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12.03.1993 - 

Weit hinter den Prognosen zurueckgeblieben

Die deutsche NCR faehrt 1992 21 Millionen Mark Verlust ein

Die stark nachlassende Nachfrage im zweiten Halbjahr des vergangenen Fiskaljahres (Ende: 30. November ´92) sowie umfangreiche Vorsorge- und Restrukturierungsmassnahmen, die mit Blick auf ein "sehr schweres 1993" getroffen werden mussten, nannte Rainer Liebich, Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung der deutschen NCR, als Gruende fuer die ruecklaeufige Geschaefts- und Ertragslage.

"Noch nie haben wir den Konjunkturhimmel sich so schnell verfinstern sehen. Im Juli Wachstumserwartungen, im September Alarmstimmung", meinte er. Die Unternehmenskenndaten sprechen denn auch eine deutliche Sprache: Der Umsatz ging gegenueber dem Vorjahr um knapp fuenf Prozent auf 860,4 Millionen Mark zurueck; um 15 Prozent auf 615,3 Millionen Mark schmolz der Auftragseingang zusammen, und der Auftragsbestand schliesslich sank um 21 Prozent auf 180,3 Millionen Mark. Der Vorjahresgewinn in Hoehe von 25,7 Millionen Mark hat sich 1991/92 in einen Fehlbetrag nahezu gleicher Groesse verwandelt. Die NCR Deutschland fuhr ein Minus von 21 Millionen Mark ein. Allerdings konnte der Verlust durch den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr ausgeglichen werden.

Als weitere Ursache fuer das schlechte Resultat des "von Herbststuermen gekennzeichneten" Geschaeftsjahres fuehrte Liebich den "moerderischen Preiskampf im DV-Geschaeft" ins Feld.

Fuer manche Produkte seien die Preise im Laufe des Jahres um bis zu 40 Prozent gefallen. Leider sei man trotz "realer Mehrleistung" nicht in der Lage gewesen, den "Preisverfall am Markt durch entsprechenden Umsatzzuwachs zu kompensieren", bedauerte der NCR- Chef.

Ebenfalls ergebnisbelastend ausgewirkt haben sich Sonder- Wertberichtigungen von 20 Millionen Mark auf die Lagerbestaende sowie Sozialaufwendungen in Hoehe von 12 Millionen Mark fuer den Personalabbau um rund 300 Mitarbeiter.

Osteuropa-Geschaeft als "Lichtblick" bezeichnet

Von den drei Gesellschaften NCR GmbH, NCR OEM Europe und NCR Osteuropa GmBH, die unter dem Dach der deutschen Holding agieren, konnte nur die letzte zulegen. So bezeichnete Liebich das Osteuropa-Geschaeft als "Lichtblick des letzten Jahres".

Hier konnte das Unternehmen den Umsatz um 10,9 Prozent auf 30,6 Millionen Mark steigern, der Auftragseingang wuchs von 30,6 Millionen auf 37,7 Millionen Mark, der Auftragsbestand belief sich auf 23,2 Millionen Mark und liegt damit um 49,7 Prozent ueber dem des Vorjahres.

Dazu duerften Grossauftraege der tschechischen Post und der slowakischen Sparkassenorganisation mit einem Volumen von 50 Millionen beziehungsweise 100 Millionen Mark beigetragen haben.

Im laufenden Geschaeftsjahr hofft die Unternehmensleitung zu Profitabilitaet und Umsatzwachstum zurueckkehren zu koennen.

Diesen Optimismus schoepft Liebich nicht zuletzt aus den Ergebnissen des ersten Quartals. Seinen Angaben zufolge hat der Auftragseingang um 50 Prozent zugenommen, und der Umsatz sei nicht weiter abgesackt. Ausserdem gehe das Unternehmen mit einem wesentlich "guenstigeren Produkt-Mix" in das neue Geschaeftsjahr.

Durch die seit Ende 1992 verfuegbaren hoeherwertigen Multiprozessor- und Parallelrechner-Systeme, Netzwerk-Produkte und Dienstleistungen verringere sich der Einfluss der PC- Preisentwicklung auf Erloese und Ertraege.

Inzwischen hat auch der bereits im Herbst angekuendigte direkte Vertriebskanal "NCR-Direkt" seine Arbeit aufgenommen. Aus diesem Geschaeft erhofft sich das Unternehmen ebenfalls Impulse. Doch trotz der positiven Aussichten koennte die Entlassung von weiteren 150 Mitarbeitern notwendig werden.

Neu einsteigen will das Augsburger Unternehmen mit dem Vertrieb von Telephonen und Anrufbeantwortern, die von dem Mehrheitseigner der NCR Corp., der AT&T Corp., stammen.

Vorerst sollen diese Produkte allerdings nur von Systemhaeusern und Haendlern angeboten werden. Noch wird geprueft, ob die deutsche NCR kuenftig auch Nebenstellenanlagen des Telekommunikations- Giganten vertreibt. Zunaechst hat man sich entschieden, das Equipment unter der Regie der Augsburger zu installieren und zu warten.