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23.10.1992

Die EG, EDI und Edifact

Was haben EDI und die EG nach Maastricht gemeinsam? In beiden Fällen gilt es, von übersteigerter Euphorie und danach zerronnenen Träumen zu berichten, während man derzeit dabei ist, sich in Sachen Schadensbegrenzung zu versuchen und dies bereits als

Fortschritt verkauft-frei nach dem Motto: Hauptsache, der Zug rollt weiter.

Binnenmarkt, internationale Wettbewerbsfähigkeit, geänderte Produktionsverfahren (Lean production) und branchenübergreifender Datenaustausch hießen die Argumente, um auf besagten EDI-Zug aufzuspringen. Egal, welche Motive im einzelnen dahinterstanden, für alle Beteiligten brachte die Arbeit an und mit EDI zunächst nur eines: Die Entwicklung jeweils unterschiedlicher, branchenspezifischer Insellösungen.

Branchenübergreifende Offenheit war daher sehr bald das Gebot der Stunde; Edifact das Medikament, mit dem die drohende proprietäre Sektiererei therapiert werden sollte. 1987 als ISO-Norm gefeiert und verabschiedet, lief der OSI-Standard jedoch bereits drei Jahre später Gefahr, von der Liste der zugelassenen Medikamente wieder zu verschwinden (Ottawa 1990). Zu groß war die Enttäuschung und der Katzenjammer über partikulare Brancheninteressen und das infolgedessen eingetretene Subset-Fieber.

Was seinerzeit als Roßkur gedacht und umgesetzt wurde (Quality-Control-Prozeß, Vermehrung der Status-1-beziehungsweise Status-2-Nachrichten), hat bis heute nur einen sehr zweifelhaften Erfolg beschert. Unzählige Subsets einzelner Branchen sowie die Aufnahme von immer mehr Nachrichtentypen zumindest in den vorläufigen Status 1 haben zwar dafür gesorgt, daß sich die meisten potentiellen

EDI-Anwender mit ihre Applikationen in Edifact wiederfinden, gleichzeitig wurde jedoch die ursprüngliche Idee und Konzeption von Edifact nachhaltig verwässert.

Immer mehr Mahner malen daher schon das drohende Menetekel an die Wand: Jede Branche wird das in Edifact suchen und finden, was zuvor an De-facto-Standards hinübergerettet wurde; die Idee einheitlicher, branchenübergreifender Nachrichtenbahnen bleibt hingegen auf der Strecke.