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17.12.1976 - 

1976 im Rückblick: Ein IBM-Jahr

Die DV-Landschaft hat sich verändert

1976 hieß es Abschied nehmen von Vorurteilen - daß beispielsweise die IBM-Konkurrenz Universalrechner immer so 15 bis 20 Prozent billiger anbieten kann als der Marktführer. Um die Jahresmitte - interessanterweise erst nach Hannover - kündigte IBM als Modelle 138 und 148 neue Zentraleinheiten der Serie 370 an, die (bei Kauf) eine faktische Preis Halbierung gegenüber den Fünfer-Modellen (135, 145) brachten. "Verwirrung bei den Anwendern - Schock bei der Konkurrenz" überschrieb CW seinerzeit den aktuellen Bericht über die "Ankündigung des Jahres" (CW-Nr. 28/29 vom 9. Juli 1976): Das Leistungsloch zwischen 370/145 und 158 war zu.

Indes: Siemens reagierte prompt.

Denn kaum vier Wochen später konterten die Münchner mit der Ankündigung der Modelle 7738 und 7748, die bei gleicher Leiistung - so Siemens - um einige Prozente billiger sein sollten als ihre IBM-Gegenstücke.

Wie überhaupt Siemens in der zweiten Jahreshälfte alle Anstrengungen machte, das Negativ-Image vom "BMFT-Zögling" vergessen zu machen: "Der technische Rückstand (gegenüber IBM?) ist aufgeholt", erklärte etwa Dr. Anton Peisl, Leiter des Unternehmensbereichs Daten- und Informationssysteme, anläßlich der Vorstellung des neuen Siemens-Flaggschiffs 7760 im Oktober (CW-Nr. 43: "Laserdrucker und 8-MB-System). Die 7760 ist nach Herstellerangaben doppelt so schnell wie das bisherige Siemens-Spitzenmodell 7755 und um einige Prozent leistungsfähiger als die 370/158.

Vom Timing her weniger glücklich im Juni 1976 die Univac-Ankündigung des neuen Spitzenmodells 90/80 der Serie 90 als "kostengünstigere Alternative zur 370/158 für 370/145-Aufsteiger": Wenig später machte IBM die Lücke dicht (siehe oben).

Im November dann Univac's Vorstellung des "Top-of-the-line"-Modells der Serie 1100: Die 1100/80 in der 370/168-Größenklasse hat eine um 50 Prozent höhere Durchsatzleistung als das bisherige Spitzenmodell 1100-/40. Gleichzeitig kündigte Univac mit DCA (Distributed Communications Architecture) ein einheitliches Datenfernverarbeitungs-(Software-)Konzept an, das von einem Zentralrechner unabhängige Netzkonstruktionen ermöglicht. Nach dem Motto "In den letzten Jahren hat es ständig Neuheiten bei uns gegeben, jetzt müssen sie verkauft werden" legte Honeywell Bull eine - in bezug auf "innovative Entwicklungen" - schöpferische Pause ein: Was zur Hannover Messe als neue Modelle 30 und 50 des Systems 64 und zum Pariser Sicob als neues Spitzenmodell 64/60 der HB-Mittelklasse vorgestellt werde, fällt eindeutig unter die Rubrik "Erweiterungen". Erklärtes Ziel der "Europäer am Weltmarkt": Eine möglichst breite Palette an Systemen anzubieten und keine verwundbare Stelle zu zeigen - Marketing Ó la Siegfried von Wagner.

Von Grund auf neu dagegen die NCR-Century-Nachfolge-Serie "Criterion"- im CeBIT als rare "Was-verbirgt-sich-wirklich-dahinter-Hardware" ein echter Knüller. Architektur-Prinzip dieser

virtuellen Maschinen: "Distributed Prozessing" im Rechner selbst.

Fast unbemerkt hat sich ICL zu einem Marktfaktor gemausert, dem das "Außenseiter"-Etikett nicht mehr anhaften will: Gleich drei Neuankündigungen in diesem Jahr (die 2903-20 als Serie 2900-Einstiegsmodell, die 2904 in der Mittelklasse und die 2960 im Großrechner-Bereich) beweisen, daß man sich in London auf Expansion einstellt - die Singer-Erbschaft verschaffte zusätzliche Reputation.

Wie von diesem Hersteller hierzulande nicht anders gewohnt: Burroughs vollzog den Übergang von der 700er-Serie auf die "vierte Generation" mit Maschinen wie B 2800, B 3800 und B 4800 ohne viel "Tamtam". Soviel zu den kleineren bis mittleren bis größeren Universalrechnern.

Aber auch auf dem Kleincomputer-Sektor tat sich einiges (siehe Kasten):