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06.02.1976

Die deutsche Medizin wird von einer überwiegend konservativen Personengruppe getragen, die die Einführung der medizinischen Datenverarbeitung in der Bundesrepublik um mindestens zwei Jahrzehnte verzögert hat", kritisiert Professor Dr. med. Carl-Theo Ehle

Die deutsche Medizin wird von einer überwiegend konservativen

Personengruppe getragen, die die Einführung der medizinischen Datenverarbeitung in der Bundesrepublik um mindestens zwei Jahrzehnte verzögert hat", kritisiert Professor Dr. med. Carl-Theo Ehlers, seit drei Jahren Inhaber des Lehrstuhles für Medizinische Dokumentation und Datenverarbeitung in Göttingen. "Im Gegensatz zur Wirtschaft ist in

der Medizin nur wenig oder gar nichts geschehen, was für eine breite Einführung der maschinellen Informationsverarbeitung nötig wäre." Wasser auf Ehlers Mühle sind die derzeitigen Diskussionen um die Explosion der Krankenhauskosten. Er will Ende dieses Jahres im größten Kli(...)komplex Europas, der zur (...) in Göttingen entsteht, ein

computerunterstütztes Informationssystem einrichten. Mit seiner Hilfe soll der Weg des Patienten von der Aufnahme bis zum Ende der Behandlung

verfolgt werden. -py

Psychogramme Bonner Politiker wertete die Psycho-Zeitschrift "Warum" nach der Art der Berufsberatung aus. Danach müßte Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel (49) EDV-Systemanalytiker werden, weil er zwar "ungeheuer fleißig, korrekt und präzise" sei, aber der Kontaktbereitschaft ermangele. -py

Eine deutliche Lücke zwischen Bedarf und Angebot an DV-Arbeitsmarkt sieht Dr. Karl Rihaczek, im Hauptberuf Marketingler bei der Control Data GmbH und gegentlich fleißiger Autor. Zwar zeigten die Stellenangebote, daß Datenverarbeiter gesucht sind - aber gefragt seien nur Berufserfahrene. "In der derzeitigen Situation sucht die Wirtschaft keine Anfänger" schrieb Rihaczek in der Frankfurter Allgemeinen. "Wer von der Schule kommt, hat noch keinen Beruf. Er muß bis zu 18 Monate weiter ausgebildet werden - und das kostet ein Unternehmen pro Mann rund 100 000 Mark."

Nachdem die Wirtschaft in den vergangenen 15 Jahren 290 000 Anfänger ausgebildet habe (so viele DVer gab es 1975 schätzungsweise in der Bundesrepublik) besteht seiner Ansicht nach Hoffnung, daß auch die nach BMFT-Meinung bis 1978 zusätzlich erforderlichen 110 000 DV-Mitarbeiter beschafft werden können. "Mit einer Vorbildung in Schule oder Hochschule kann es nur besser werden" glaubt Rihaczek, der für Informatik-Studenten auch einen Praxis-Tip parat hat: eine Tätigkeit als Werkstudent könne später zu bevorzugter Einstellung und bis zu 10 Prozent höherem Anfangsgehalt führen. -py

"Bei uns kann keiner Programmierer werden, der nicht den Gehilfenbrief als Bankkaufmann in der Tasche hat" erklärte der RZ-Leiter der Stadtsparkasse Köln, Heinz Zündorf, bei der Eröffnung der Jugendcomputerschule in Köln. "Das andere hat sich überlebt - ein auf RPG umgeschulter Metzger kommt bei uns doch nicht zurecht." Zündorf ist zwar als einer der beiden nebenberuflichen Geschäftsführer der Jugendcomputerschule um Vermittlung von DV-Wissen an jedermann bemüht - sieht aber in Grundkenntnisse, wie sie bei einer "Einführung in die DV" erworben werden, nur einen Teil der Allgemeinbildung. Nach Meinung des hauptberuflichen DVers führt der beste Weg in die EDV-Abteilung über eine ganz normale branchenbezogene Berufsausbildung - und den parallelen oder anschließenden Erwerb von Spezialkenntnissen. -py