännische Führungskräfte. Der Arbeitsschwerpunkt der DAA und des BW-DAG lag in dieser ersten Phase auf der Weiterbildung im kaufmännischen Bereich.

Das Bildungsangebot orientierte sich am Ausgleich kriegsbedingter Bildungsdefizite. Während des anschließenden Wirtschaftsaufschwungs trat Aufstiegsfortbildung in den Vordergrund. Seitdem Arbeitsmarktprobleme an Bedeutung zunehmen, ist die berufliche (Weiter-)Qualifizierung arbeitsloser Angestellter zum Schwerpunkt der DAG-Bildungsarbeit

geworden. Daneben werden für besondere Personalgruppen eigene Bildungsgänge angeboten, zum Beispiel für Aussiedler oder Zeitsoldaten. Schließlich unterhält die DAA "staatliche Ersatzschulen", zum Beispiel für Logopäden, die zu staatlich anerkannten Ausbildungsabschlüssen führen.

Die angebotenen Inhalte werden sowohl als Ganztagesveranstaltung wie auch als Abendveranstaltungen angeboten. Die DAA betreibt weiterhin etwa 150 Übungsfirmen, die dem "Ring deutscher Übungsfirmen" angeschlossen sind. Über das "DAG-Technikum" werden auch Fernstudienlehrgänge in technischen Berufsfeldern durchgeführt.

4000 Bildschirme für Schulungszwecke

Beide gewerkschaftlichen Bildungseinrichtungen verfügen bundesweit über etwa 2000 fest angestellte Mitarbeiter. Davon sind etwa 400 in der Verwaltung, Planung und Organisation tätig. Bei den restlichen festen Mitarbeitern handelt es sich um Lehrkräfte. Je nach Bedarf kommen noch bis zu 4000 nebenberufliche Lehrkräfte hinzu. Im gesamten Jahr 1988 boten DAA und BW-DAG 36,4 Millionen Teilnehmerstunden (Unterrichtsstunden mal Teilnehmerzahl) an.

Von diesen 36,4 Millionen Unterrichtsstunden entfielen 1988 über 7 Millionen auf die Umschulung oder Fortbildung in kaufmännischen Berufsfeldern. In allen diesen Ausbildungen wird der Teilnehmer auch mit dem EDV-Einsatz vertraut gemacht. Schulungen finden dabei sowohl auf Großrechnern (Siemens Anlagen mit dem Betriebssystem BS2000), auf Abteilungsrechnern mit Unix-Derivaten (meist Sinix) und auf PCs unter DOS statt. Insgesamt stehen für Schulungszwecke in allen Einrichtungen der DAA und des BW-DAG etwa 4000 Bildschirme zur Verfügung. Davon entfallen zirka 1500 auf PCs (meist Siemens ATs) und knapp 800 auf Unix-Rechner.

Die Gruppe "Zentrale Datenverarbeitung" betreibt das zentrale Rechenzentrum in Düsseldorf. Mit zwei Siemens-BS2000-Rechnern (Modell 7.550 und 7.550/C40) wird dabei für mehrere Schulungsstätten der Zugriff auf Großrechner und deren Software angeboten. Dies geschieht sowohl über Standleitungen wie über den Datex-P-Dienst. Insgesamt wickeln beide Siemens-Rechner über zwei Vorrechner den Verkehr mit über 600 externen Datenstationen ab. Unter diesen Datenstationen befinden sich sowohl "dumme" BS2000-Terminals als auch lokal vernetzte Sinix-Rechner (beispielsweise MX 500).

Die theoretische Wissensvermittlung wird immer von praktischen Übungen am Rechner begleitet. Als kaufmännische Software steht dabei im Großrechnerbereich SRP, für die Unix-Welt "Allerdata" und künftig "Quantum" zur Verfügung. Für die Ausbildung am PC unter DOS verwenden beide Weiterbildungseinrichtungen die Finanzbuchhaltung, die Anlagenbuchhaltung, die Auftragsabwicklung, Fakturierung und das Bestellwesen sowie die Lohn und Gehaltsabrechnung. Diese Bausteine aus der KHK "Classic Line" lösen die bisher auch im DOS-Bereich eingesetzten Programme von "Allerdata" ab.

Als Ergänzung dazu wird im DOS-Bereich der Umgang mit Software von Datev in Schulungen vermittelt. Es hat sich gezeigt, daß Schulungsteilnehmer, die ein "unabhängiges" Softwarepaket und die Datev-Lösungen kennen, auf dem Arbeitsmarkt gut zu vermitteln sind.

Der Datenaustausch mit der Datev wird - je nach Schulungsstätte - online oder über den Versand von Disketten abgewickelt.

1250 Teilnehmer im Ruhrgebiet

Neben der Ausbildung in kaufmännischen Berufsfeldern stehen im Großrechnerbereich zur Ausbildung von Programmierern und EDV-Organisatoren gängige Programmiersprachen (unter anderem RPG, Cobol, Fortran, PL/1 ) und Datenbankanwendungen zur Verfügung.

Auf den Unix-Systemen ergänzen Cobol sowie Textverarbeitung, Spreadsheets und Datenbankanwendungen die verfügbare Software.

Eine überschlägige Schätzung, die sich nur auf den Großraum Ruhrgebiet rund um Gelsenkirchen bezieht, rechnete für 1989 mit etwa 1250 Teilnehmern an DAA- oder BW-DAG-Kursen.

Weiterbildung aus persönlichem Interesse

An den Ganztageslehrgängen (Vollzeitlehrgängen) nehmen überwiegend Personen teil, die derzeit nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen und zum Teil auch schon längere Zeit nicht mehr berufstätig waren. Ziele sind hier der Wiedereinstieg ins Berufsleben, Ausweitung der Kenntnisse, Umschulungen und Weiterbildungen bis hin zu IHK-Prüfungen. Innerhalb dieser Bildungsangebote wird auch viel mit Übungsfirmen gearbeitet.

Die Abendlehrgänge werden meist berufsbegleitend besucht. Dort sind CAD und Bilanzbuchhaltung typische Ausbildungsgegenstände. Die Motivation besteht hier vorwiegend in der Weiterbildung aus persönlichem Interesse.

Hinter allen Bildungsmaßnahmen, die von der Deutschen Angestellten-Akademie

e. V. (DAA) und dem Bildungswerk der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft e.V. (BW-DAG) angeboten werden, steht als oberstes Ziel, die Chancen der Teilnehmer auf einen qualifizierten Arbeitsplatz zu erhöhen. +